Hauptbahnhof-Ostseite
„Hansator“ vor dem Baustart

Münster -

Für das millionenschwere Bauprojekt an der Ostseite des münsterischen Hauptbahnhofs liegt die Baugenehmigung vor. Auch ein Name ist gefunden.

Mittwoch, 19.09.2018, 15:56 Uhr aktualisiert: 19.09.2018, 16:14 Uhr
Der neue Gebäudekomplex an der Ostseite des Hauptbahnhofs trägt den Namen „Hansator“. Im Sommer 2021 will der Investor Landmarken AG die Eröffnung feiern, wenn bis dahin nichts dazwischenkommt
Der neue Gebäudekomplex an der Ostseite des Hauptbahnhofs trägt den Namen „Hansator“. Im Sommer 2021 will der Investor Landmarken AG die Eröffnung feiern, wenn bis dahin nichts dazwischenkommt Foto: Landmarken AG, kadawittfeldarchitektur

„Heute ist perfektes Wetter zum Bauen“, sagt Christian Hehemann erfreut. Der Sonnenschein setzt die Brache an der Ostseite des Hauptbahnhofs an diesem Mittwoch in ein freundliches Licht. Passend dazu kann der münsterische Niederlassungsleiter der Landmarken AG die langersehnte Baugenehmigung für den millionenschweren Neubau am Bremer Platz präsentieren. Kurz zuvor erst hat die Bahn ihre Freigabe für das Gelände erteilt.

„Hansator“ soll der Komplex aus drei Gebäudekörpern heißen, die ein gemeinsames Vordach verbindet. Damit, sagt Hehemann mit dem neuen, die Bauteile stilisierenden Logo in der Hand, soll die Verbindung zwischen dem Hansaviertel und der Innenstadt betont werden. Dieser Name möge sich einprägen. „Das wäre schön.“ In jedem Fall entsteht an dieser Stelle in den kommenden knapp zwei Jahren ein neues Bahnhofsentree. Die Eröffnung ist für den Sommer 2021 angepeilt.

Ich freue mich, dass es losgeht.

Michael Jansen, Leiter des Bahnhofsmanagements in Münster

Suche nach Blindgängern verzögert Projekt

Noch fehlen letzte Auswertungen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, dann können die Bagger rollen und die Erdarbeiten beginnen, heißt es. Für Ende Oktober/Anfang November ist der offizielle erste Spatenstich geplant. „Die Baugrube soll dann im ersten Quartal 2019 fertig sein“, erklärt Landmarken-Projektleiter Jan Grzesik mit der Einschränkung: „Wenn alles gut läuft.“

Hansator in Münster: Entwicklung an der Ostseite des Hauptbahnhofs

Unter anderem die Suche nach Blindgängern hat das Projekt zuletzt verzögert. Vor allem im Böschungsbereich sei das technisch sehr anspruchsvoll gewesen, so Henk Brockmeyer von der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) zu den notwendigen Vorleistungen. Insgesamt wurden auf dem gesamten Gelände, das ursprünglich je zur Hälfte Stadt und Bahn gehörte, Hunderte von Sondierungsbohrungen vorgenommen.

Auf der Ostseite des Hauptbahnhofs: Henk Brockmeyer (Bahnentwicklungsgesellschaft NRW), Bahnhofsmanager Michael Jansen, Volker Nicolaus (Bahnentwicklungsgesellschaft NRW) sowie Jan Grzesik und Christian Hehemann (beide Landmarken AG).

Auf der Ostseite des Hauptbahnhofs: Henk Brockmeyer (Bahnentwicklungsgesellschaft NRW), Bahnhofsmanager Michael Jansen, Volker Nicolaus (Bahnentwicklungsgesellschaft NRW) sowie Jan Grzesik und Christian Hehemann (beide Landmarken AG). Foto: Oliver Werner

Hotel mit 200 Betten geplant

Ursprünglich war bei dem Projekt ein Baubeginn 2017 avisiert worden, dann stand das zweite Quartal 2018 im Raum, jetzt wird es wohl der Herbst. Zwischenzeitlich wurde die Straße am Bremer Platz verlegt, und ein blickdichter Zaun umschließt das gesamte Baufeld.

Einen „hohen zweistelligen Millionen-Betrag“ investiert die Aachener Landmarken AG: Ein Hotel mit etwa 200 Betten, eine Radstation, Apartments zum Wohnen, Handel und Gastronomie sollen der Ostseite des Hauptbahnhofs neues Leben einhauchen.

Informationsveranstaltung für Anwohner

„Ich freue mich, dass es losgeht“, betont Michael Jansen, Leiter des Bahnhofsmanagements in Münster, nicht zuletzt ob der Vielzahl an Nachfragen in jüngerer Vergangenheit. Einen Ratschlag hält er augenzwinkernd für den Investor Landmarken, der als Generalunternehmer für den Hoch- und Tiefbau die Köster GmbH aus Osnabrück ausgewählt hat, noch bereit: „Mit dem Eröffnungstermin wäre ich vorsichtig.“ Schließlich kam es auch auf der Vorderseite zu Verzögerungen, was indes bei Bauprojekten dieser Größenordnung nicht ganz ungewöhnlich erscheint.

Für die Anwohner im Hansaviertel ist Mitte Oktober eine weitere Informationsveranstaltung der Landmarken AG geplant. Schließlich dürfte nicht nur der Lkw-Verkehr in den kommenden Monaten von der Wolbecker über die Bremer Straße Richtung Hansaring deutlich zunehmen.

Hinter-den-Kulissen-630x150

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6064202?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Justiz prüft, ob Ermittlungen folgen
Pfarrer Ulrich Terlinden: Kein Missbrauchsvorwurf: Justiz prüft, ob Ermittlungen folgen
Nachrichten-Ticker