Hohe Auszeichnung für Hannes Demming
Heimatfreund mit viel Leidenschaft

Münster -

Für seine großen Verdienste im kulturellen Bereich erhielt der Schauspieler und Autor Hannes Demming am Montag das Bundesverdienstkreuz. Seit Jahrzehnten prägt Demming die Niederdeutsche Bühne in Münster.

Dienstag, 18.09.2018, 16:28 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.09.2018, 18:29 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.09.2018, 16:28 Uhr
Für sein jahrzehntelanges Engagement im kulturellen Bereich erhielt Hans-Heinrich „Hannes“ Demming am Montag in der Rüstkammer des Rathauses das Bundesverdienstkreuz. Überreicht wurde die Auszeichnung von Oberbürgermeister Markus Lewe.
Für sein jahrzehntelanges Engagement im kulturellen Bereich erhielt Hans-Heinrich „Hannes“ Demming am Montag in der Rüstkammer des Rathauses das Bundesverdienstkreuz. Überreicht wurde die Auszeichnung von Oberbürgermeister Markus Lewe. Foto: hpe

Der Begriff „Heimat“ ist ihm wichtig, und wie kaum ein anderer Kulturschaffender in der Region hat er die Wertschätzung für sein geliebtes Münsterland so pointiert auf der Bühne präsentiert und in unzähligen Werken in plattdeutscher Sprache zu Papier gebracht: Hans-Heinrich Demming (82), den seine Freunde nur „ Hannes“ nennen, ist am Montag in der Rüstkammer des Rathauses mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

„Demming ist einer, der weiß, was Heimat und Zuhause bedeuten und dabei viel Respekt vor der eigenen Kultur hat“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe in seiner Laudatio vor rund 80 Kollegen, Weggefährten, Freunden und der Familie. Tief verwurzelt in der Region habe Demming den „Spirit von Münster gelebt und den niederdeutschen Raum geprägt“, so Lewe.

Der frühere Studiendirektor entdeckte schon als junger Mann die Leidenschaft für das Theater. „Mit viel ehrenamtlichen Engagement hat er es geschafft, der plattdeutschen Sprache eine sichtbare Relevanz im Kulturleben der Stadt Münster und in Westfalen zu geben“, lobt Lewe. Als Schauspieler, Regisseur, Autor, Sprecher, Sänger, Übersetzer, Rezitator und Philologe für das Theater habe er stets das Niederdeutsche fest im Blick gehabt. Für die Westfälischen Nachrichten ist Demming seit vielen Jahren Gastautor mit seiner Kolumne „Hüöwelspäöne“, die natürlich in plattdeutscher Schreibweise immer samstags die Leser erfreut. Er spart nicht mit Kritik, beschäftigt sich mit aktuellen Themen, die Münster bewegen. Und das immer auch mit einem Augenzwinkern.

Seit über 40 Jahren steht Demming an der Spitze der Niederdeutschen Bühne und hat als Regisseur seit 1997 jedes Theaterstück maßgeblich mitgeprägt, verfasst und inszeniert. Ungezählt sind die Stunden, die er in der Freizeit für das Verfassen und Übersetzen der Bühnenwerke in die niederdeutsche Sprache verwandt hat. Bei den Städtischen Bühnen wirkt Demming seit 1955 mit, die Zuschauer feierten ihn in über 70 Stücken und Opern. Film- und Fernsehproduktionen wie „Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend“ von Edgar Reitz machten Demming bundesweit bekannt.

Glanzpunkte seines unwahrscheinlich vielseitigen Schaffens sind plattdeutsche Werke wie das Lustspiel „De bruoke Kroos“ und das Schauspiel „Dat Spiel van Doktor Faust“. Die Komödie „Der zerbrochene Krug“ und den Text der Tragödie „Urfaust“ gibt es dank Demming nun auch als plattdeutsche Inszenierung.

Für seine Verdienste um das Niederdeutsche wurde Demming bereits mit dem Rottendorf-Preis und dem Fritz-Reuter-Preis sowie 2004 mit dem Theaterpreis der Gesellschaft der Musik- und Theaterfreude geehrt.

Zum 100-jährigen Bestehen der Niederdeutschen Bühne wird Demming 2019 „Ein Sommernachtstraum“ auf den Spielplan setzen. Die Übersetzung ins Plattdeutsche ist schon fertig.

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