Themenabend zum Westfälischen Frieden
Der lange Weg zur Erinnerungskultur

Münster -

Um den Westfälischen Frieden und die Erinnerungskultur in Münster geht es beim nächsten Themenabend des Stadtarchivs am kommenden Donnerstag.

Dienstag, 23.10.2018, 17:12 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 23.10.2018, 11:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 23.10.2018, 17:12 Uhr
Auf dem Prinzipalmarkt beobachteten viele Menschen die Festveranstaltung zum 300. Jubiläum des Westfälischen Friedens am 24. Oktober 1948.
Auf dem Prinzipalmarkt beobachteten viele Menschen die Festveranstaltung zum 300. Jubiläum des Westfälischen Friedens am 24. Oktober 1948. Foto: Stadt Münster/Sammlung Stadtarchiv

Im Jahr 1948 feierten die Münsteraner ausgiebig das 300. Jubiläum des Westfälischen Friedens. Der Friedenssaal konnte zu diesem Anlass rechtzeitig wiederhergestellt und feierlich eröffnet werden. Eine große Menschenmenge verfolgte auf Schuttbergen den Festumzug vom Friedenssaal zum Landesmuseum, wo eine große Gedenkveranstaltung stattfand. So kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Freude der Bürger an der Veranstaltung groß.

In früheren Jahrhunderten dagegen hatte sich die Stadtgesellschaft mit Friedensfeiern durchaus schwer getan. Der Westfälische Frieden wurde in Münster über lange Zeit geflissentlich ignoriert und später zeitweise sogar als „Schandfrieden“ verstanden. Diese auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinende Entwicklung steht im Mittelpunkt des Themenabends im Stadtarchiv am Donnerstag (25. Oktober), heißt es in einer Pressemitteilung.

Welche Rolle spielt der Frieden?

Dr. Bernd Thier vom Stadtmuseum Münster geht in seinem Vortrag verschiedenen Fragen nach: Welche Rolle spielte der Frieden in der Wahrnehmung der Stadt? Wie und von wem konnte dieser Frieden für eigene Zwecke eingesetzt werden? Warum war der Frieden zunächst schlecht für das Image der Stadt? Die Jubiläen 1748 und 1848 wurden in Münster ignoriert. Worin die Gründe dafür lagen, wird ein Aspekt des Vortrags darstellen.

Erst 1898 gedachte die Stadt Münster erstmals offiziell dem Westfälischen Frieden. Wobei kein großer Festakt für die Bevölkerung geplant wurde, sondern lediglich bei einem Treffen von Historikern an den Friedensschluss in Münster erinnert wurde. Für die Nationalsozialisten bot der Westfälische Frieden die Grundlage, um gegen den „Erbfeind Frankreich“ Stimmung machen zu können. Die NSDAP plante zu Propagandazwecken für 1948 eine opulent ausgestattete Ausstellung, die jedoch nie eröffnet wurde.

Die Feiern zum 300. Jubiläum des Friedensschlusses dokumentierten ein Umdenken. Es vergingen weitere Jahrzehnte, bis sich Münster als „Stadt des Westfälischen Friedens“ definierte und seither jährlich an das Ereignis erinnert.  

 

Westfälischer Friedenspreis: Die bisherigen Preisträger

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  • Dr. Reinhard Zinkann und Markus Lewe (rechts oben) präsentierten die Preisträger. 

    Den Westfälischen Friedenspreis 2018 bekamen die Pfadfinder (rechts unten) sowie (links von oben) Litauen (Präsidentin Dalia Grybauskaite), Lettland (Raimonds Vejonis) und Estland (Kersti Kaljulaid).

    Foto: Gunnar A. Pier, Christian Schnaubelt, dpa (3) - Montage: gap
  • Jordaniens König Abdullah II. erhielt den Friedenspreis im Jahr 2016.

    Foto: dpa
  • Mit dem Preis des Westfälischen Friedens wurden im Jahr 2014 die „International Space Station“ (ISS) und die Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge geehrt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Jahr 2012 an Helmut Schmidt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 2010 wurde der Dirigent und Pinanist Daniel Barenboim mit dem Preis geehrt.

    Foto: Kim Graf
  • Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan wurde 2008 mit dem Preis des Westfälischen Friedens geehrt.

    Foto: A1885 epa Keystone Sandro Campar
  • 2006 erhielt der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing den Preis.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Der Dirigent Kurt Masur wurde im Jahr 2004 ausgezeichnet.

    Foto: dpa
  • Im Jahr 2002 ging der Friedenspreis an die ehemalige Bundesanwältin der Schweiz: Carla Del Ponte

    Foto: Martial Trezzini
  • Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl wurde 2000 mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet.

    Foto: A2942 Ingo Wagner
  • 1998 erhielt Vaclav Havel (links im Bild), Schriftsteller und ehemaliger tschechischer Staatspräsident, den Preis des Westfälischen Friedens.

    Foto: dpa

 

Zum Thema

Der Themenabend startet am Donnerstag  (25. Oktober) um 18 Uhr im Stadtarchiv, An den Speichern 8. Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail an archiv@stadt-muenster.de oder unter ' 4 92 47 01.

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