Nach Überfällen auf Busfahrer
Große Scheine im Bus unerwünscht

Münster -

Wer in Bussen nicht das nötige Kleingeld zur Hand hat, zahlt immer noch mit großen Scheinen. Aber die Fahrer haben häufig ebenfalls nicht genug Kleingeld – nicht zuletzt, weil sich Überfälle häufen. Also bekommt der Kunde einen Gutschein. Aber wo kann der eingelöst werden?

Freitag, 09.11.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 07:00 Uhr
Wer kein Kleingeld in der Geldbörse hat, kann bei Busfahrten in Münster schon mal Probleme bekommen.
Wer kein Kleingeld in der Geldbörse hat, kann bei Busfahrten in Münster schon mal Probleme bekommen. Foto: dpa

Bargeldloses Bezahlen ist immer mehr auf dem Vormarsch, aber nicht bei allen beliebt. Nach wie vor ziehen viele Verbraucher Münzen oder Scheine vor. Was vor allem im regionalen Busverkehr über Land zu Problemen führt. Wer mit einem Fünfzig-Euro-Schein an den Fahrer herantritt, beißt nicht selten auf Granit.

Die Fahrer sind nämlich aus gutem Grund angehalten, nicht zu viel Geld zum Wechseln vorzuhalten. Bus-Überfälle haben sich in letzter Zeit gehäuft; ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren ist zu verzeichnen. „Da ist ja auch kein Panzerglas zwischen Fahrer und Kunde“, heißt es von Seiten der Firma Veelker, die die Linie R63 zwischen Münster und Nottuln betreibt.

Wie also verfahren, wenn jemand nun doch mit einem großen Schein bezahlen will? Mit der Linie R63 wollte vor einiger Zeit Dr. Andreas Friedrichsen von Schapdetten nach Münster fahren. Der Fahrer konnte seinen Fünfziger nicht wechseln und stellte stattdessen einen Gutschein über gut 30 Euro aus.

Gutschein nur in Ochtrup einlösbar

So weit, so gut. Das hatte Friedrichsen, der beruflich seit vielen Jahren im ganzen Bundesgebiet unterwegs ist, schon öfter erlebt. Was er nicht wusste: Der Gutschein konnte nur bei der Firma in Ochtrup vor Ort eingelöst werden. „Um das zu tun, hätte ich extra einen Tag Urlaub nehmen müssen“, sagt er.

Dabei war ihm zunächst angeboten worden, die Zahlung per Überweisung zu erhalten. Genauso hatte Friedrichsen es mindestens zehn Mal in anderen Städten erlebt, etwa Hamburg oder Gotha: Eine Kopie des Gutscheins und seines Personalausweises genügten. In Ochtrup bestand man indes auf persönlicher Auszahlung. Das hält er nicht für kundenfreundlich.

Die RVM bieten ein anderes Verfahren an: Detlef Baumkötter, Teamleiter Verkehrsabrechnung, teilt mit, dass pro Jahr etwa 250 Gutschriften auf 1500 Fahrerkonten ausgegeben würden. Der Fahrgast könne die Gutschrift sofort bei anderen RVM-Fahrern einlösen, soweit es kassentechnisch möglich sei, so Baumkötter.

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