Vermüllte Give-Box
Solidarität aller ist gefragt

Münster -

Enttäuschte Initiatoren der Give-Box an der Skagerrakstraße stellen immer häufiger fest, dass die Box als Müllabladeplatz genutzt wird. Die appellieren an die Nutzer.

Freitag, 07.12.2018, 12:00 Uhr
Solch eine Gartenliege gehört laut Stephan Schrade (r., geschäftsführender Leiter des Hauses vom Guten Hirten) und Michael Bastian (ebenfalls Haus vom Guten Hirten) auf den Sperrmüll, aber nicht in die Give-Box an der Skagerrakstraße. Darauf weist seit Kurzem auch ein Schild hin.
Solch eine Gartenliege gehört laut Stephan Schrade (r., geschäftsführender Leiter des Hauses vom Guten Hirten) und Michael Bastian (ebenfalls Haus vom Guten Hirten) auf den Sperrmüll, aber nicht in die Give-Box an der Skagerrakstraße. Darauf weist seit Kurzem auch ein Schild hin. Foto: Björn Meyer

Seit 2012 steht nahe der Warendorfer Straße, an der Skagerrakstraße, eine Give-Box. Eine Stelle also, wo Menschen ausgediente Dinge wie Spiele, Kleidungsstücke oder Bücher hinstellen können, die dann vielleicht einen neuen Besitzer finden. Nachhaltigkeit ist das Stichwort. Vor Kurzem hat der Initiator, das Haus vom Guten Hirten, unter anderem auch für eben diese Box den Sonderpreis „Nachbarschaften“ bei der Umweltpreisverleihung der Stadt bekommen. Alles gut also, könnte man meinen – doch das ist mitnichten so.

„Das gewünschte Verhalten rund um die Box hat stark nachgelassen“, stellt Michael Bastian vom Haus des Guten Hirten fest. Immer wieder würden Dinge an der Give-Box abgeladen, die dort nichts zu suchen haben – alleine schon, weil sie niemand, der mit dem Fahrrad komme, mitnehmen könne. Elektrogeräte, Tische, gar ganze Couchgarnituren habe man gefunden. „Die Leute glauben, sie tun etwas Gutes. Doch das Gegenteil ist der Fall“, stellt Stephan Schrade, geschäftsführender Leiter im Haus vom Guten Hirten, klar.

„Es braucht die Solidarität aller“

Intern habe man den Müll, den man letztlich selber entsorgen muss, zuletzt gezählt. „Wir sind auf rund eine Schubkarre gekommen – täglich“, sagt Bastian. Mit den AWM hat die Einrichtung die Vereinbarung, den Müll in Coerde kostenlos entsorgen zu dürfen. Um das in dieser Masse zu tun, würden allerdings auf Dauer die personellen Ressourcen fehlen, sagt Schrade.

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Neben den sperrigen Gegenständen für den Sperrmüll werde nicht selten auch einfach Hausmüll an der Give-­Box abgestellt. Beim Sichten der Gegenstände wiederum würden diejenigen, die die Dinge abholen, wieder Unordnung verursachen. Ob man überlege, die Give-Box abzubauen? Schrade nickt. Zunächst will man an die Nachbarschaft appellieren. Jeden Haushalt soll demnächst ein Flyer erreichen, der auf den Missstand aufmerksam macht. „Es braucht die Solidarität aller“, sagt Schrade. Andernfalls stehe jahrelanges Engagement an dieser Stelle wohl vor dem Aus.

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