Interkultureller Verein „Kaktus“ wird 40 Jahre
Wertschätzung und Respekt

Münster -

Wer nun mehr für Integration getan hat, war nicht ganz fassbar – war es der Verein oder dessen heutiger Geschäftsführer? Zumindest wollten die Lobreden zum 40-jährigen Bestehen des Vereins „Kaktus“ am Samstagabend kaum enden.

Sonntag, 09.12.2018, 15:50 Uhr aktualisiert: 09.12.2018, 16:46 Uhr
Molla Demirel (l.), Gründer des Vereins „Kaktus“, erhielt von Nevin Lutz (M.) „ihre erste Puppe“ von 1959 für das Kindermuseum. Ihr Ehemann Helmut Lutz (r.) trug im Namen der Vereinigung türkischsprachiger Autoren Europas ein Gedicht für Demirel vor.
Molla Demirel (l.), Gründer des Vereins „Kaktus“, erhielt von Nevin Lutz (M.) „ihre erste Puppe“ von 1959 für das Kindermuseum. Ihr Ehemann Helmut Lutz (r.) trug im Namen der Vereinigung türkischsprachiger Autoren Europas ein Gedicht für Demirel vor. Foto: klm

Ein wesentlicher Teil des Danks und der Erinnerung galt Molla Demirel . Der Münsteraner verkörpere die Ideale des Vereins für interkulturelle Zusammenarbeit wie kein anderer, hieß es bei der Feier zum 40-jähirgen Bestehen in der Geistschule/Primusschule. Die vielen Glückwünsche galten auch dem Geburtstagskind Molla Demirel, der am Vortag des Festes 70 Jahre alt geworden war. Der Vereinsgründer habe die Motivation für die „Kakteen“, wie Moderatorin Türkan Heinrich die Mitglieder nannte, maßgeblich gefördert. „Ich glaube, Du hast die Stadt ein Stück weit verändert“, sagte sie.

„Kaktus“ setzt sich durch Projekte im Sozial-, Medien- und Kulturbereich für Zusammenarbeit und Förderung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ein. Dazu gehört „Radio Kaktus“, das im Bürgerfunk einen Platz hat. Etwa 120 Mitglieder und Unterstützer nahmen an der Feier teil, viele von ihnen türkischer Herkunft. Für die Stadt war unter anderem Thomas Paal als Dezernent für Bildung, Jugend und Familie dabei sowie Thomas Kollmann, der Vorsitzende des Sozialausschusses.

Die Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (Grüne) sagte: „Der Vereinszweck ist die friedliche Verständigung. Und die Wertschätzung und der Respekt vor anderen.“ Demirel – er selbst ist Medienpädagoge, Sozialarbeiter und Schriftsteller – habe „viel für das interkulturelle Zusammenleben in der Stadt“ getan.

Mehr als 150 Dichter-Lesungen und Ausstellungen mit Schulen, Dichtern und Musikern als Partnern hätten in den vergangenen 40 Jahren stattgefunden, so Vereinsvorsitzender Dr. Michael Rainer. Bekanntgegeben wurde am Samstag die Gründung einer Stiftung für das Kindermuseum Münster. Manche Gäste hatten Spielzeug aus Kindertagen als Geschenke für das Museum mitgebracht.

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