Hotel- und Gaststättenverband fordert Anpassung der Lohnentwicklung
Minijobs: 450-Euro-Grenze anpassen

Münster -

Der Hotel- und Gaststättenverband unterstützt die NRW-Bundesratsinitiative, das „Minijob-Gesetz“ anzupassen. Die starre 450-Euro-Grenze reduziere die Flexibilität bei Mitarbeitern und Unternehmern, sagt der Dehoga-Vorsitzende Hendrik Eggert.

Mittwoch, 03.10.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.10.2018, 07:00 Uhr
Service ist in Hotels und Gaststätten gefragt. Doch den Betrieben fällt es nicht immer leicht, mit dem vorhandenen Personal den gewünschten Service zu leisten.   Hendrik Eggert
Service ist in Hotels und Gaststätten gefragt. Doch den Betrieben fällt es nicht immer leicht, mit dem vorhandenen Personal den gewünschten Service zu leisten.   Hendrik Eggert Foto: dpa

„Wir brauchen im Bereich der Minijob-Verdienstgrenze eine dynamische Anpassung an die Lohnentwicklung. Unsere Aushilfen erreichen immer schneller den Grenzbetrag von 450 Euro“, beklagt Hendrik Eggert, Inhaber des Ringhotels Landhaus Eggert in Münster-Handorf und Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes ( Dehoga) im Kreis Münster.

Im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe beträgt der für allgemeinverbindlich erklärte tarifliche Einstiegslohn heute 9,25 Euro und liegt damit laut Pressemitteilung des Verbandes über dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro. Das heißt, Aushilfskräfte dürfen gerade einmal 48,5 Stunden im Monat in Gaststätten oder Hotels arbeiten, so der Dehoga. „Im Rahmen der jetzt stattfindenden Tarifgespräche werden auch die Einstiegsgehälter steigen, so dass die Höchstarbeitszeit weiter sinken wird. Das verschärft das Problem“, unterstreicht Hendrik Eggert.

Bei der Einführung des Mindestlohn-Gesetzes im Jahr 2015 bedeuteten 450 Euro umgerechnet auf den damaligen Mindestlohn von 8,50 Euro noch eine Arbeitszeit von maximal 53 Stunden im Monat. Steigt der Mindestlohn im Jahr 2019 auf 9,19 Euro, dürfen demnach nur noch 49 Stunden gearbeitet werden, heißt es weiter. Im Jahr 2013 hatte es die letzte Anpassung von 400 Euro auf die heutigen 450 Euro gegeben.

Der Hotel- und Gaststättenverband begrüßt deshalb die Bundesratsinitiative des Landes Nordrhein-Westfalen, unter anderem eine Dynamisierung der Einkommensgrenze für Minijobs herbeizuführen. Der Dehoga selbst schlägt eine automatische Kopplung an die Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns vor.

„Viele unserer Aushilfen möchten heute nur deshalb maximal 450 Euro verdienen, weil sie bis zu diesem Betrag keine Sozialversicherungsbeiträge abführen müssen und der Lohn brutto wie netto ausbezahlt wird. Läge der Betrag höher, würden sie auch mehr arbeiten wollen. Für unsere betrieblichen Abläufe und die Personalplanung wäre es wiederum ein großer Vorteil, wenn wir unsere Aushilfen mindestens 53 Stunden einsetzen könnten, als sie nach 48,5 Stunden oder noch weniger nach Hause schicken zu müssen“, so Hendrik Eggert.

Minijobs sind nach Dehoga-Angaben trotz Sozialabgaben in Höhe von 30 Prozent, die alleine durch den Arbeitgeber aufzubringen sind, für Gastronomen und Hoteliers von Bedeutung und eine Ergänzung zu Voll- und Teilzeitbeschäftigten. „Aushilfen helfen uns, Umsatzspitzen in der Biergartensaison oder bei Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern mit ausreichend Personal umsetzen zu können“, sagt Hendrik Eggert.

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