Medis-App
Vernetzung per Knopfdruck

Münster -

Der Hausärzteverbund Münster und die Facharztinitiative Münster haben eine App entwickelt, die Ärzten, Apotheken und Patienten das Leben leichter machen soll.

Mittwoch, 19.09.2018, 09:26 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 09:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.09.2018, 09:26 Uhr
Die Medis-App ist eine kleine Revolution: Per Knopfdruck können etwa Rezepte direkt an die Stammapotheke des Patienten weitergeleitet werden.
Die Medis-App ist eine kleine Revolution: Per Knopfdruck können etwa Rezepte direkt an die Stammapotheke des Patienten weitergeleitet werden. Foto: Wolfgang Kleideiter

Die bisher gemachten Erfahrungen sind gut: Die Medis-App, gemeinsam vom Hausärzteverbund Münster und der Facharztinitiative Münster entwickelt, befindet sich bei immer mehr Münsteranern auf dem Smartphone. Sie finden dort alle Informationen zu angeschlossenen Praxen, können Termine vereinbaren, Rezepte bestellen und sich zum Beispiel an Impfungen erinnern lassen. Fast 200 Ärzte sind so im Netz vernetzt.

Jetzt haben sich außerdem rund 70 Apotheken in der Stadt diesem System angeschlossen. Wer via Medis-App bei seinem Arzt ein Rezept bestellt, kann gleich eingeben, dass das ausgestellte Rezept an seine Stamm-Apotheke weitergeleitet wird. Für David Dohmann , Inhaber der Apotheke auf der Geist, ein großer Fortschritt: „Wir können in der Apotheke das Medikament direkt für den Kunden reservieren und bereitlegen. Beim Besuch entfallen Wartezeiten. Und ist ein Medikament nicht im Bestand, können wir es sofort bestellen. Mehrmals am Tag werden wir beliefert.“

Bei einem Treffen im Ärztehaus der Ärztekammer wurden Anfang September letzte Weichen gestellt. Nach einer längeren Vorbereitungszeit und intensiven Tests präsentierte dort Medis Münster, der Dachverband von Hausärzteverbund und Facharztinitiative Münster, den Apothekern die Möglichkeiten der App. Die Resonanz war gut. Über 80 Prozent der Apotheken in der Stadt sind nunmehr anschlossen und verfügen über die notwendigen Zugänge.

Apotheker David Dohmann (l.) und Hausarzt Dr. Achim Schuster erläuterten Anfang September in Münster die neuen Funktionen der Medis-App.

Apotheker David Dohmann (l.) und Hausarzt Dr. Achim Schuster erläuterten Anfang September in Münster die neuen Funktionen der Medis-App. Foto: Wolfgang Kleideiter

Damit Patienten die Vorteile der Technik noch besser kennenlernen können, planen die Medis-Ärzte in Kürze einen Aktionstag. Hausarzt Dr. Armin Schuster, einer der Initiatoren von Medis: „Wir werden dann auch zeigen, wie man zum Beispiel seinen Medikationsplan in der App hinterlegen kann.“ Das erspart die Eingabe von mitunter komplizierten Medikamentennamen.

In der Fachwelt geht man davon aus, dass in Deutschland über kurz oder lang mit einem elektronischen Rezept gearbeitet werden kann. Die Arbeiten zur Einführung sollen laut Gesundheitsministerium im kommenden Jahr beginnen. Die münsterische Medis-App wäre darauf vorbereitet. Die App wird inzwischen auch vom Gesundheitsverbund Jülich genutzt. Zudem hat ein Ärztenetzwerk im Münsterland Interesse an dem System angemeldet.

Zum Thema

Die Medis-App kann in den Stores von Apple und Android kostenlos aufs Handy heruntergeladen werden. Infos unter www.medis-muenster.de.

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