Bürgerinformation zu geplanter Flüchtlingseinrichtung
ZUE-Pläne im Kreuzfeuer

Münster -

Mehr als 100 Anwohner kamen am Montagabend zu einer Bürgerinformationsveranstaltung zur geplanten Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge im Bereich Pulverschuppen. Dabei musste sich die Verwaltung viel Kritik anhören.

Dienstag, 04.12.2018, 09:56 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 18:05 Uhr
Bürgerinformation zu geplanter Flüchtlingseinrichtung: ZUE-Pläne im Kreuzfeuer
Foto: kal

Der Diskussionsbedarf war groß: Drei Stunden stand die Verwaltung am Montagabend rund 100 Anwohnern des Bereichs „Pulverschuppen“ Rede und Antwort zum geplanten Bau einer Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge.

Für das Vorhaben muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass mit dem Bau der Einrichtung 2021 begonnen werden kann. Nach der Fertigstellung sollen hier 500 Flüchtlinge untergebracht werden.

Für Irritationen sorgte bei vielen Anwohnern, dass nicht nur für eine etwa 3,5 Hektar große Grünfläche, auf der die eigentliche ZUE entstehen soll, sondern auch für eine daneben liegende, früher militärisch genutzte Fläche der Flächennutzungsplan geändert werden soll. Auch wenn die Verwaltung wiederholt beteuerte, dass es lediglich darum gehe, die nunmehr nicht mehr vorhandene militärische Nutzung aus dem Plan zu eliminieren, hatten viele die Befürchtung, dass dieser Bereich zu einem späteren Zeitpunkt der ZUE zugeschlagen werden könnten.

Aktuell keine Pläne zu Ankerzentrum

So äußerten mehrere Anwohner die Befürchtung, dass die ZUE in ein paar Jahren zu einem Ankerzentrum für bis zu 1500 Flüchtlinge werden könnte. Die Vertreter der Verwaltung betonten, dass es dafür aktuell keine Pläne geben.

Kritisiert wurde auch die verkehrliche Erschließung der ZUE. Viele Anwohner befürchteten, dass vor ihren Haustüren künftig deutlich mehr Autos fahren werden. Daneben gab es auch grundsätzliche Kritik am Vorgehen von Politik und Verwaltung. Wiederholt sagten Anwohner, dass sie den Eindruck hätten, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Kommentar: Mehr Dialog wagen

Drei Stunden diskutierten Bürger mit der Verwaltung über die geplante ZUE. Verbale Ausfälle gegen Flüchtlinge gab es nicht. Die Diskussion verlief phasenweise emotional, aber immer sachlich – das ist eine gute Nachricht.

Nachdenklich macht jedoch das bei vielen Anliegern offensichtlich tief sitzende Misstrauen gegenüber Verwaltung und Politik. Der 45-minütige Einführungsvortrag der Verwaltungsvertreter, der phasenweise profunde Planungsrecht-Kenntnisse voraussetzte, dürfte an diesem Misstrauen nur wenig geändert haben. Der Verlauf des Abends zeigt, dass eine Bürgerinformationsveranstaltung offenbar nicht ausreicht, um „die Bürger“ bei einem Vorhaben mitzunehmen – erst recht nicht dann, wenn viele Fragen unbeantwortet bleiben. Da bleibt nur eins: Der Dialog muss intensiver werden. Martin Kalitschke

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