Gemälde zu anstößig für Facebook
Picasso-Museum darf nicht für Chagall werben

Münster -

Zu viel nackte Haut: Das Kunstmuseum Pablo Picasso darf nicht mit einem zweiminütigen Clip für seine neue Chagall-Ausstellung auf Facebook werben. Der Grund: ein Gesäß.

Mittwoch, 17.10.2018, 14:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 17.10.2018, 14:00 Uhr
Für Facebook zu freizügig: das Gemälde „Der Akt über Witebsk“, das Marc Chagall 1933 malte.
Für Facebook zu freizügig: das Gemälde „Der Akt über Witebsk“, das Marc Chagall 1933 malte. Foto: Jürgen Peperhowe

Das Kunstmuseum Pablo Picasso darf nicht auf Facebook für seine aktuelle Ausstellung mit Werken von Marc Chagall werben. Das soziale Netzwerk hat sich geweigert, einen zweiminütigen Film über die Ausstellung als bezahlte Werbung zu verbreiten, bestätigte am Mittwoch Museums-Sprecherin Birthe Sarrazin. Stein des Anstoßes war ein Gemälde, das in dem Clip zu sehen ist – der 1933 von Chagall gemalte „Akt über Witebsk“.

Facebook war die Rückenansicht der unbekleideten Frau offenbar zu freizügig, vermutet Sarrazin. Das soziale Netzwerk sorgt immer wieder für Schlagzeilen, weil es Kunstwerke löscht. So hatte das Netzwerk im Sommer die „Venus von Willendorf“, eine prähistorische Skulptur, entfernt. Auch Kunstwerke von Peter Paul Rubens verschwanden wegen vermeintlicher Anstößigkeit von der Internetseite. Selbst das weltberühmte Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ des französischen Malers Eugène Delacroix wurde bereits mehrfach zensiert.

Gerade mal 20 bis 30 Euro muss das Picasso-Museum investieren, wenn es auf Facebook potenzielle Besucher auf seine Ausstellungen aufmerksam machen will. So sei es zum Beispiel möglich, kunstinteressierte Nutzer im Raum Enschede ganz gezielt anzusprechen, berichtet Sarrazin. Umso mehr bedauert es das Museum, dass der Chagall-Clip nicht als bezahlte Werbung akzeptiert wurde. „Es handelt sich um Kunst, ich kann diese Reaktion nicht nachvollziehen“, sagt sie. Daher habe es das Museum auch nicht eingesehen, das Bild komplett aus dem Film zu entfernen.

Immerhin: Als normales Posting auf der Facebook-Museumsseite ist der Clip (noch) zu sehen.

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