Kindervorlesung über Smartphone-Kommunikation
Emojis können viel sagen

Münster -

Wer die Sprache in sogenannten Messenger-Diensten wie Whats-App untersuchen will, muss sich auch mit Emojis beschäftigen. Darum geht es bei der nächsten Kinderuni am Freitag (14. Dezember).

Dienstag, 11.12.2018, 08:00 Uhr
Bei der nächsten Kinderuni erklärt Sprachwissenschaftlerin Katharina König am kommenden Freitag, wie Emojis Sprache verändert.
Bei der nächsten Kinderuni erklärt Sprachwissenschaftlerin Katharina König am kommenden Freitag, wie Emojis Sprache verändern.

Gespräche sind auf vielerlei Art möglich – und viele Menschen ziehen es heute vor, Botschaften über ihr Smartphone auszutauschen, anstatt sich anzurufen und einfach direkt miteinander zu reden. „Das betrifft schon Kinder im Grundschulalter“, sagt Katharina König vom Germanistischen Institut der Universität Münster . Und: „Die Sprache verändert sich durch diese Art des Miteinander-Redens, das ja eher ein Schreiben ist“, ergänzt sie. Wie genau, das erklärt die Sprachwissenschaftlerin am Freitag (14. Dezember) von 16.15 bis 17 Uhr bei der Kinderuni im H1.

Hundert Symbole und Geheimsprachen

Wer die Sprache in den sogenannten Messenger-Diensten wie Whats-App untersuchen will, muss sich auch mit Emojis beschäftigen. Fast keine Textnachricht kommt mehr ohne die kleinen bunten Symbole aus, und es gibt davon viel, viel mehr als Buchstaben im Alphabet – nämlich viele Hundert Symbole. Es soll Menschen geben, die sich ausschließlich mittels dieser Symbole unterhalten. „Dafür muss man sich aber von vornherein gut verstehen“, erklärt Katharina König, die auf Emoji-Geheimsprachen gestoßen ist, die Freunde miteinander entwickelt hatten.

Heute ist fast in Vergessenheit geraten, dass Textnachrichten auf dem Handy früher, also vor nicht einmal 20 Jahren, noch eine furchtbar komplizierte Sache waren. Die bequemen Textvorschläge, die die Smartphones jetzt anzeigen, gab es damals nicht. Um einen einzigen Buchstaben zu schreiben, musste bisweilen dieselbe Taste vier Mal gedrückt werden. Deswegen entwickelten sich damals viele Abkürzungen, zum Beispiel „hdl“ für „hab dich lieb“. „Das ist heute nicht mehr nötig, darum sind die Abkürzungen auch auf dem Rückzug“, meint Katharina König. Junge Leute benutzen nach ihrer Beobachtung auch kaum noch Anreden oder Grußformeln wie „Liebe Grüße“: Der Austausch von Textnachrichten hört gar nicht auf. Nicht schnell zu antworten, gelte bei vielen jungen Leuten als Unfreundlichkeit, ergänzt König.

Erwachsenen oder Eltern, die die ständige Beschäftigung mit dem Smartphone kritisch sehen, sagt die Wissenschaftlerin: „Die Kommunikation mit dem Handy führt nicht dazu, dass die Sprache immer plumper wird. Emojis geben der Nachricht oft eine besondere, zusätzliche Bedeutung, die mit Worten nur schwer auszudrücken wäre.“

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Die Kindervorlesung ist geeignet für Kinder ab acht Jahren, der Eintritt ist kostenlos, auch für begleitende Erwachsene. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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