CDU-Versammlung diskutierte über Organspende
Mensch ist kein öffentlich verfügbares Ersatzteillager

Münster -

Um Organspenden aus ethischer Sicht drehte sich die Kreismitgliederversammlung der CDU Münster am Donnerstagabend. Dafür sei er „kein Fachmann“, betonte Thomas Sternberg, Mitglied der CDU und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, zu Beginn und zum Schluss seines Vortrags. Das Thema müsse man sorgfältig diskutieren, aber er bezog keine feste Position.

Freitag, 21.09.2018, 20:47 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 21.09.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 21.09.2018, 20:47 Uhr
Thomas Sternberg, Mitglied der CDU und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sprach bei der Kreismitgliederversammlung über das Thema Organspende.
Thomas Sternberg, Mitglied der CDU und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sprach bei der Kreismitgliederversammlung über das Thema Organspende. Foto: anh

Die Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Sybille Benning, die die Versammlung leitete, wünschte sich eine breite Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Vertrauen neu zu bilden, sei ein wichtiger Aspekt, sagte Sternberg. Skandale an einigen Krankenhäusern hätten zum Einbruch der Spenderzahlen beigetragen. Pro Kopf lägen die Zahlen in anderen Ländern weit höher als in Deutschland. In der Praxis gebe es neben dem deutschen Modell und Varianten der Widerspruchslösung auch andere Modelle in Europa.

Den Vorschlag für ein neues Transplantationsgesetz von Bundesgesundheitsminister Spahn begrüßte Sternberg, ohne ihn vollständig zu teilen. Richtig und wichtig sei Spahns Weg, Organspenden an Krankenhäusern organisatorisch und finanziell neu zu regeln. Die Entscheidung für oder gegen eine Spende berühre das Persönlichste, das man sich überhaupt vorstellen könne. Zu warnen sei vor der Idee, menschliche Körper als öffentlich verfügbare Ersatzteillager zu betrachten.

Sternberg warnte davor, von einer isolierten Maßnahme entscheidende Fortschritte zu erwarten. In Spanien sei die Zahl nach Einführung der Widerspruchslösung nicht gleich gestiegen, erst zehn Jahre später: Damals, so ein Teilnehmer im Saal, habe Spanien auch organisatorische Änderungen eingeführt.

Sternbergs Impuls schlossen sich etliche Fragen aus dem Publikum an, auch zu Formulierungen in Patientenverfügungen, die Folgen für Organspenden haben können. Die Junge Union hatte im Saal des „Tennessee Mountain“ Organspender-Ausweise verteilt.

Eine weitere Informationsveranstaltung haben die Ortsunion Süd und der Gesundheitspolitische Arbeitskreis der CDU für den 22. Oktober um 19 Uhr unter dem Titel „Organspende betrifft jeden!“ organisiert. Im Zwei-Löwen-Club sind zwei Mediziner des Universitätsklinikums dabei, die Professoren Hartmut Schmidt vom Lehrstuhl für Transplantationsmedizin und Andreas Pascher, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie.

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