Sexuelle Gewalt im Bistum Münster
138 Beschuldigte, 450 Opfer

Münster -

Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie zur Aufklärung sexueller Gewalt in der Katholischen Kirche hat am Dienstag auch in Münster alarmierende Fakten zum Vorschein gebracht.

Mittwoch, 26.09.2018, 07:41 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 15:07 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 07:41 Uhr
Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.
Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Foto: Gunnar A. Pier.

1708 untersuchte Akten im Bistum Münster, 138 Beschuldigte, 450 Betroffene und Opfer. Die Fallzahlen beziehen sich auf einen Zeitraum zwischen 1946 und 2015. Generalvikar Norbert Köster stellte sie am Dienstag vor.

4,7 Prozent der Geistlichen beschuldigt

In den Akten jener Kleriker, die zwischen 2000 und 2015 im Verantwortungsbereich des Bistums Münster entweder im Dienst oder bereits im Ruhestand waren, finden sich bei 77 Geistlichen Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Das entspricht einem Anteil von 4,7 Prozent der Personalakten seit 2000.

Dunkelziffer dürfte höher liegen

Für den in Kürze aus dem Amt scheidenden Generalvikar sind das erschreckende Zahlen, zumal die Dunkelziffer höher liegen dürfte. Köster betonte: „Es darf bei allem, was wir tun, nicht in erster Linie um die Kirche gehen. Nicht die Institution und ihre durch den Missbrauch schwer beschädigte Glaubwürdigkeit müssen im Mittelpunkt stehen, sondern ohne Wenn und Aber die Opfer.“ Die Axis-Beratungsgruppe in Köln bescheinigte dem Bistum bei der Akteneinsicht vorbildliche Transparenz.

Bistum Münster stellt Studie zu sexuellem Missbrauch vor

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  • Dr. Stephan Kronenburg (Sprecher Generalvikariat), Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster), Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) und Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Medieninteresse war groß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

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  • Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Stephan Kronenburg (Sprecher Generalvikariat), Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster), Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) und Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Stephan Kronenburg (Sprecher Generalvikariat), Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster), Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) und Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

    Foto: Gunnar A. Pier

In Fulda veröffentlichte die Bischofskonferenz die Zahlen für alle 27 Bistümer. Die Untersuchung von über 38.000 Personal- und Handakten ergab 3677 Betroffene sexueller Übergriffe durch 1670 Kleriker. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kündigte kirchliche Konsequenzen an.

Generalvikar Dr. Norbert Köster zum Missbrauch im Bistum Münster

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