Planungen vor Osmo-Gelände
Sozialwohnungen an der Wasserkante

Münster -

Sozialwohnungen direkt an der Wasserkante? Nach Informationen unserer Zeitung ist die Stadt Münster fest entschlossen, das Konzept der „Sozial gerechten Bodennutzung“ für das gesamte alte Osmo-Gelände zur Geltung zu bringen.

Sonntag, 28.10.2018, 10:00 Uhr
So stellt sich die LVM-Versicherung das Bauvorhaben am münsterischen Stadthafen vor. Zum Programm müssen nach den Vorgaben der Stadt auch Sozialwohnungen gehören.
So stellt sich die LVM-Versicherung das Bauvorhaben am münsterischen Stadthafen vor. Zum Programm müssen nach den Vorgaben der Stadt auch Sozialwohnungen gehören. Foto: Manfred Bukowski

Sozialwohnungen direkt an der Wasserkante? Das war bislang eine rhetorische Frage, jetzt aber sieht es ganz danach aus, dass man das Fragezeichen weglassen kann.

Nach Informationen unserer Zeitung ist die Stadt Münster fest entschlossen, das Konzept der „sozial gerechten Bodennutzung“ für das gesamte alte Osmo-Gelände zur Geltung zu bringen. Dieses Konzept schreibt vor, dass Investoren bei der Schaffung von Wohnraum mindestens 30 Prozent der Fläche für Sozialwohnungen vorhalten müssen.

Bisherige Annahme

Bislang ging die Öffentlichkeit immer davon aus, dass „nur“ die beiden Investoren Rainer Kresing und Andreas Deilmann die 30-Prozent-Quote erfüllen müssen. Sie wollen im nördlichen Teil des Osmo-Areals jeweils ein Wohnquartier schaffen.

Jetzt aber wurde bekannt, dass die Regelung auch für die Investitionsvorhaben der LVM-Versicherung und des Unternehmers Josef Kuhr gilt.

Bei den beiden Millionenprojekten direkt am Hafenbecken steht zwar eine gewerbliche Nutzung (Büros und Gastronomie) im Vordergrund, in den Gebäudekomplexen sind aber auch Wohnungen geplant.

Abriss der Osmo-Hallen: Wie sich das Gesicht des Hafens ändert

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  • Abschied von den Osmo-Hallen: Ein großer Teil des alten Industriegebäudes ist bereits abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf der freien Fläche am Wasser plant die LVM einen Gebäudekomplex mit Büros, Restaurants und Wohnungen. Auf dem Nachbargrundstück (rechts) wollen Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...Wohnungen bauen. Es handelt sich um die weißen Gebäude auf diesem Plan der Stadt Münster.

    Foto: Stadt Münster
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    Im Münster-Modell stehen die Neubauten am Hafen schon. Beim LVM-Gebäude in der Mitte sind schon viele Details zu erkennen. Links davon ist die geplante Erweiterung des Coppenrath-Verlags, rechts die des Kuhr-Speichers zu sehen. Das braune Gebäude am linken oberen Rand ist das im Bau befindliche Hafencenter.

    Foto: Oliver Werner
  • Das über die Wasserkante hinausragende Dach der Osmo-Hallen wird als Wahrzeichen des Hafens in abgeänderter Form erhalten bleiben. Darunter will die LVM eine überdachte, öffentlich zugängliche Freifläche errichten.

    Foto: Oliver Werner
  • Während der Bereich zwischen Wasserkante und Hafenweg fast schon komplett freigeräumt ist, haben die Arbeiten bei den hinteren Hallenteilen noch gar nicht begonnen.

    Foto: Oliver Werner
  • Da es für das Projekt von Deilmann und Kresing, das sich vom Hafenweg bis zur Schillerstraße erstreckt, noch kein Baurecht gebe, werde auch jetzt noch nicht abgerissen, heißt es.

    Foto: Oliver Werner
  • Die hinteren Hallenteile werden laut Deilmann-Projektentwicklung „frühestens in zwei Jahren″ abgerissen.

    Foto: Oliver Werner
  • Das LVM-Projekt ist da schon wesentlich weiter.

    Foto: Oliver Werner
  • Nur ein Teil der Halle des ehemaligen "Heaven" (im Hintergrund) steht noch.

    Foto: Oliver Werner
  • Zudem müssen noch einige Teile der Dachkonstruktion über dem Hafenweg entfernt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Bis Anfang September soll die alte Halle auf dem LVM-Gelände komplett demontiert sein.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch auf der anderen Hafen-Südseite (links) ändert sich gerade einiges.

    Foto: Oliver Werner
  • Diese Lagerhalle im Eigentum der Stadtwerke verschwindet.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch das Bürogebäude des früheren Gefahrgutlagers Lehnkering wird abgerissen. Damit wolle man Vandalismus zuvorkommen, sagt Stadtwerke-Pressesprecher Florian Adler. Für die alte Betonhalle von Lehnkering gibt es andere Pläne...

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Vollkorn-Bäckerei Cibaria will dort eine gläserne Backstube bauen.

    Foto: Entwurf Archplan, Visualisierung Loom
  • Wenn alles glatt läuft, soll auf der Südseite zudem ab Ende 2019 eine 700 Meer lange und bis zu 15 Meter breite Promenade entstehen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Entlang der Hafenkante soll ein Geländer für Sicherheit sorgen. Clou des Entwurfs: zwei Sonnenterrassen, die über dem Wasser schweben.

    Foto: scapa - landschaftsarchitekten
  • Auf der Südseite hat sich in den letzten Jahren ohnehin schon mehr getan als gegenüber: (V.r.n.l.) Das Wolfgang-Borchert-Theater ist in den umgebauten Flechtheimspeicher gezogen. Auch der Rhenusspeicher wurde kernsaniert. Neu ist der Bürokomplex "Dock 14", in dem ein Dutzend Firmen untergebracht sind.

    Foto: Oliver Werner
  • Daneben hat der "SuperBioMarkt" eine neue Zentrale gebaut. 

    Foto: Oliver Werner
  • Schließlich hat die Hafenkäserei eine Heimat in Münster gefunden.

    Foto: Oliver Werner

Was die Investoren zu der Quote sagen

Rafaela Kiepe, Pressesprecherin der LVM-Versicherung, bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass im Unternehmen die Vorgabe der Stadt bekannt sei. „Wir sind bereit, die Quote zu erfüllen.“ Aktuell werde mit der Stadt über diesen Punkt verhandelt. Dabei spiele auch die Überlegung der LVM-Versicherung eine Rolle, speziellen Wohnraum für Auszubildende zu schaffen. Hier sieht das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen besonderen Bedarf.

Josef Kuhr wollte sich wegen des „laufenden Verfahrens“ zu dem Sachverhalt nicht äußern.

Nach dem vom Rat am 10. Oktober verabschiedeten „Handlungskonzept Stadthäfen“ sollen auf der insgesamt rund drei Hektar großen Brachfläche „bis zu 600 Wohnungen in unterschiedlichsten Typen“ entstehen.

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