Vortragsreihe Wissensimpulse
Permanentes Jammern macht krank

Münster -

Meckern ist ein hohes Gut in Deutschland. Dani Nieth hält das Jammern aber für kontraproduktiv und gefährlich. Bei der Vortragsreihe Wissensimpulse gab er Tipps, wie man vom Jammerlappen zum Optimisten wird.

Mittwoch, 10.10.2018, 14:58 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 15:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 10.10.2018, 14:58 Uhr
„Jammern? Nein danke!“ in Anlehnung an das Anti-Atomkraft-Motto stand auf dem T-Shirt von Dani Nieth.
„Jammern? Nein danke!“ in Anlehnung an das Anti-Atomkraft-Motto stand auf dem T-Shirt von Dani Nieth. Foto: Pjer Biederstädt

Schon wieder im Stau auf der Autobahn gefangen, wieder die Supermarktkasse mit dem langsamsten Kassierer erwischt, und dann noch Regen. Die Deutschen jammern gern. Dani Nieth will, dass das aufhört. Der Schweizer Experte für Selbstmotivation hat am Montagabend im „Cloud“ am Germania Campus den 300 Gästen der Vortragsreihe Wissensimpulse den Spiegel vorgehalten – und ihnen gezeigt, dass Nörgeln nicht nur unnötig, sondern auch gesundheitsgefährdend ist.

„Konzentrieren Sie sich auf Ihre Fähigkeiten. Machen Sie das, was Sie gern tun, möglichst viel“, sagte der 59-Jährige aus Zürich. Denn Nieth ist sich sicher, dass es dieser generelle, tief sitzende Pessimismus ist, der unsere Energie verschlingt, krank macht und unser Umfeld negativ beeinflusst.

Man muss nicht auf Toilette, man kann.

Eine Ursache: „Die Diskrepanz zwischen Erwartung und Erreichtem birgt enormes Frustpotenzial“, sagte Nieth. Eloquent machte er an scheinbar banalen Beispielen deutlich, wie eigenverantwortliches Umdenken über Lebenslust oder -frust entscheidet. „Die Leute sagen: Ich muss auf Toi­lette. Aber sie müssen nicht. Ich muss auch nicht. Ich kann einfach hier auf der Bühne laufen lassen.“ So viel sei vorab verraten: Er tat es nicht. Es ging ihm aber um etwas anderes – nämlich um einen Perspektivwechsel. Sieht man immer nur das Müssen, verleite dies zum Jammern. Das Können, also die Chancen, seien viel produktiver.

300 Gäste waren ins Cloud am Germania Campus gekommen.

300 Gäste waren ins Cloud am Germania Campus gekommen. Foto: Pjer Biederstädt

Genug Betätigungsfelder, um selbst zu spüren, ob es mit weniger Wehklage besser durchs Leben laufen lässt, hat der Schweizer allemal ausgetestet. Nieth ist Journalist, Fernsehmoderator, studierter Elektrotechniker und Ökonom, Firmenchef, Hochschuldozent, Buchautor, Coach und Vortragsredner. „1984 war ich Europameister im Skiakrobatik-Springen. Aber das heißt ja nicht, dass ich darin jetzt noch gut bin.“ Der Blick zurück helfe nämlich ebenso wenig, so Nieth. Er ist eine Ursache für den typischen „Jammer-Blues“.

Nächste Stolperfalle: die Sprache. Ein Leben im Konjunktiv der verpassten Chancen mache uns zu Jammerlappen. „Hätte, sollte, würde – nein! Machen!“ Nach vorne schauen, optimistisch sein, Chancen ergreifen – das sind die Nieth’schen Eckpfeiler wider das Lamentieren. Ob es wirklich so einfach ist? Die Zuhörer werden es nach diesem Vortrag spüren – spätestens im nächsten Stau.

Zum Thema

Der nächste Vortrag im Rahmen der WN-Wissensimpulse findet am 19. November 2018, 19.30 Uhr, im „Cloud“, an der Germania Brauerei 5 statt. Dr. Cay von Fournier spricht dann über „Verantwortung – eine der stärksten Stärken“. Telefonische Kartenbestellung sind möglich unter 0 25 61 / 69 56 51 70 oder per E-Mail unter info@sprecherhaus.de.

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