„Der „West-Östlichen Diwan“ auf dem Domplatz
Fremdes wird plötzlich vertraut

Münster -

Ein solch kontrastreiches Kulturprogramm gab es selten auf dem Domplatz: Bei der Premiere des Kulturevents „Der West-Östliche Diwan“ trafen am Wochenende auf orientalischen Teppichinseln syrische Kiepenkerle und westfälische Trachtengruppen bei arabischem Manakish und Töttchen zusammen.

Montag, 17.09.2018, 09:30 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.09.2018, 06:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 09:30 Uhr
Arabische Tänzer ziehen die Besucher auf dieser Teppich-Insel in ihren Bann. Nur wenige Meter weiter treten westfälische Trachtengruppen auf.
Arabische Tänzer ziehen die Besucher auf dieser Teppich-Insel in ihren Bann. Nur wenige Meter weiter treten westfälische Trachtengruppen auf. Foto: Matthias Ahlke

Mehr Kontrastprogramm geht nicht: Teppichinseln wie aus 1001 Nacht auf dem Domplatz, auf denen sich arabische Tanzgruppen, westfälische Trachtengruppen, Handlinienleser aus dem Orient und Kiepenkerle mit ihren Präsentationen abwechseln. Der „West-Östliche Diwan“ ist die erste Kulturveranstaltung dieser Art auf dem Domplatz, bei der die Kulturen von Orient und Okzident zu verschmelzen scheinen.

Mittendrin Sheko Sido, ein syrischer Kiepenkerl, der mit seiner Truppe vom Leineweber- und Kiepenkerlverein Ochtrup die Tradition hochhält. Wer stutzt, dem hält Sido, der vor drei Jahren aus Aleppo nach Deutschland flüchtete, entgegen: „Bei uns in Syrien gab es auch Kiepenkerle, die hießen nur anders.“ Die alten Nähmaschinen und Kostüme beim Ochtruper Verein hatten es ihm jedenfalls sofort angetan, erzählt er. „Inzwischen ist er ein fester Bestandteil und guter Mitspieler in unserer Gruppe“, lobt der Vereinsvorsitzende.

Bis ihn die laute Musik übertönt, zu der die kurdische Tanzgruppe nebenan auftritt, und sich Zuschauertrauben bilden. Oberbürgermeister Markus Lewe spricht von „einem tollen Symbol für das Zusammenleben der Kulturen“.

Auf Sitzkissen rund um Samoware suchen Christen und Muslime ganz bewusst das Gespräch. Vor den lebensgroßen Figuren von Goethe und des bedeutendsten persischen Dichters Hafez werden später Gedichte rezitiert. Ein besonderes Highlight für Besucher Said Samar: „Ich liebe die Gedichte von Hafez, der aus derselben Stadt wie ich kommt.“ Als er vor 38 Jahren nach Deutschland gekommen sei, habe er nicht im Traum damit gerechnet, „dass ein deutsch-persisches Wochenende auf dem Domplatz möglich ist“.

West-Östlicher Diwan auf dem Domplatz - deutsch-arabisches Kulturspektakel

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Menschen aus zwei Kulturräumen zusammenzuführen, war indes das Anliegen von Organisator und Künstler Thomas Nufer, dem am Sonntag viele Besucher anerkennend auf die Schulter klopfen.

Die Tanzgruppe aus Ochtrup mit Sheko Sido macht vor, wie internationale Verständigung funktioniert – beim Wechsel zwischen westfälischen Klängen und arabisch-kurdischer Musik.

Das Publikum genießt den ungewöhnlichen Kulturmix auch kulinarisch: Manakish (mit Hack und Schafskäse gefülltes Fladenbrot) und am Stand direkt daneben Kalbsleber und westfälisches Zwiebelfleisch.

„Eine tolle Idee, dieses in heutiger Zeit so essenzielle Thema kultureller Begegnung auf die Erlebnisebene zu ziehen“, resümiert eine Besucherin. Eine solche Veranstaltung auf dem Domplatz stehe der Friedensstadt Münster ausgesprochen gut zu Gesicht.  

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