Reinigung in städtischen Gebäuden
Wie macht man richtig sauber?

Münster -

Streitfall Sauberkeit in städtischen Gebäuden: Ein Bericht hat das Thema jetzt in Münster untersucht. Die Politik strebt Verbesserungen im Reinigungsdienst an. Aber wie?

Mittwoch, 12.09.2018, 21:47 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 21:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.09.2018, 21:47 Uhr
Um die Reinigung städtischer Gebäude – hier das Stadthaus 1 – ging es am Mittwochabend im  Ausschuss für Liegenschaften.
Um die Reinigung städtischer Gebäude – hier das Stadthaus 1 – ging es am Mittwochabend im  Ausschuss für Liegenschaften. Foto: Annika Wienhölter

Irgendwie kennt das jeder aus dem eigenen Umfeld: Das Thema Sauberkeit und Reinigung sorgt immer wieder Diskussion und Klagen. Bei städtischen Gebäuden sieht das kaum anders aus. Vor dem Hintergrund eines SPD-Rats­antrags, der Übernahme des Reinigungsdienstes in städtischen Immobilien durch die Stadt anregt, hat die Verwaltung dazu jetzt einen entsprechenden Prüfbericht vorgelegt.

Im Ergebnis kommt der zuständige Stadtrat Wolfgang Heuer ( SPD) zu einer klaren Einschätzung: „Eine vollständige Rekommunalisierung lässt sich angesichts der damit verbundenen Auswirkungen auf den Haushalt in Höhe von 1,3 Millionen Euro pro Jahr nicht empfehlen“, lautet sein Fazit.

Verbesserungen angestrebt

Trotzdem hält die SPD an ihrem Ziel fest, beim Reinigungsdienst zu Verbesserungen zu kommen. Mitstreiter fanden die Sozialdemokraten am Mittwoch im Ausschuss für Liegenschaften, Wirtschaft und strategisches Flächenmanagement. Auch CDU und Grüne stimmten für den Vorschlag, zunächst die Ergebnisse des bis Ende 2018 laufenden Projekts „Maßnahmen zu Verbesserung der Reinigungsqualität“ abzuwarten. Anschließend soll die Stadtverwaltung das weitere Vorgehen aufzeigen.

Einzig die FDP mit ihrer Fraktionsvorsitzenden Carola Möllemann-Appelhoff stimmte gegen diesen Weg.

Wie der Bericht aufzeigt, ist aktuell der Reinigungsdienst durch die Stadt selbst deutlich teurer: 14,10 Euro pro Quadratmeter zu reinigender Fläche werden dafür fällig. Bei der Reinigung durch private Firmen ergeben sich demnach durchschnittliche Aufwendungen je Quadratmeter von nur 11,70 Euro. Allerdings verweist der Bericht bei der Fremdreinigung insbesondere an Schulstandorten wiederholt auf Probleme.

Zeitnahe Kontrolle erschwert

Die vertragliche Reinigungsleistung werde dort häufig nicht oder nur unzureichend erbracht. Häufig müsse die Reinigung wegen immer länger werdender Nutzungszeiten in den Schulen in den Abendstunden erfolgen. Dies erschwere die zeitnahe Kontrolle, weil die Hausmeister dann schon Feierabend hätten. Folglich gibt es mehr Beschwerden, heißt es.

Gleichzeitig ist in den städtischen Einrichtungen, in denen mit eigenen Kräften gereinigt wird, eine höhere Zufriedenheit der Nutzer zu verzeichnen. Die Anzahl der Beschwerden über mangelnde Reinigungsqualität aus diesen Einrichtungen sei eher gering.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6045838?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Wohin mit dem ganzen Holz?
Revierförster Jan-Dirk Hubbert steht auf einer abgeholzten Fichtenfläche. Erst wütete dort der Sturm „Friederike“, danach kamen die Borkenkäfer
Nachrichten-Ticker