Interview mit Handelsexpertin Karin Eksen
Weihnachtsgeschäft: Handel erwartet Plus

Münster -

Der Weihnachtseinkauf steht bevor. Redakteurin Gabriele Hillmoth sprach mit Karin Eksen, Geschäftsführerin des Handelsverbands NRW, Westfalen-Münsterland e.V., über den Handel, das Weihnachtsgeschäft und die Erwartungen der Händler an die kommenden vier Wochen.

Samstag, 01.12.2018, 14:00 Uhr aktualisiert: 01.12.2018, 14:16 Uhr
Interview mit Handelsexpertin Karin Eksen: Weihnachtsgeschäft: Handel erwartet Plus
Einer Studie der FOM zufolge sollen Bürger in Münster 2018 durchschnittlich 447 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben Foto: Oliver Werner

Haben Sie persönlich schon Weihnachtsgeschenke eingekauft?

Eksen: Ja, die ersten Weihnachtsgeschenke habe ich bereits, bin aber noch nicht fertig.

Wie sehen Ihre Prognosen für den Handel im diesjährigen Weihnachtsgeschäft aus?

Eksen: Ich schließe mich den Prognosen unseres Bundesverbandes HDE an und erwarte ein gutes Weihnachtsgeschäft.

Ist diese Jahreszeit für den Handel immer noch die wichtigste Zeit des Jahres, um Umsatz zu machen?

Eksen: Ja, die Weihnachtszeit ist für viele Branchen maßgeblich für das Gesamtjahresergebnis. Es ist eine stimmungsvolle Zeit, sodass auch gerade die Atmosphäre eine besondere Rolle spielt.

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Karin Eksen, Geschäftsführerin des Handelsverbands NRW, Westfalen-Münsterland e.V. Foto: Handelsverband

Gerade die Textiler haben nach dem heißen Sommer zu kämpfen. Wie steht es um diese Branche?

Eksen: Jetzt ist es ja endlich merklich kühler geworden, sodass die Kunden auch Lust auf wärmere Kleidung bekommen haben. Das war für den Textileinzelhandel dringend nötig.

Sitzt das Geld für Geschenke immer noch locker?

Eksen: Es gibt ja eine Erhebung der privaten FOM Hochschule für Oekonomie und Management, wonach die Bürger in Münster in diesem Jahr durchschnittlich 447 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben würden – das ist noch etwas mehr als 2017.

Kristallisiert sich schon jetzt ein Trend heraus?

Eksen: Etwas Spezielles kann ich derzeit noch nicht ausmachen. Ich gehe aber davon aus, dass aufgrund immer neuer technischer Entwicklungen auch wieder technische Dinge wie Tablets, Fernseher, hochwertige Haushaltsgeräte (Kaffeeautomaten, Saugroboter, Multikocher, . . .) ein wichtiges Thema sein werden. Für Kinder sind natürlich Spielwaren und Bücher gefragt; gerade bei den Spielwaren sind neben den klassischen Brettspielen und Holzspielzeug auch technische Raffinessen angesagt. Und die FOM-Umfrage hat auch wieder ein besonderes Faible der Münsteraner für Gutscheine, Konzert-/Theaterkarten, Bücher und Schreibwaren ausgewiesen.

Ist zu erwarten, dass der stationäre Handel zunehmend an den Internet-Handel verlieren wird? Oder profitiert der münsterische Einzelhandel immer noch von der schönen Atmosphäre in der Stadt?

Eksen: Die Atmosphäre in Münster ist für viele Münsteraner und Besucher ein ganz besonderes Highlight, gerade im adventlichen Schmuck. Und natürlich spielt auch das Internet eine große Rolle bei den Weihnachtseinkäufen. Aber viele Geschäfte bieten mittlerweile Informationen im Internet an, sodass der Kunde seine Entscheidung schon vorbereiten, aber dann das Produkt doch im Geschäft abholen, sich vielleicht erklären lassen und ausprobieren kann. Man kann ja den Onlinehandel nicht wegdiskutieren, sondern muss sich auch als stationärer Handel entsprechend einstellen. Aber gerade bei Geschenken für liebe Menschen lässt man sich doch bei einem Buch- oder Spielzeugkauf gerne beraten, was wohl geeignet ist, nimmt verschiedene Produkte in Augenschein. Manchmal wird ja der Konsum gerade zu Weihnachten kritisiert, aber auf der anderen Seite machen sich im Verlaufe eines Jahres selten so viele Menschen Gedanken darüber, wie sie Freunden, Verwandten, Kollegen sowie Geschäftspartnern eine Freude machen können. Ich hoffe, dass das so bleibt und der Onlinehandel das Einkaufserlebnis vor Ort nicht ersetzen kann.

Am „Black Friday“ wurde bereits eine riesige Rabattschlacht geführt. Wie wirkt sich diese auf das Weihnachtsgeschäft aus? Wurde dabei nicht schon der Rahm vom Weihnachtsumsatz abgeschöpft oder die Erwartung geschürt, dass es mit den Rabatten so weitergeht?

Eksen: Dieser „Black Friday“ ist mittlerweile tatsächlich auch hier nicht mehr wegzudenken, ebenso wie der „Cyber Monday“. Wer als Händler an diesen Tagen großzügige Rabatte gewährt, muss sich darüber im Klaren sein, wo für ihn die Grenze des Zumutbaren liegt. Ich gehe davon aus, dass die Händler das sehr genau abwägen und die Aufmerksamkeit der Kunden über die Rabatte auf das normale Sortiment lenken.

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