Rieselfelder
Das Wattenmeer von Münster

Münster-Coerde -

Ebbe am großen Stauteich – das Wattenmeer taucht auf. Pflegearbeiten werden in diesen Tagen erledigt, für die das Wasser abgelassen werden muss.

Donnerstag, 06.12.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 19:42 Uhr
Rieselfelder: Das Wattenmeer von Münster
Foto: Katrin Jünemann

Den Wattführer macht an diesem Morgen Dr. Hans-Uwe Schütz von der Biologischen Station Rieselfelder. Es geht ein kleines Stück auf die trockenliegende Fläche des circa zwölf Hektar großen Teichs gegenüber der Station: Pflegearbeiten sind in diesen Tagen kurz vor Weihnachten angesagt.

Damit die Brut-Inseln für die Pflegemaßnahmen der größten Wasserfläche des Europareservats zu Fuß erreichbar sind, wird das Wehr an der Coermühle geöffnet und das Wasser abgelassen. Ebbe im Teich, das münsterische Wattenmeer taucht auf. Das passiert jedes Jahr im Spätherbst, wenn der Vogelzug beendet ist, und vor den ersten längeren Frösten. Einzig der tiefe Graben mit dem gereinigten Abwasser der Kläranlage führt weiter Wasser. Es gibt außerdem einige tiefe Stellen, an denen noch Wasser steht. Nur dort befinden sich jetzt einige wenige Wasservögel.

Münsters Wattenmeer

1/7
  • Rieselfelder Foto: kaj
  • Rieselfelder Foto: kaj
  • Rieselfelder Foto: kaj
  • Rieselfelder Foto: kaj
  • Rieselfelder Foto: kaj
  • Rieselfelder Foto: kaj
  • Rieselfelder Foto: kaj

Der Aufwuchs der Inseln muss jedes Jahr zurückgeschnitten werden, damit sie für die Brut attraktiv bleiben. Das ist schon erledigt.

Auch Schwimmflöße bietet die Station den Vögeln fürs Brutgeschäft an. Einige Flöße hat der Sturm zerstört: Sie werden repariert. Eines hat sich festgesetzt am Rand und muss noch geborgen werden. An den aktuellen Pflegearbeiten beteiligen sich drei ehrenamtlicher Helfer sowie zwei feste Mitarbeiter der Biologischen Station.

Momentan wartet Schütz auf einen Raupenbagger: Er soll die Pflanzen am Rand des Stauteichs zurückschieben, „damit wir eine große Fläche mit seichtem Wasser bekommen“, erklärt er. Dort fühlen sich vor allem Watvögel wohl.

Erst vorige Woche habe festgestanden, welche Firma die Arbeiten übernehmen konnte, weil die Biologische Station nach den neuen Förderrichtlinien eine beschränkte Ausschreibung habe durchführen müssen.

Der Fuchs geht auch durchs Wasser

Auch beim angrenzenden kleineren Stauteich, an dem sich der Schilflehrpfad befindet, wird der Bagger zum Einsatz kommen. Dort soll sie unter anderem Sediment abtragen, denn „zurzeit kommt der Fuchs noch auf die Insel der Flussregenpfeifer“, erklärt Schütz. Für eine lohnende Beute, etwa ein Gänseei, nehme ein Fuchs auch mal einen nassen Bauch in Kauf, berichtet er. Schon öfter sei er im sehr flachen Wasser gesehen worden.

Auf dem Weg zur nahen Vogel-Insel geht es durch den Uferbereich. Ein blaues Stäbchen blitzt aus dem dunklen Gekraute hervor, ein paar Schritte weiter die nächsten blauen Plastikteile: Wattestäbchen. Sie rutschten wohl durch die Siebe der Kläranlage, vermutet Uwe Schütz. Nun sind sie also mitten im Naturschutzgebiet gelandet.

Mehr Sicherheit für Vögel

Ein Haufen Federn taucht auf. Es hat eine Möwe erwischt. Schütz nimmt eine Feder in die Hand und schaut sich das Kielende an: „Das war ein Fuchs oder ein Marder“, sagt er. Beide bissen die Federn ab – und diese Spuren sind deutlich zu sehen. Ein Greifvogel rupfe die Federn heraus. Einige Meter weiter liegt der Trampelpfad eines Nutrias: Die Tiere haben feste Wege zum Wasser.

Circa zwei Wochen wird der große Stauteich noch trocken liegen. Es sei denn, es kommen frostige Tage und Nächte, bei denen die flachen Teiche der Rieselfelder zufrieren. Dann wird sofort geflutet, damit die Vögel auf diese offene Wasserfläche ausweichen können.

Frostige Rieselfelder

1/9
  • Auch in den Rieselfeldern fröstelt es. Immerhin: Die Sonne scheint. Ein Zeichen des Frühlings?

    Foto: Oliver Werner
  • Noch herrscht hier eine winterliche Stimmung, denn auch in den nächsten Tagen sind keine steigenden Temperaturen in Sicht. Im Gegenteil:

    Foto: Oliver Werner
  • Sibirische Kälte und Dauerfrost bis Anfang März sind angesagt. Einziger Trost für die bevorstehende Kältewelle: Die Sonne wird oft von einem blauen Himmel scheinen.

    Foto: Oliver Werner
  • Bis dahin bleiben uns frostige landschaftliche Impressionen.

    Foto: Oliver Werner
  • Frostige Rieselfelder Foto: Oliver Werner
  • Frostige Rieselfelder Foto: Oliver Werner
  • Frostige Rieselfelder Foto: Oliver Werner
  • Frostige Rieselfelder Foto: Oliver Werner
  • Frostige Rieselfelder Foto: Oliver Werner
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6240036?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Zwei Tote nach Angriff in Straßburg
Sicherheitskräfte haben den Straßburger Weihnachtsmarkt nach dem Angriff abgeriegelt.
Nachrichten-Ticker