Bernd Schröder pflegt sein Hobby seit 25 Jahren
Der Vater von Münsters Giebelhäuschen

Münster -

Bernd Schröder hat selbst nicht daran geglaubt, dass sein Hobby so erfolgreich sein wird. Vor 25 Jahren legte der Hobbykünstler den Grundstein für seine Giebelhäuschen-Serie. Inzwischen hat er 29 Fassaden nachgebaut.

Samstag, 20.10.2018, 16:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 20.10.2018, 16:00 Uhr
Hobbykünstler Bernd Schröder zeigt 18 seiner Giebelhäuschen vom Prinzipalmarkt. Dafür hat er sich Chillidas Kunstwerk „Toleranz durch Dialog“ im Rathausinnenhof ausgesucht.
Hobbykünstler Bernd Schröder zeigt 18 seiner Giebelhäuschen vom Prinzipalmarkt. Dafür hat er sich Chillidas Kunstwerk „Toleranz durch Dialog“ im Rathausinnenhof ausgesucht. Foto: Matthias Ahlke

Das echte Café Schucan am Prinzipalmarkt hat schon vor gut 30 Jahren seine Türen in Münsters „Guter Stube“ geschlossen. In der Giebelhäuschen-Parade von Hobbykünstler Bernd Schröder ist Schucan aber immer noch die Nummer eins – dicht gefolgt von Rathaus und Stadtweinhaus.

Ersten Prototyp 1993 gebaut

„Die sehen aus wie bei uns am Römer“, freuen sich zwei Frankfurterinnen über die Giebelhäuschen, die Bernd Schröder an diesem Freitag auf Chillidas Kunstwerk „Toleranz durch Dialog“ im Rathausinnenhof aufbaut. Für ihn seien diese Bänke ein persönlicher Ort des Friedens und des Dialogs, sagt Bernd Schröder und schlägt damit den Bogen zu seinen Prinzipalmarkt-Giebeln. Passend zum Stadtjubiläum im Jahr 1993 in Münster kreierte der 71-Jährige damals das münsterische Rathaus als Prototypen seiner Serie. Der Grundstein für ein erfolgreiches Hobby war damit vor 25 Jahren gelegt.

18 Giebelhäuschen gibt es inzwischen.

18 Giebelhäuschen gibt es inzwischen. Foto: privat

Münsteraner mit Stadt eng verbunden

Auch die Häuser vom Römer in Frankfurt und die Warendorfer Innenstadt habe er versuchsweise als Modelle nachgebaut, erzählt Schröder. Was bei den Münsteranern seit 25 Jahren gut ankommt, stieß bei den Hessen und bei den Warendorfern nur auf ein geringes Interesse. „Die Münsteraner sind mit ihrer Stadt halt eng verbunden“, stellt Schröder fest. Auch der Hobbybastler selbst stammt aus Münster.

Nach seinem Ausflug über die münsterischen Stadtgrenzen hinweg konzentriert sich Bernd Schröder mit dem Faible für Giebelhäuschen heute nur noch auf seine Heimatstadt.

Insgesamt kreierte er bis heute 21 Prinzipalmarkt-Giebel und die Fassaden von acht Häusern unter anderem an der Rothenburg und im Kiepenkerlviertel. Die Giebel sind sogar auf Tassen gedruckt. Die Idee für sein Hobby kam dem Kaufmann bei einem Besuch in den benachbarten Niederlanden.

Jedes Häuschen ist handgemacht

Damit er jedes Häuschen originalgetreu nachbauen kann, fotografiert Bernd Schröder zunächst seine Modelle von allen Seiten. Dann baut er eine Gipsform, später eine Kautschukform, in die eine Steinmasse gegossen wird.

„Jedes Häuschen ist handmade und keine Chinaware“, darauf legt der Hobbykünstler großen Wert. Bernd Schröder freut sich über seine neue Kooperation mit den Behindertenwerkstätten Haus Hall in Gescher. Dort lässt der Hobbykünstler jetzt jedes Haus in Handarbeit anmalen. „Ich habe noch nie so viel Begeisterung erlebt“, sagt der 71-Jährige, dessen Familie früher bei der Bemalung der Giebelhäuser mit einspringen musste.

Bestellungen aus Australien und USA

Während die Grundfarbe für die Häuschen in einem Sandsteinton noch leicht aufzutragen ist, sind die Dachpfannen aller Modelle und die Blendläden vom ehemaligen Café Kleimann eine andere Herausforderung. Die kleinen, rot-weißen Blendläden von Kleimann brechen schnell ab und müssen mit feinsten Pinselstrichen wie die Fenster von Stuhlmacher und Grümer nachgezogen werden. Der Giebelhäuschen-Architekt hat seine Arbeit patentrechtlich schützen lassen.

Die echten Sammler stehen jedes Jahr bei Münster-Souvenirs auf einer Warteliste oder lassen sich die Modelle von Giebelhaus-Profi Bernd Schröder bis nach Australien und nach Amerika schicken.

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