Peitz-Abschied aus dem Hot Jazz Club
„Fällt mir schwer, hier rauszugehen“

Münster -

Das war‘s! Nach zwölfeinhalb Jahren verlässt der Mann der Konzerte den Hot Jazz Club. Martin Peitz wird den Musikclub vom Kanal in bester Erinnerung behalten. Einige Konzerte ganz besonders...

Donnerstag, 06.12.2018, 08:00 Uhr
Hunderte Konzerte hat Martin Peitz für den Hot Jazz Club in zwölfeinhalb Jahren organisiert. Mit einer großen Portion Wehmut verlässt er den Musikclub, um an der städtischen Musikschule Dortmund zu arbeiten.
Hunderte Konzerte hat Martin Peitz für den Hot Jazz Club in zwölfeinhalb Jahren organisiert. Mit einer großen Portion Wehmut verlässt er den Musikclub, um an der städtischen Musikschule Dortmund zu arbeiten. Foto: Pjer Biederstädt

„Ich kann mir dich ohne den Hot Jazz Club gar nicht vorstellen“, hat sein achtjähriger Sohn neulich gesagt. Und Martin Peitz hat gedacht: „Recht hat er. Ich mir auch nicht“. Aber nach zwölfeinhalb Jahren verlässt der 41-Jährige den Musikclub – nicht ohne Wehmut.

An seinem letzten offiziellen Bürotag hatte Peitz noch so viel um die Ohren, dass er erst spät abends realisierte: Das war’s jetzt. „In dem Moment sind dann doch ein paar Tränen geflossen“, erzählt Peitz und fügt an: „Es fällt mir schwer, hier rauszugehen.“

Die Abschiedsfeier muss noch nachgeholt werden, dazu war bisher einfach keine Zeit. Dafür hat der Booker schon alle Konzerte bis Mai 2019 unter Dach und Fach gebracht. Emsig bis zum Schluss, dieser Wahl-Sendener mit der Lockenmähne.

Nächste Station: Dortmund

Fortan wird Peitz morgens nicht mehr nach Münster an den Hafenweg fahren, sondern Richtung Dortmund aufbrechen. An der städtischen Musikschule ist er künftig der Leiter des Fachbereichs Popularmusik. „Den Zweig soll ich da mit aufbauen“, beschreibt Peitz die für ihn reizvolle Aufgabe. Und die passt wie die Faust aufs Auge, schließlich hat er seine Diplomarbeit einst nicht umsonst zum Thema Musikschulmanagement verfasst. Außerdem kann er sich jetzt auf eine Aufgabe konzentrieren. Vorher gab er neben der Arbeit im Hot Jazz Club an zwei Tagen Gitarren-Unterricht. Nicht immer einfach für den dreifachen Familienvater, alles unter einen Hut zu kriegen.

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Foto: Pjer Biederstädt

Doch auch das ist jetzt vorbei. „Und auch das wird mir fehlen. Nach 20 Jahren plötzlich keinen einzigen Gitarren-Schüler mehr zu haben, ist schon komisch“, sagt Peitz, während er an seinem schon fast gänzlich leer geräumten Hot-Jazz-Schreibtisch lehnt. Die Poster an der Wand zeugen von den vielen Konzerten und legendären Abenden, die Peitz in Münster Blues-Herzkammer möglich gemacht hat.

Konzert-Highlights in bester Erinnerung

Sein Highlight als Booker war die Verpflichtung von Tony Levin. Der Bassist von Peter Gabriel, dessen Fan Peitz ist, sei ein „ganz Großer“. Nicht weniger gefreut hat er sich, als Mike Stern, der Gitarrist von Miles Davis, damals zusagte.

„Einen Abend werde ich nie vergessen“, erzählt Peitz. T.M. Stevens war als Gitarrist von Joe Cocker angekündigt. „Und alle erwarteten Joe-Cocker-Musik“. Doch der Amerikaner spielt als Solokünstler Heavy Metal Funk. „Es ging richtig ab und die Leute waren erst skeptisch, weil sie etwas völlig anderes erwartet hatten. Aber wie der das Publikum rumgekriegt hat – Wahnsinn.“

Für Peitz sind viele schöne Erinnerungen untrennbar mit dem Hot Jazz Club verbunden. Ein, zwei Mal kommt er noch dienstlich, um die letzten Dinge zu klären. Er freut sich aber auch schon darauf, ganz ohne Druck, einfach als Gast an der Bar zu sitzen. „Zum Beispiel im Februar, um den Jazz-Gitarristen John Scofield zu sehen.“

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