Sicherheitsdebatte um die Bahnhofsostseite
Notausgang lockt die Pendlermassen

Münster -

Viele Bahnkunden nutzen den Notausgang an der Bahnhofsostseite als Abkürzung. Das hat zu einer Sicherheitsdebatte geführt.

Donnerstag, 25.10.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 25.10.2018, 20:08 Uhr
Die vielen Fahrräder am Bremer Platz sind ein klarer Beleg dafür, dass der Notausgang an der Bahnhof-Ostseite inzwischen wie ein normaler Eingang genutzt wird. Aber wie lange noch?
Die vielen Fahrräder am Bremer Platz sind ein klarer Beleg dafür, dass der Notausgang an der Bahnhof-Ostseite inzwischen wie ein normaler Eingang genutzt wird. Aber wie lange noch? Foto: Oliver Werner

Die Situation am Bremer Platz ist skurril. Am Bauzaun klebt unübersehbar ein großes Schild, welches darauf hinweist, dass – baustellenbedingt – der Eingang zum Hauptbahnhof gesperrt sei. An diesem Schild vorbei strömen indes die Massen. Es sind Hunderte, vielleicht sogar einige Tausend, die Tag für Tag einen Notausgang als Eingang benutzen, um schneller zu den Gleisen zu gelangen.

Auch die rasch wachsende Zahl abgestellter Fahrräder rund um das Parkhaus Bremer Platz ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass Bahnpendler aus Münsters Osten eine Abkürzung gefunden haben – wenn auch eine nicht erlaubte. Denn eigentlich ist der Notausgang so konzipiert, dass die Tür von außen nicht geöffnet werden kann. Dieser Mechanismus bleibt aber wirkungslos, weil die Tür mit Keilen oder Steinen festgestellt wird – und deshalb immer offen steht.

Der Andrang ist inzwischen so groß, dass der münsterische Bahnhofsmanager Michael Jansen die Stirn in Falten legt. „Wir müssen uns fragen, ob das so bleiben kann.“ In der Brust des Bahnhofsmanagers schlagen zwei Herzen. Im „Sinne der Kundenfreundlichkeit“ freut es ihn natürlich, wenn Bahnkunden lange Umwege erspart bleiben. Zugleich weiß Jansen aber auch, dass die aktuelle Situation unter Sicherheitsaspekten prekär ist. Auf jeden Fall wäre eine offizielle Genehmigung der Stadt Münster erforderlich, um den heutigen Notausgang in einen regulären Ein- und Ausgang umzuwandeln. Darüber wollen Ordnungsamt und Feuerwehr der Stadt Münster nach einem für die kommende Woche terminierten Gespräch entscheiden.

Zum Hintergrund: Das Aachener Unternehmen Landmarken, das am Bremer Platz das „Hansator“ bauen möchte, hat die künftige Baustelle bereits komplett eingezäunt. Der Bauzaun reicht bis nahe an den ehemaligen Nordeingang heran, der aktuell als Notausgang dient. Das Baufeld reicht aber eben nicht bis zum Eingang.

Es bleibt ein schmaler Korridor, der dauerhaft erhalten bleiben soll, zumal sich nebenan der Wertstoffhof der Bahn befindet, der ebenfalls erreichbar bleiben muss.

Aber reicht der Korridor, um weiterhin als „regulärer“ Ein- und Ausgang für Münsters Hauptbahnhof herhalten zu können? Viele Bahnpendler hoffen darauf. Aber die Prüfung steht noch aus.

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