Nachverdichtungs-Debatte im Planungsausschuss
Was verträgt die Aaseestadt?

Münster -

„Es wird gefährlich, wenn wir darüber diskutieren, in welchen Stadtteilen wir nachverdichten wollen und in welchen nicht.“ Die Debatte über das geplante neue Bauvorhaben in der Aaseestadt ging bereits einige Zeit, als sich die CDU-Politikerin Mechthild Neuhaus im Planungsausschuss genötigt sah, die Reißleine zu ziehen.

Sonntag, 16.09.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 12:00 Uhr
Zwischen diesen Gebäuderiegeln will die Wohn- und Stadtbau weitere Häuser setzen, was auf Kritik stößt. Oben im Bild ist die Stephanus-Kirche zu sehen.
Zwischen diesen Gebäuderiegeln will die Wohn- und Stadtbau weitere Häuser setzen, was auf Kritik stößt. Oben im Bild ist die Stephanus-Kirche zu sehen.

Zu sehr hatten ihrer Meinung nach SPD und Linke zuvor die Frage aufgeworfen, ob der geplante „Nettozuwachs“ von 69 Wohnungen in dem Wohnquartier rund um die Mierendorffstraße die absehbaren Verwerfungen rechtfertigen.

Im Planungsausschuss ging es am Donnerstagabend nicht um einen Baubeschluss, sondern „nur“ darum, das Ergebnis eines Wettbewerbs zur Kenntnis zu nehmen. Das städtische Unternehmen Wohn- und Stadtbau möchte – vermutlich um 2022/2023 – ihren aktuellen Bestand von knapp 200 Wohnungen in der Aaseestadt modernisieren und vergrößern. Das nun vorliegende Konzept sieht vor, drei zum Park hin gelegene Häuser abzureißen und durch neue zu ersetzten. Darüber hinaus werden zwischen bestehenden Wohnriegel jeweils zweigeschossige Neubauten zwischengeschoben.

Der Linke Rüdiger Sagel nannte den Plan eine „brachiale Nachverdichtung“, was Siegfried Thielen von der städtischen Bau- und Planungsverwaltung umgehend zurückwies. Sagel blieb aber dabei, dass dieses Areal in der Aaseestadt „die falsche Stelle für Nachverdichtung“ sei.

Der Ausschussvorsitzende Jörn Möltgen (Grüne) warnte daraufhin vor einer falschen Ausrichtung der Debatte. Die Sorgen der Anwohner seien keinesfalls von der Hand zu weisen. Sollten sie aber zum alleinigen Maßstab der Bewertung werden, „dann bekommen wir bald gar keinen Bebauungsplan mehr hin“.

Die SPD-Ratsfrau Gabriele Kubig-Stelig appellierte an die Wohn- und Stadtbau, das „soziale Gepräge“ in der Aaseestadt, soweit eben möglich, zu erhalten. „Das Bild des gesamten Quartiers wird sich verändern.“ Kubik-Steltig drängte darauf, die Zahl der zum Abriss vorgesehenen Häuser noch weiter zu senken. Das werde aktuelle geprüft, so die Auskunft der Stadtverwaltung.

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