„Annette“-Schülerin Jule Richter beim „Tag der Talente“ in Berlin
Eine von 300 – und ein außergewöhnlicher Teenager

Münster -

Jule Richter vom Annette-Gymnasium hat als eine von 300 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland auf Einladung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek am „Tag der Talente“ in Berlin teilgenommen. Und dort etwas gelernt, was weder die binomischen Formeln noch der Satz des Pythagoras erklären.

Sonntag, 30.09.2018, 18:37 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 30.09.2018, 16:42 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 30.09.2018, 18:37 Uhr
Die münsterische Schülerin Jule Richter war beim „Tag der Talente“ in Berlin. Sie hatte vor zwei Jahren den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten gewonnen.
Die münsterische Schülerin Jule Richter war beim „Tag der Talente“ in Berlin. Sie hatte vor zwei Jahren den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten gewonnen. Foto: Melina Liethmann

Es war der vielleicht wichtigste Zukunftsgipfel des Jahres: „Es ging um uns. Darum, wie wir etwas verändern können“, erzählt Jule Richter. Sie ist 15 Jahre alt, in zweieinhalb Jahren wird sie Abitur am Annette-Gymnasium machen. Danach vielleicht ein Jahr ins Ausland, vielleicht studieren. Wer weiß, es ist ja noch eine Weile hin. Die Münsteranerin hat als eine von 300 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland auf Einladung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ( CDU) am „Tag der Talente“ in Berlin teilgenommen. Und dort etwas gelernt, was weder die binomischen Formeln noch der Satz des Pythagoras erklären: „Wir können Zukunft mitgestalten! Und wenn ich will, dann kann ich etwas verändern.“

Zusammen mit den anderen jungen Talenten hat Jule Richter drei Tage lang entdeckt, probiert und diskutiert. Im Deutschen Dom schlüpfte sie in die Rolle einer Bundestagsabgeordneten und debattierte darüber, das Kanzleramt auf acht Jahre zu begrenzen. Im anschließenden Workshop überlegte sie, wie der Sozialstaat im Jahr 2050 aussehen könnte. Ihre Vision: „Alle Berufe sollten mehr Anerkennung finden. Es wäre toll, wenn die Leute das machen könnten, was sie wirklich gut können, und nicht immer nur aufs Geld schauen müssten.“

Seit 2006 lädt das Bundesministerium für Bildung und Forschung jährlich 300 Preisträger verschiedener Jugendwettbewerbe zum „Tag der Talente“ nach Berlin ein. Zu den Wettbewerben gehören unter anderem der „Bundeswettbewerb Fremdsprachen“, das „Treffen junge Musikszene“ und der „Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten“, den Jule Richter vor zwei Jahren gewann. Damals schrieb sie über die Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus. Bis zu ihrer Einladung nach Berlin hatte sie vom „Tag der Talente“ noch nie etwas gehört. „Dass es so toll wird, damit hab’ ich gar nicht gerechnet“, gibt sie zu. „Am meisten hat es mich begeistert, andere junge Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen. Dabei sind sogar Freundschaften entstanden.“

Besonders beeindruckt erzählt sie von einer Gruppe, die innerhalb eines Nachmittages einen kleinen Roboter programmiert hat. „Naturwissenschaften sind eigentlich nicht so mein Ding“, sagt sie. „Doch obwohl alle ein anderes Talent hatten, hat es untereinander einfach irgendwie gepasst.“

Eine von 300 – Jule Richter ist ein außergewöhnlicher Teenager. Wie viele 15-Jährige würden eine Rede von Wolfgang Schäuble als ein Highlight ihres Wochenendes beschreiben? Der Bundestagspräsident sprach die jungen Talente direkt an: „Nutzen Sie Ihr Talent: Haben Sie den Mut, gegen den Strom zu schwimmen!“ Auch wenn sie noch nicht weiß, wo sie in einigen Jahren sein wird – Jule Richter wird die Welt nicht sich selbst überlassen.

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