Fünf Schlagerlegenden begeisterten in der Halle Münsterland
Im Paradies gesungener Träume

Münster -

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann“, hat der Beserker-Romancier Jean Paul einmal geschrieben und jene ignoriert, die nichts lieber täten, als ihre Vergangenheit ad acta zu legen. Die „Schlagerlegenden live“-Retroshow im Congress-Saal kann der Schriftsteller nicht gemeint haben, denn dort wurde Erinnerung Gegenwart: Peggy March, Ireen Sheer, Lena Valaitis, Graham Bonney und Michael Holm traten auf, als hätte es kein (Vor-)Gestern gegeben.

Freitag, 19.10.2018, 12:22 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 19.10.2018, 11:58 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 19.10.2018, 12:22 Uhr
Die Schlagerlegenden (v. l. Graham Bonney, Lena Valaitis, Peggy March, Ireen Sheer, Michael Holm) im Congressaal der Halle Münsterland.
Die Schlagerlegenden (v. l. Graham Bonney, Lena Valaitis, Peggy March, Ireen Sheer, Michael Holm) im Congressaal der Halle Münsterland. Foto: Günter Moseler

Es war eine große Show: Scheinwerfer schleuderten rote Fieberkurven wie Speere durch den Saal,  jede Schlagerzeile signalisierte die Rückkehr von Kindheit und Jugend, als Welt und Leben noch übersichtlich schienen und zwei Fernsehsender mediales Optimum waren.

Kaum dass Moderatorin Christin Deuker die Stars von einst auf die Bühne komplimentiert hatte, flimmerten deren Jugendporträts über den Plasmabildschirm und lieferte Ireen Sheer schieres Warm-up: „Wir sind ein tolles Team, eine Wahnsinnsband, alles live!“ Startschuss für die Damenriege in der vorletzten Zuschauerreihe: „Juuchhuuuuuuuh“. Dieter Thomas Heck, dem Sonnenkönig aller Schlagermusen, wurde Tribut gezollt, Holm plauderte von Irrwegen in einer „chaotischen Halle“ und Bonney schwärmte: „Peggy hatte früher so schöne Beine!“ Damit war der konzertante Ariadnefaden gelegt und Schlager als Biographie-Soundtrack geadelt: „Jetzt kommen Schlagerhits, die Sie alle mitsingen können!“

Sie kamen – (fast) alle. Von „Goodbye, Mama“ und „Wähle 333“ über „Johnny Blue“ bis zu „Memories of Heidelberg“ und „Mendocino“. Die Damenriege schien für jeden Titel felsenfest zum „now-or-never“-Countdown entschlossen. Sie begannen zu tanzen, zu steppen, zu swingen und zu singen. Die Stars gaben jetzt persönliche Details preis, knappe Platzierungen („Mir fehlten vier Punkte zum Sieg!“) im „Eurovision Song Contest“ inklusive. Das Orchester Otti Bauer ließ es knackig krachen, man ermunterte das Publikum: „Und jetzt mal richtig laut: Ich hab‘ Migräne/Weil ich mich sehne“. Jeder Takt schien das „Sie erinnern sich“-Mantra zu provozieren, sah man einen selbstironischen Graham Bonney („Wir sind Legenden, keine Oldies!“) die Gitarre traktieren, Peggy March Glamour verströmen und Charmeur Michael Holm als Playboy nach Mendocino düsen. Bekenntnisse großen Stils („Musik ist meine Welt, bis mal der Vorhang fällt“) blieben Referenz am legendären Status. Zum ihm gehören Ferne und Zuhörer, die sich als Eingeweihte verstehen. Die Damen hinten hielten durch bis zuletzt. Wenn zum Inbegriff des Glücks ein unerhörter Klartext gehört, dann haben die „Schlagerlegenden“ die Sehnsüchte ihres Publikums erhört. Begeisterung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6131960?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Stadt will bald Pläne für neue Gesamtschule vorlegen
Die jetzige, nur spärlich frequentierte Sekundarschule im ehemaligen Schulzentrum Roxel, wäre aus Sicht der münsterischen Schulpolitik ein idealer Standort für eine Gesamtschule. Die Gemeinde Havixbeck sieht das anders.
Nachrichten-Ticker