Bosse im Interview
„Haltung zeigen, ist meine Pflicht“

Münster -

Für Axel Bosse, besser bekannt unter dem Künstlernamen Bosse, ist es bereits das siebte Studioalbum. Über „Alles ist jetzt“, das bevorstehende Konzert in Münster und über die Pflicht, in diesem Zeiten Haltung zu zeigen, spricht unser Redakteur Pjer Biederstädt mit dem 38-jährigen Musiker, der schneller beim Du ist, als man hätte fragen können.

Dienstag, 06.11.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.11.2018, 07:44 Uhr
Axel Bosse hat seinen Nachnamen zum Künstlernamen gemacht. Und wenn der auf den Plakaten steht, die ein Konzert in Münster ankündigen, ist die Halle schnell ausverkauft.
Axel Bosse hat seinen Nachnamen zum Künstlernamen gemacht. Und wenn der auf den Plakaten steht, die ein Konzert in Münster ankündigen, ist die Halle schnell ausverkauft. Foto: Tim Bruening

Guten Morgen…

Bosse : Moin. Sorry, dass wir so früh miteinander sprechen müssen. 8 Uhr ist echt hart. Aber ich muss um 13 Uhr meine Tochter aus der Schule abholen und bis dahin bin ich mit Interviews zugeballert.

Kein Problem, ich habe Kaffee. Du auch?

Bosse: Ich hatte schon ein paar heute, danke der Nachfrage.

Es scheinen stressige Zeiten zu sein, wenn man ein neues Album veröffentlicht?

Bosse: Absolut. Aber auch aufregende.

Apropos aufregend: Wie unterscheidet sich „Alles ist jetzt“ von den sechs Vorgänger-Alben?

Bosse: Es ist von der Grundstimmung viel positiver und textlich stärker auf den Punkt gebracht. Ich bin vor der Aufnahme zu den Produzenten gegangen und habe gesagt, wenn es Up tempo sein soll, dann aber sexy. Ich wollte Bongos, ein anderes Schlagzeug, ein bisschen weg vom Indie-Pop.

Wie verlief der Schaffensprozess?

Bosse: Die Arbeit ist mir sehr leicht gefallen. Es hat richtig Bock gemacht. Den frustrierenden Moment der Schreibblockade mit Billigpizza gab es diesmal nicht.

Du bist jetzt 38 Jahre alt, schon lange erfolgreich im Business. Erklärt sich damit, dass Du in dem Lied Hometown nostalgisch zurückblickst?

Bosse: So nostalgisch war der Song erst gar nicht gemeint. Er beschreibt eher das Gefühl, mit einem Koffer voller Sachen wieder nach Hause zu kommen. Das Lied dreht sich nicht um eine Stadt. Es meint Hamburg, wenn ich in Altona aus dem ICE steige und mit Mehmet im Dönergrill abklatsche, aber auch Istanbul, wo ich mit meiner Frau ein Jahr lang gelebt habe oder Berlin oder auch Braunschweig. Aber ja, natürlich handelt es auch davon, wie es ist, wenn ich durch die Straßen gehe, in denen ich als Fünfjähriger gespielt habe.

Du beziehst immer wieder klar Stellung gegen Rassismus, auch auf dem aktuellen Album. 2014 hast Du bei der Echo-Verleihung Nazis den Stinkefinger gezeigt. Welche Geste passt zur aktuellen politischen Lage im Land?

Bosse: Eine Mischung aus Stinkefinger, Hände vors Gesicht schlagen und anderen die Hände reichen. Wir befinden uns in einem Rechtsruck. Die Leute merken, dass die Zeiten für ein unpolitisches Leben vorbei sind.

Woran machst Du das fest?

Bosse: Ich treffe so viele junge Leute. Mein Gefühl ist, dass früher die politische Haltung meiner Generation oft nur Attitüde war. Die heutige Generation meint das so. Fans in ihren Zwanzigern sagen mir: Ich gehe in die Politik, ich bin alt genug dafür und will etwas verändern.

Stehen Musiker, die in der Öffentlichkeit stehen, Deiner Meinung nach in der Verantwortung, sich politisch zu äußern?

Bosse: Ja. Musik und Sport, das sind die größten Träger für Empathie und Freiheit. Egal, woher deine Mannschaftskollegen kommen, alle haben das gleiche Ziel – Tore schießen. Kommunikation verbindet. Wir sollten die Ersten sein, die Stellung beziehen in diesen Zeiten. Das sehe ich als meine Pflicht.

Am 16. März kommst Du nach Münster . Welche Bezugspunkte hast Du zu der Stadt?

Bosse: Mein Bruder hat lange an der Hammer Straße gewohnt. Gute Zeiten! Ich habe ich viele positive Erinnerungen an die Clubs und Hallen, in denen ich gespielt habe. Jovel, Skaters Palace, Halle Münsterland. Eigentlich bin ich ja mehr so der Gleis 22-Typ, aber wir haben beim letzten Mal die Halle Münsterland gefüllt und es war richtig top. Ich hoffe, das wird wieder so.

Tickets

Die Karten für das Konzert von Bosse am 16. März 2019 (Samstag, 20 Uhr) im MCC Halle Münsterland sind erhältlich im WN-Ticket-Shop am Prinzipalmarkt in Münster, über die WN/Eventim-Ticket-Hotline 01806 / 570 067 (Festnetz 0,20 Euro/Anruf, Mobilfunk max. 0,60 Euro/Anruf, 7,50 Euro Service- und Versandgebühr) oder unter  wn.de/tickets . Mit dem  Vorteils-Coupon der Westfälischen Nachrichten  erhalten Leser beim Kauf einer Eintrittskarte im WN-Ticket-Shop 3 Euro Rabatt auf den Ticketpreis.

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Bosse in der Halle Münsterland

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  • Foto: Dietrich Harhues
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