Sexueller Missbrauch
Ein Zeichen für die Opfer

Münster -

Am Dom wurde am Mittwoch der „Mahnende Mühlstein“ enthüllt, der an die Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche erinnert. In Münster gibt es nach der neuesten Studie 450 Betroffene.

Mittwoch, 26.09.2018, 19:11 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.09.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 19:11 Uhr
Enthüllten den „Mahnenden Mühlstein“ auf dem Horsteberg (v.l.): Initiator Johannes Heibel, Schülerin Sefin Mustafa, Weihbischof Dieter Geerlings, Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson, Schülerin Marlene Löer, Domvikar Hendrik Drüing, Sabrina Schulte-Lüke (Pädagogische Verantwortung) und der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld.
Enthüllten den „Mahnenden Mühlstein“ auf dem Horsteberg (v.l.): Initiator Johannes Heibel, Schülerin Sefin Mustafa, Weihbischof Dieter Geerlings, Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson, Schülerin Marlene Löer, Domvikar Hendrik Drüing, Sabrina Schulte-Lüke (Pädagogische Verantwortung) und der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld. Foto: Gunnar A. Pier

Zehn Jahre zog Initiator Johannes Heibel mit dem „Mahnenden Mühlstein“ durch die Republik, um an die Opfer sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche zu erinnern. „Es geht um verletzte Kinderseelen“, betonte er. Der 800 Kilo schwere Stein stand in Kiel und Freiburg, in Köln und Dresden. Der Horsteberg am St.-Paulus-Dom wird die letzte Station in Deutschland sein. „Münster ist etwas besonderes“, so der Initiator.

Was dann noch folgen soll, kann nur Rom sein. „Der Mühlstein soll ein Geschenk an Papst Franziskus werden“, sagte Heibel. Im kommenden Jahr möchte er dieses Symbol für die Last, die die Opfer lebenslang mit sich tragen, zum Petersplatz bringen. Der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld dankte Heibel für dessen großes Engagement, mit denen er Kindern und Jugendlichen eine Stimme gebe – und dafür, dass er den Mühlstein nach Münster gebracht habe.

Mahnender Mühlstein macht auf sexuellen Missbrauch in der Kirche aufmerksam

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  • Den Mühlstein als Symbol erklärt ein Vers aus dem Matthäus-Evangelium.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein "Mahnender Mühlstein" wurde am Mittwoch (26. September 2018) hinter dem münsterischen Dom enthüllt. Er erinnert an die Opfer sexueller Gewalt in der Katholischen Kirche. Initiator Johannes Heibel, Schülerin Sefin Mustafa, Weihbischof Dieter Geerlings, Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson, Schülerin Marlene Löer, Domvikar Hendrik Drüing, Sabrina Schulte-Lüke (Pädagogische Verantwortung) und der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld (von links) enthüllten ihn.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Deutliche Worte fand bei der Feierstunde Weihbischof Dieter Geerlings.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Viele Besucher verfolgten die Enthüllung. Initiator Johannes Heibel erklärte ihnen die Idee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld sprach einleitende Worte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Für die musikalische Umrahmung sorgten  Hildegard Michael (links) und Kathi Böseler.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Viele Besucher verfolgten die Enthüllung. Initiator Johannes Heibel erklärte ihnen die Idee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Mühlstein war zunächst verhüllt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Initiator Johannes Heibel erklärte ihnen die Idee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Initiator Johannes Heibel erklärte ihnen die Idee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Domvikar Hendrik Drüing

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sabrina Schulte-Lütke (Pädagogische Verantwortung)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Mühlstein war zunächst verhüllt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schülerin Marlene Löer

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Musikerinnen Hildegard Michael (links) und Kathi Böseler

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Weihbischof Dieter Geerlings

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Initiator Johannes Heibel, Schülerin Sefin Mustafa, Weihbischof Dieter Geerlings, Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson, Schülerin Marlene Löer, Domvikar Hendrik Drüing, Sabrina Schulte-Lüke (Pädagogische Verantwortung) und der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld (von links) enthüllten das Kunstwerk.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Den Mühlstein als Symbol erklärt ein Vers aus dem Matthäus-Evangelium.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Initiator Johannes Heibel erklärte ihnen die Idee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Viele Besucher verfolgten die Enthüllung.

    Foto: Gunnar A. Pier

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für die Opfer sexuellen Missbrauchs, die von der Hildegardisschule mitgestaltet wurde, wurde der „Mahnende Mühlstein“ vor der Kreuzigungsgruppe enthüllt, wo er einen Monat zu sehen sein wird. „Der Kirchenmissbrauch gehört zu den schwärzesten Kapiteln der Kirchengeschichte“, sagte Münsters Bürgermeisterin Wendela-Beate Vilhjalmsson. Der Mühlstein setze ein Zeichen hinter der Zahl der Missbrauchsopfer.

Das Bischöfliche Generalvikariat hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass es 450 Betroffene und 138 beschuldigte Kleriker im Bistum Münster gebe. „Es wird allerhöchste Zeit, die Opfer in den Fokus zu nehmen“, so Vilhjalmsson. Sämtliche Geistliche, die sich schuldig gemacht hätten, müssten vor einem Gericht zur Rechenschaft gezogen werden, Amt und Titel verlieren.

Für den emeritierten Weihbischof Dieter Geerlings ist der Mühlstein als „drastische Mahnung“ notwendig. „Die Missbrauchszahlen erschrecken, erschüttern und beschämen mich“, sagte Geerlings, der offen die Frage stellte, wo die bischöfliche Leitungsebene versagt habe. Die Missbrauchsfälle seien „so schlimm, dass eigentlich nur noch das Gericht Gottes dem gerecht werden kann – auch wenn sich natürlich menschliche Gerichte damit beschäftigen müssen“, sagte Geerlings.

Parallel zu dem Mühlstein auf dem Horsteberg ist seit Mittwoch im Kreuzgang des Doms die Ausstellung „Der Fluch“ zu sehen.  

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