Zunehmende Brutalität
Das Messer wird schneller gezückt

Münster -

In Münster häufen sich die Auseinandersetzungen, bei denen die Täter unvermittelt zustechen. Erst am vergangenen Wochenende gab es erneut zwei schwere Fälle, Tatort war wieder einmal der Berliner Platz am Hauptbahnhof. Was die Polizei dazu sagt:

Mittwoch, 28.11.2018, 09:00 Uhr aktualisiert: 28.11.2018, 09:04 Uhr
 
(Symbolbild) Foto: Colourbox

Die Polizei kann es aus statistischen Gründen nicht mit Fakten hinterlegen, aber gefühlt griffen Täter in Münster in den vergangenen Monaten häufiger zum Messer. Allein am ­Wochenende gab es zwei brutale Fälle. In Kinderhaus stach ein Unbekannter ei­nem Mann aus dem Kosovo dreimal in den Rücken , als dieser sich über einen Sperrmüllhaufen gebeugt hatte. Und vor einem Imbiss am Berliner Platz gegenüber dem Hauptbahnhof stach ein Randalierer mit einer Schere auf einen Angestellten ein und verletzte diesen schwer.

Nur wenige Schritte vom Tatort entfernt, hatte Anfang September ein Iraker einen Landsmann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Der Messerstecher sitzt in Untersuchungshaft. Die Täter vom Wochenende sind auf der Flucht. Die Polizei ermittelt.

Schwere Körperverletzungen

Polizeipräsident Hajo Kuhlisch hatte vor gut einem Monat von zwölf „heraus­ragenden Fällen“ von Messer-Angriffen im Jahr 2018 gesprochen. Weitere sind inzwischen dazugekommen. Insgesamt habe die Zahl der angezeigten Körperverletzungen zugenommen. Die Polizei beobachte eine zunehmende Brutalität. „Es kommt schneller zu schweren Körperverletzungen, in Einzelfällen wird es am Ende sehr brutal“, sagte Kuhlisch.

Die Polizei reagiert und wird in ihrer Statistik ab Januar 2019 die Körperverletzungen um eine Tatmittel-Erfassung ergänzen. „Wir werden uns die Fälle genauer anschauen“, sagt Pressesprecher Roland Vorholt . Gefühlt nähmen die schweren Stichverletzungen zu. Ob durch Messer, Schraubendreher, Schere oder Stift.

Thema Videoüberwachung

Auf dem Platz vor den gastronomischen Betrieben zwischen Windthorststraße und Herwarthstraße kommt es immer wieder zu Beleidigungen, Diebstählen, aber auch körperlichen Auseinandersetzungen. Der Bereich gegenüber dem Hauptbahnhof ist rund um die Uhr belebt. „Natürlich finden dort mehr Delikte als an ruhigeren Orten statt“, sagt Vorholt. Die Polizei sei vor Ort präsent, Kräfte des Ordnungsamtes ebenfalls – aber eben nicht immer.

Anlieger und Geschäftsleute am Berliner Platz fragen sich immer lauter, ob die Sicherheit an Wochenenden, insbesondere von Freitagabend bis Sonntagmorgen, noch gewährleistet sei. Es gibt erste Überlegungen, Sicherheitsfirmen zu beauftragen oder Anträge zu stellen, den Platz unweit der Windthorststraße per Video be­obachten zu lassen, heißt es.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6219396?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker