Interessengemeinschaft im Kiepenkerlviertel trifft sich
„Viel Solidarität gespürt“

Münster -

Ein halbes Jahr nach der Amokfahrt im Kiepenkerlviertel legten die Mitglieder der Interessengemeinschaft eine Schweigeminute ein. Die Gespräche über eine Gedenktafel, sagt der Vorsitzende, Dr. Martin Stracke, seien auf einem sehr guten Weg.

Freitag, 12.10.2018, 19:28 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 17:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 19:28 Uhr
Der Vorstand der Interessengemeinschaft im Kiepenkerlviertel bedankte sich während der Versammlung am Donnerstagabend bei der nach der Amokfahrt im April erfahrenen Solidarität vieler Menschen.
Der Vorstand der Interessengemeinschaft im Kiepenkerlviertel bedankte sich während der Versammlung am Donnerstagabend für die nach der Amokfahrt im April erfahrenen Solidarität vieler Menschen. Foto: gh

Die Wunden der Amokfahrt vom 7. April bleiben. Äußerlich habe das Kiepenkerlviertel zur Normalität zurückgefunden, trotzdem dränge sich der Tag immer wieder in den Vordergrund, sagte Dr. Martin Stracke, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kiepenkerlviertel, in der Mitgliederversammlung. Diese begann mit einer Schweigeminute.

„Wir haben viel Solidarität innerhalb und außerhalb unseres Viertel gespürt“, freute sich der Vorsitzende. Die Gemeinschaft im Kiepenkerlviertel habe zunächst befürchtet, dass ihr zentraler Platz für das Viertel verbraucht sei. Um so mehr freue es sie, dass dieser Ort in den vergangenen Monaten noch mehr zum Mittelpunkt des Viertels geworden sei.

Gleichwohl beschäftigte sich die Gemeinschaft unter anderem mit der aktuellen Frage der Erreichbarkeit des Viertels. „Schwäbische Jahre“ (Sparmaßnahmen) kommen auf die Gemeinschaft zu, ausgelöst durch Kosten für die Trafostation, die die Gemeinschaft mit ihren 93 Mitgliedern während der Skulptur-Projekte initiiert hatte.

Kritische Stimmen zum Giro

Kritische Stimmen gab es zum Radrennen Giro. Ärger ließe sich vermeiden, so die Anregung, wenn die Absperrung erst abends und nicht tagsüber eingerichtet würden. Auch Tobias Viehoff, Sprecher der Initiative Starke Innenstadt (ISI), fragte bei der Kiepenkerl-Kaufmannschaft nach Kritik, Ideen und Anregungen. Dass in Münster zu sehr auf die Fahrradlobby gesetzt werde, kritisierte Jörg Lamskemper vom Vorstand. Seiner Meinung nach müssten alle Verkehrsmittel vernetzt werden.

Einig waren sich alle, dass dem Onlinehandel nur entgegengewirkt werden könne, wenn das Einkaufen zum Erlebnis gemacht werde. Tim Mersmann sieht in diesem Zusammenhang einen Pluspunkt in den vielen inhabergeführten Geschäften. „Je weniger aber existieren, um so weniger Menschen besuchen Münster.“

Wir wollen, dass die Stadt auch den Münsteranern gehört.

Tobias Viehoff, Sprecher der Initiative Starke Innenstadt (ISI)

Tobias Viehoff gab zu bedenken, dass Münster auch mit den Münsteranern vorsichtig umgehen müsse. „Wir wollen, dass die Stadt auch den Münsteranern gehört.“ Der Kaufmann berichtete von Überlegungen, das Park- and Ride-Angebot in der Weihnachtszeit auszuweiten. Außerdem habe ISI den Markt im Blick, der mittwochs belebt werden müsste.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6118182?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Eltern zwischen Angst und Hysterie
Noch ist keinem Kind wirklich etwas passiert – dennoch sind die Eltern in den Schul- und Kita-Bezirken, in denen Jungen und Mädchen von Fremden angesprochen wurden, in großer Sorge.
Nachrichten-Ticker