Exzellenzwettbewerb der Hochschulen
Uni Münster mit zwei Clustern erfolgreich

Münster -

Die Universität Münster hat sich in der neuen Runde des Exzellenzwettbewerbs mit zwei Anträgen für die Förderung von Exzellenzclustern durchgesetzt. Auch die münsterischen Mathematiker sind jetzt exzellent. Es gab jedoch eine Enttäuschung.

Donnerstag, 27.09.2018, 16:54 Uhr aktualisiert: 27.09.2018, 20:32 Uhr
Die Wissenschaftler des Mathematik-Clusters, der sich im Exzellenzwettbewerb durchgesetzt hat.
Die Wissenschaftler des Mathematik-Clusters, der sich im Exzellenzwettbewerb durchgesetzt hat. Foto: WWU

Zwei gewinnt. Das war das Minimalziel in der neuen Runde des Exzellenzwettbewerbs von Bund und Ländern – und dies hat die Universität Münster erreicht. Für die nächsten sieben Jahre werden an der Westfälischen Wilhelms-Universität  weiterhin der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ gefördert.

Neu hinzu kommen die Mathematiker mit ihrem Projekt „Dynamik – Geometrie – Struktur“. Nicht mehr im Kreis der geförderten Cluster ist der Forschungsverbund „Cells in Motion“, in dem Naturwissenschaftler und Mediziner gemeinsam bildgebende Strukturen für die Darstellung kleinster Organismen entwickeln.

Enttäuschte Verlierer

Uni-Rektor Johannes Wessels reagierte kurz nach Bekanntwerden des Ergebnisses erleichtert, denn mit zwei geförderten Clustern ist Münster im Kreis der Hochschulen, die sich Ende des Jahres um eine zusätzliche millionenschwere Förderung als Exzellenzhochschule bewerben dürfen. „Ich bin froh, dass zwei unserer drei Anträge erfolgreich waren“, erklärte Wessels, „anders wäre es nicht schön gewesen.“

Das Rektorat hatte Wissenschaftler der drei Cluster am Donnerstagnachmittag in die Aula des Schlosses eingeladen, um gemeinsam die  die Entscheidung des Wettbewerbs zu erwarten. Kurz bevor die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Bonn nach Ende der Jury-Sitzung die Liste der geförderten Cluster ins Netz stellte erhielt Wessels von dort einen Wink, wie ein Professor des gescheiterten Clusters „Cells in Motion“ hinterher erzählt. „So traf uns die schlechte Nachricht nicht ganz unvorbereitet“, sagt er – und verhehlt nicht seine Enttäuschung.

Das Rennen in der hochkarätigen Konkurrenz ist erfahrungsgemäß offen, aber das Ergebnis für die Universität Münster überraschte nicht nur die Verlierer von „Cells in Motion“.

Verblüffte Gewinner

Christopher Deninger, Professor für theoretische Mathematik zeigte sich vom Erfolg vollkommen verblüfft – und verwies entschuldigend auf sein Outfit. Sehr sicher, nicht zu reüssieren und auf offiziellen Fotos zu posieren, war der Heavy-Metal-Fan, der regelmäßig ein Open-Air-Konzert am Schloss organisiert, im T-Shirt mit dem Dekor einer seiner Lieblingsbands in die Aula  gekommen. „Wir hatten zwei Konkurrenz-Anträge aus Berlin und Bonn, in denen es um ähnliche Fragen wie bei uns geht, erläuterte Prof. Mario Ohlberger, Professor für angewandte Mathematik. Dass alle drei das Rennen machen würden, war eigentlich unwahrscheinlich.

Auch die Wissenschaftler des Clusters „Religion und Politik, zeigten sich überrascht vom Erfolg: „Wir sind schon seit 2007 in der Förderung, da kann man nicht unbedingt erwarten, dass es immer so weiter geht“, erklärte der Sprecher des geisteswissenschaftlichen Forschungsnetzwerks, Prof. Detlef Pollack.

„Alle Anträge exzellent“

Mit Blick auf die Forscher des Verbundes „Cells in Motion“ sagte Rektor Johannes Wessels, es gebe „keine Gewinner und Verlierer, denn alle Anträge, die noch im Rennen waren, sind exzellent“. Er ist optimistisch, dass die Strukturen des Netzwerks so gefestigt sind, dass die Arbeit auch ohne die millionenschwere Förderung weitergehen kann.

Kommentar

Freude im Schloss – und auch ein hörbares Aufatmen. Der Erfolg bei der Exzellenzstrategie ist nämlich keineswegs selbstverständlich und alles andere als vom Himmel gefallen. Der Wettbewerb ist denkbar hart, wer hier vorne mitspielen will, muss enorm viel Vorarbeit leisten. Das ist in Münster geschehen. Respekt.

Die Geschichte des Wettbewerbs zeigt: Die Hochschullandschaft hat sich zu einer Klassengesellschaft aus einer relativ kleinen Gruppe von Spitzenuniversitäten und dem großen Rest entwickelt. Da, wo erst Exzellenz ist, dort kann sich noch mehr entwickeln. Wer das kritisiert, verkennt, dass die Wissenschaft an deutschen Hochschulen international ohne die großzügig geförderte Exzellenzforschung nicht konkurrenzfähig wäre.

Die Uni Münster gehört nun der Gruppe der 17 Hochschulen an, die sich als Exzellenzuniversität bewerben dürfen. Die Hürde dafür ist hoch. Wichtig ist unabhängig davon, dass die Forschung im Verbund „Cells in Motion“ auch ohne Exzellenzförderung weitergeht.

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