Geständnis reicht den Richtern nicht
Gasflaschen-Dieb muss ins Gefängnis

Münster -

Bei der Westfalen AG versuchten im Juli mehrere Täter in diesem Jahr vom Betriebsgelände Gasflaschen mit Kältemittel im Wert von über 66 000 Euro zu stehen. Einen 22-jährigen Niederländer konnte die Polizei festnehmen, die übrigen Männer entkamen. Eine Strafkammer verurteilte ihn zu einer Haftstrafe. Seine Mittäter will der jetzt Verurteilte nicht gekannt haben.

Montag, 03.12.2018, 17:00 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 09:56 Uhr
Geständnis reicht den Richtern nicht: Gasflaschen-Dieb muss ins Gefängnis
Foto: dpa

Zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilte am Montag die achte Strafkammer des Landgerichts einen 22-jährigen Niederländer, der im Juli gemeinsam mit anderen Männern versucht hatte, bei der Westfalen AG mit einem Kältemittel gefüllte Gasflaschen zu stehlen.

Zufällig angesprochen

Damit ging das Gericht in seinem Strafmaß deutlich über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte auf eine Strafe von einem Jahr und sechs Monaten, die auch zur Bewährung hätte ausgesetzt werden können, plädiert. Der Verteidiger hatte ebenfalls Bewährung beantragt. Schließlich war der Angeklagte geständig und hatte behauptet, bei der Tatausführung nur geholfen zu haben, ohne zu wissen, was die übrigen Täter vorhatten.

Sie haben nicht mehr gestanden, als wir ohnehin schon wussten.

Vorsitzender Richter

Eine Geschichte, die das Gericht dem Täter nicht ganz abnahm. „Sie haben nicht mehr gestanden, als wir ohnehin schon wussten“, sagte der Vorsitzende Richter. Der Niederländer war auf dem Gelände der Westfalen AG festgenommen werden, nachdem Zeugen, denen nächtliche Aktion aufgefallen war, die Polizei gerufen hatten. Der Lkw war bis dahin noch nicht komplett gefüllt, dennoch hatten die Täter bereits 181 Flaschen im Gesamtwert von über 66 000 Euro, eingeladen. Die übrigen Täter konnten beim Eintreffen der Polizei unerkannt flüchten.

500 Euro versprochen

Der Angeklagte hatte behauptet, vor seinem Wohnhaus in den Niederlanden von einem ihm fremden Mann auf der Straße gefragt worden zu sein, ob er bei einer kriminellen Tat mithelfen könne. 500 Euro sollen ihm als Lohn versprochen worden sein. Wie der Mann hieß, mit dem er nach Münster gefahren ist, wusste er nicht. Auch zu den anderen Männern, mit denen er gemeinsam die schweren Gasflaschen über die Gleisen auf dem Firmengelände zu dem bereitgestellten Lkw geschleppt hatte, konnte er keine Angaben machen.

Die Kammer geht davon aus, dass der Angeklagte Mittäter und kein einfacher Helfer war. Weil er in den Niederlanden einschlägig vorbestraft ist und Fluchtgefahr angenommen wurde, ist der Haftbefehl aufrecht erhalten worden. Der Rechtsanwalt des 22-Jährigen kündigte an, Revision gegen die Entscheidung einlegen zu wollen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6232698?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Frau fühlt sich von Polizei im Stich gelassen
Mit dem so genannten Enkeltrick wollte ein Anrufer bei einer 65-jährigen Frau aus Beckum 20 000 Euro erbeuten.
Nachrichten-Ticker