Entscheidung in Münsters Partnerstadt
Ein Europa-Freund bleibt am Ruder

Münster/Lublin -

In Münsters polnischer Partnerstadt hält weiter ein Europafreund die Zügel in der Hand. Die Nationalkonservativen hatten bei den Lokalwahlen in Lublin erneut das Nachsehen.

Dienstag, 23.10.2018, 12:25 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 23.10.2018, 12:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 23.10.2018, 12:25 Uhr
Bleibt Stadtpräsident in Lublin: Krzysztof Żuk
Bleibt Stadtpräsident in Lublin: Krzysztof Żuk Foto: Oliver Werner

In Münsters polnischer Partnerstadt Lublin weht weiter ein europafreundlicher Wind an der Stadtspitze: Der bisherige Stadtpräsident Krzysztof Żuk hat sich bei der Wahl am Sonntag mit gut 62 Prozent der Stimmen schon im ersten Wahlgang gegen seinen Hauptkonkurrenten Sylwester Tułajew von der nationalkonservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ ( PiS) durchgesetzt.

Beobachter führen den Erfolg von Żuk, der der liberalkonservativen Bürgerplattform (PO) angehört und von einem Parteien-Bündnis unterstützt wurde, auf dessen Modernisierungskurs in den vergangenen Jahren zurück. Millionenschwere Investitionen in die Infrastruktur etwa für neue Straßen, den Flughafen und die Sportarena sowie eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs mit vielen E-Bussen und einem Leihradsystem haben die Wähler in der ostpolnischen Großstadt offenbar überzeugt.

Auch im knapp 1200 Kilometer entfernten Münster löste Żuks Erfolg Freude aus: „Ich bin unglaublich glücklich“, sagte beispielsweise Jolanta Vogelberg, die schon seit vielen Jahren in Münster zu Hause ist. Der wiedergewählte Stadtpräsident habe Lublin nach vorne gebracht. „Und er hat genug Ratsleute hinter sich, um diese Politik fortzusetzen“, betonte Vogelberg unter Verweis auf inoffizielle Zahlen, denen zufolge 19 der 31 Ratsmitglieder dem Wahlbündnis von Żuk angehören.

Erleichtert zeigt sich auch die Vorsitzende des Fördervereins Münster-Lublin über den Wahlausgang zugunsten von Żuk. „Er ist ein visionärer Pragmatiker, der Ideen für Lublin hat und diese auch umsetzt, sich von Widerständen nicht aufhalten lässt“, erklärte Michaela Heuer. „Sein leidenschaftliches Plädoyer für Europa und sein Bekenntnis zu den europäischen, demokratischen Grundwerten bei unserem Neujahrsempfang 2017 sind mir noch in bester Erinnerung.“

Für den Stadtpräsidenten, der seit 2010 im Amt ist, waren es zuletzt keine einfachen Zeiten. Auf Betreiben politischer Gegner wurde mehrfach seine Absetzung vorangetrieben – am Ende jedoch erfolglos. Auch im Wahlkampf lief in den eigenen Reihen nicht alles glatt. Der dritte Wahlerfolg hintereinander dürfte Żuk jetzt aber Rückenwind geben, obwohl er der in Polen regierenden PiS-Partei missfällt. Während in den Großstädten meist Vertreter der EU-freundlichen Bürgerplattform vorne lagen, haben die Nationalkonservativen bei ihrer Klientel auf dem Land punkten können.

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