Bauprojekte in der Aaseestadt
Die Miete soll bezahlbar bleiben

Münster -

Große Sorgen machen sich Mieter der Wohn- und Stadtbau an der Mierendorffstraße über den Abriss von Häusern und über Nachverdichtungen. Der Chef des städtischen Wohnungsunternehmens beruhigt indes die Bewohner.

Donnerstag, 29.11.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 29.11.2018, 20:54 Uhr
Dr. Christian Jaeger, Geschäftsführer des städtischen Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau, mit dem Modell des Quartiers in der Aaseestadt, die sich baulich verändern wird.
Dr. Christian Jaeger, Geschäftsführer des städtischen Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau, mit dem Modell des Quartiers in der Aaseestadt, die sich baulich verändern wird. Foto: gh

Der Abriss und Neubau von Häusern an der Mierendorffstraße in der Aaseestadt wird seit Monaten diskutiert. Vor allem ältere Bewohner, darunter noch viele Erstmieter in dem Viertel, fürchten sich vor einem Umzug, den viele nicht bezahlen könnten, erklärt Karin Reismann . Die CDU-Politikerin und Bürgermeisterin verweist in diesem Zusammenhang auf einen finanziellen „Feuerwehrtopf“ des städtischen Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau.

Den Bewohnern des Quartiers sei es vor allem wichtig, dass die Mieten bezahlbar blieben, fasst Dr. Christian Jaeger von der Wohn- und Stadtbau seinen Eindruck aus Gesprächen mit Betroffenen in dem Viertel zusammen.

Neubau von 16 Wohneinheiten

Wie geht es weiter? Momentan erfolgten letzte Abstimmungen unter anderem mit dem Stadtplanungsamt, erklärt der Chef der Wohn- und Stadtbau. Anschließend werde sich der Planungsausschuss mit der Entwicklung in der Aaseestadt befassen – auch damit, ob ein Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht werden soll. Wenn dies der Fall sei, dann würden weitere zwei Jahre vergehen, bis die Umsetzung der Baupläne erfolgen könne.

Vorgesehen sei nach dem jetzigen Planungsstand zunächst ein Neubau von 16 Wohneinheiten mit einer Großtagespflege und einer Tiefgarage an der Bonhoefferstraße. „Der Bauantrag ist bei der Stadt eingereicht“, sagt Jaeger. Im kommenden Jahr soll der Baubeginn erfolgen.

Modernisierung ab 2020

Ab dem Jahr 2020 sehen die Pläne des städtischen Wohnungsunternehmens eine Modernisierung von 63 Wohneinheiten an der Mierendorffstraße vor. Eine erste Nachverdichtung mit 47 Wohneinheiten und einer Senioren-WG folgt. Während die alte Bebauung viergeschossig ist, soll die neue in zweigeschossiger Bauweise ausgeführt werden, erklärt Jaeger.

Sobald der Neubau Bonhoefferstraße bezugsfertig ist, können nach den Plänen der Wohn- und Stadtbau Mieter aus den vom Abriss betroffenen Gebäuden ausziehen. Wahlweise könnten sie eine neue Wohnung beziehen oder eine der freien Wohnungen mitten im Viertel, die ebenfalls saniert werden, erhalten, erklärt der Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau.

Befristete Mietverträge für Studenten

Darum seien mit Studenten, die dort wohnten, vorsorglich schon befristete Mietverträge geschlossen worden. Neubauten mit rund 100 Wohneinheiten sollen ab 2023 gebaut werden. Den Schlusspunkt setzt ab dem Jahr 2023 eine Modernisierung von Gebäuden mit insgesamt 118 Wohneinheiten.

„Vom Abriss betroffene Bewohner sollen möglichst nur einen Umzug vor sich haben“, erklärt Jaeger. Ihnen sei in den Beratungen Unterstützung zugesichert worden. Karin Reismann ist überzeugt, dass auch nach der Bauphase die Sozialstruktur in dem Viertel aus den 60er-Jahren erhalten bleibt. Viele Mieter könnten wohnen bleiben, müssten aber die Sanierung ihrer Wohnung ertragen.

Mieten sollen nicht steigen

Die Miete werde anschließend aufgrund der Modernisierung nicht steigen, versichert Reismann. Weil, wie der Geschäftsführer des städtischen Wohnungsunternehmens betont, möglicherweise Modernisierungsmittel des Landes einfließen werden. Jaeger spricht übrigens nicht von einer Nachverdichtung, sondern von Ergänzungsbauten und Ersatzneubauten.

Die Diskussion über die Entwicklungen in der Aaseestadt liegen nach Angaben der Wohn- und Stadtbau ein paar Jahre zurück. Damals sei von Initiativen wie der Bertelsmann-Stiftung, der Caritas sowie der NRW-Bank und dem Bauministerium das Audit „Generationsgerechtes Quartier“ angestoßen worden. Die Wohn- und Stadtbau beteiligte sich mit dem Aaseestadt-Quartier, fragte Mieter nach den Wünschen und stieß einen städtebaulichen Wettbewerb an.

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