Eröffnung am Montag
Ausstellung: Leben nach dem Holocaust

Münster -

Viele Holocaust-Überlebende leiden bis heute unter Traumata. Eine Ausstellung im LWL-Landeshaus zeigt Fotos der Betroffenen – und schildert, wie die Organisation „Amcha“ diesen Menschen hilft.

Sonntag, 04.11.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 04.11.2018, 09:00 Uhr
Kooperationspartner der Ausstellungen „Über-Leben“ und „Amcha“ im Landeshaus (v.l.): Andreas Determann (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit), Peter Schilling (Verein Spuren finden) und Christoph Spieker (Villa ten Hompel).
Kooperationspartner der Ausstellungen „Über-Leben“ und „Amcha“ im Landeshaus (v.l.): Andreas Determann (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit), Peter Schilling (Verein Spuren finden) und Christoph Spieker (Villa ten Hompel). Foto: kal

Eine Frau streichelt ein Pferd, ein Mann sitzt auf einer Wiese und spielt mit Kaninchen, zwei Frauen tanzen in der Sonne. Die Fotografien, die bis zum 15. November in der Bürgerhalle des Landeshauses zu sehen sind, strahlen einen tiefen Frieden aus.

Doch der Schein trügt – die Aufnahmen zeigen Überlebende des Holocaust, die nach dem Krieg eine neue Heimat in Israel fanden und bis heute unter schweren Traumata leiden.

Ausstellung „Amcha – Leben nach dem Überleben“

Amcha heißt eine israelische Hilfsorganisation, die sich um diese Menschen kümmert. In ihrem Auftrag hat die Fotografin Helene Schätzle mehrere Monate Holocaust-Überlebende und ihre Familien porträtiert. Ergebnis ist die Ausstellung „Amcha – Leben nach dem Überleben“.

Sie zeigt Menschen, die Hoffnung und Lebensfreude wiedergewonnen haben, aber bis heute unter tiefer Einsamkeit, Trauer und Angst leiden. Menschen, vor deren Augen der Vater, die Mutter oder Geschwister erschossen oder vergast worden. Menschen, die alles verloren hatten.

Peter Schilling vom münsterischen Verein „Spuren finden“ hat diese Ausstellung nun nach Münster geholt. „Ich hatte sie in Bielefeld gesehen und war sofort beeindruckt“, sagt Schilling. Im Landeshaus ist sie um eine weitere Ausstellung ergänzt worden: 2005 hatte der Fotograf Ralf Emmerich zehn Überlebende des Holocaust, die vor dem Krieg in Münster lebten, porträtiert. Überlebensgroß blicken sie von der Empore auf die Besucher der Ausstellung herab – Gesichter von Menschen, die dem Horror der Verfolgung entkommen sind.

Offizielle Eröffnung am Montag 

Die Ausstellungen „Amcha“ und „Über-Leben“ haben viele Kooperationspartner möglich gemacht, darunter das Auswärtige Amt, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Villa ten Hompel. Die offizielle Eröffnung ist am Montag (5. November) um 17 Uhr in der LWL-Bürgerhalle, Freiherr-vom-Stein-Platz 1. Lukas Welz wird über „Amcha Deutschland“ referieren, außerdem berichtet Liesel Binzer, Zeitzeugin aus dem Münsterland, über ihre Erfahrungen im KZ Theresienstadt.

Am Donnerstag (8. November, 19 Uhr) referiert Birgit Leonhard über traumatische Lebenserfahrungen von Holocaust-Überlebenden (Paul-Gerhardt-Haus), am 15. November um 19 Uhr lesen in der Villa ten Hompel Eva Gruberova und Helmut Zeller aus ihrem Buch „Taxi am Shabbat“.

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Die Ausstellung im Landeshaus ist bis 15. November montags bis freitags von 8 bis 18.30 Uhr zu sehen. Führungen: 15 und 17 Uhr.

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