Kommentar zur Führungsproblematik bei den Stadtwerken
Verlierer auf eigenes Betreiben

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende: Die sich abzeichnende Abberufung der beiden Stadtwerke-Geschäftsführer wird für das städtische Versorgungsunternehmen und seinen Gesellschafter, die Stadt Münster, kein günstiges Vergnügen werden.

Samstag, 15.09.2018, 12:23 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 14.09.2018, 21:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 12:23 Uhr
 
  Foto: Dirk Anger

Doch die monatelangen Streitereien, Zwistigkeiten und Eifersüchteleien in der Führung am Hafenplatz lassen kaum mehr eine andere Wahl, um das Unternehmen und vor allem seine gut 1000 Mitarbeiter wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Ohnehin sind die Herausforderungen in einem sich rasant verändernden Energiemarkt groß genug. Da muss man sich nicht selbst noch die Steine in den Weg legen.

Denn was in der aufgeregten Diskussion der vergangenen Tage nicht untergehen darf: Die Führungskrise hat das Stadtwerke-Spitzenpersonal höchstselbst zu verantworten – niemand anders! Zum jetzigen Zeitpunkt ist es längst müßig, herauszudestillieren, welchen der beiden Geschäftsführer mehr Schuld an den beispiellosen und hochnotpeinlichen Vorgängen trifft.

Tragische Züge am Hafenplatz

Geradezu tragische Züge weist das Drama vom Hafenplatz dennoch auf: Denn in fachlicher Hinsicht hält sich die Kritik an den beiden Managern in Grenzen. So sind mit dem Namen Müller-Tengelmann etwa die Umstellung zur strukturierten Gas-Beschaffung, das Erfolgsmodell Pluscard sowie der noch erträgliche Ausstieg aus der Steinkohle-Beteiligung Black Gekko verbunden. Wernicke hat zum Beispiel der Windkraft frischen Atem eingehaucht. Aber die Geschäftsführer haben sich anderweitig disqualifiziert.

Zu lange hingen Stadtwerke-Aufsichtsrat und Gesellschafter der Hoffnung an, dass sich zwei hoch bezahlte Alphatiere spätestens mittels aufwendiger Mediation zusammenraufen müssten. Ein fataler Irrglaube. Die nächste Personalentscheidung muss sitzen.  Dirk Anger

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