Gemeinschaftliches Wohnen und Kitaneubau
Vorzeigeprojekt im Süden

Münster -

Am Anfang stand nur eine Idee. Jetzt aber liegt für das Gelände der Josefschule ein Plan für gemeinschaftliches Wohnen vor, der vor allem im Südviertel bereits auf viel Gegenliebe trifft.

Freitag, 23.11.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 15:22 Uhr
Max Delius (Wohn- und Stadtbau) (v.l.), Anna Pohl (Jugendamtsleiterin), Dr. Norbert Wieland (Südviertel GbR), Christian Jaeger (Geschäftsführer Wohn- und Stadtbau) und Ulrike Püttmann (Südviertel GbR) schauten sich am Donnerstag gemeinsam das Modell des Siegervorschlags an.
Max Delius (Wohn- und Stadtbau) (v.l.), Anna Pohl (Jugendamtsleiterin), Dr. Norbert Wieland (Südviertel GbR), Christian Jaeger (Geschäftsführer Wohn- und Stadtbau) und Ulrike Püttmann (Südviertel GbR) schauten sich am Donnerstag gemeinsam das Modell des Siegervorschlags an. Foto: Björn Meyer

Man nehme eine Schule ohne Schulbetrieb, eine zu erhaltene Kita und eine Idee für zukunftsträchtiges Wohnen. Herauskommt ein Projekt, das Dr. Christian Jaeger , Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau, als „das durchdachteste und konsequenteste Projekt für gemeinschaftliches Wohnen in der ganzen Stadt“ bezeichnet.

Als Tüpfelchen auf dem i kommt der Gewinnervorschlag des europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs für die neu zu bauenden Gebäude vom münsterischen Büro „Schnoklake Betz Dömer Architekten.“

Die Aufgabe für die zwölf teilnehmenden Büros hatte darin bestanden, auf dem Gelände der alten Josefschule im Südviertel ein Mehrgenerationenhaus für gemeinschaftliches Wohnen sowie einen Neubau für die derzeit in der Schule untergebrachte Kita zu planen.

Die Kita, das macht Jugendamtsleiterin Anna Pohl klar, sei aus Sicht der Stadt eine alternativlose Forderung gewesen. Die Einrichtung wird, wie schon jetzt, fünf Gruppen umfassen und vorrangig gebaut. Ist dies geschehen, zieht die bisherige Kita um, was folglich den Abriss der Josefschule, mit Erhalt der Turnhalle, ermöglicht. In dem dort entstehenden Gebäude für gemeinschaftliches Wohnen sollen dann 52 normale Wohneinheiten zwischen 47 und 112 Quadratmetern sowie drei sogenannte Cluster-Wohnungen entstehen. Diese werden über getrennte, eigenständige Räume für drei beziehungsweise vier Parteien, zudem je Clustereinheit über gemeinsame Räumlichkeiten, etwa eine große Küche verfügen.

Außerdem wird zu allen Wohnungen nicht nur ein gemeinsamer Innenhof gehören, der laut Jaeger einer Piazza ähneln soll, auch an den Hof angrenzende Gemeinschaftsräume sowie zwei separate kleine Wohnungen für Gäste, die, wenn Besuch ins Haus steht, angemietet werden können, sind im Plan vorgesehen.

„Wir wollen hier eine andere Form von Nachbarschaft schaffen. Die nicht nur sozial, sondern auch nach Generationen zu jeweils einem Drittel gemischt ist“, erklärt Dr. Norbert Wieland von der Südviertel GbR, die das gesamte Gebäude von der Wohn- und Stadtbau anmieten und dann ihrerseits vermieten wird. Nur durch die Aufteilung nach Generationen sei gewährleistet, dass das Projekt nicht leerlaufe und man irgendwann von vorne beginnen müsse, so Wieland.

Großes Interesse komme vor allem direkt aus dem Südviertel. Im Bereich der Ü 60-Generation gebe es bereits eine Warteliste. „Es geht uns hier um eine Nachbarschaft, auf die man sich verlassen kann, mit vielen Kommunikationsflächen, die auch einer Gentrifizierung im Viertel entgegenlaufen soll“, so Wieland. Frühestens fertiggestellt wird das Gebäude laut Jaeger Ende 2022, die Kita bereits ein Jahr früher.

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Ausstellung aller Architektenvorschläge bis 7. Dezember, Steinfurter Straße 60, 12 bis 13 Uhr.

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