WN-Spendenaktion
Mit dem Wünschewagen in die Vergangenheit

Münster -

Seit einem Sturz baut die 85-jährige Hedwig Korn körperlich ab. Das Wünschewagen-Team erfüllte ihr jetzt einen späten Wunsch. Und plötzlich kamen die Erinnerungen an die Kindheit zum Greifen nah.

Freitag, 14.12.2018, 18:30 Uhr aktualisiert: 14.12.2018, 18:56 Uhr
Hedwig Korn (l.) freut sich mit der Ehrenamtlichen Carola Pörschke über die Fahrt mit dem Wünschewagen zum Schloss Nordkirchen.
Hedwig Korn (l.) freut sich mit der Ehrenamtlichen Carola Pörschke über die Fahrt mit dem Wünschewagen zum Schloss Nordkirchen. Foto: Meyer

Als sich am frühen Abend vor der Wohnung von Hedwig Korn die Tür des Wünschewagens öffnet, da ist das Erste, was die 85-Jährige sagt: „Es war so schön.“ Vorangegangen ist eine Fahrt zum Schloss Nordkirchen. Ein Ort, der Hedwig Korn an ihre Mutter sowie an die ältere Schwester erinnert. Und auch an gemeinsame Spaziergänge mit ihrem Ehemann. Sie alle sind heute tot. Hedwig Korn ist schon lange alleine.

Drei Mal am Tag kommt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zur Pflege und schaut nach dem Rechten. Dennoch ist Hedwig Korn zuletzt schwer gestürzt. Im Hausflur zeugt ein großer Blutfleck an der Wand von diesem Unglück. Seit die alte Dame wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, fühlt sie sich schwach. „Ich habe keine Kraft mehr“, sagt sie.

40 Kilometer pro Strecke mit dem Rad

Früher, erzählt Hedwig Korn, sei sie in „vielen Klübkes“ gewesen. Mittlerweile aber beschränkt sich das gesellschaftliche Leben zu weiten Teilen auf ein vom ASB ein Mal die Woche angebotenes Frühstück in der Gemeinschaft. Um vielleicht ein letztes Mal diesem Trott zu entfliehen, hat das Wünschewagen-Team Hedwig Korn an diesem Morgen abgeholt, um zum Schloss Nordkirchen zu fahren.

Die alte Dame verbindet mit dem Gebäude spezielle Erinnerungen. Früher als Kind fuhr sie mit ihrer Mutter von Handorf nach Nordkirchen, um ihre ältere, lungenkranke Schwester zu besuchen. Die war in der Lungenheilanstalt, der heutigen Kinderheilstätte, nahe dem Schloss untergebracht. Für Hedwig Korn und ihre Mutter bedeutete das 40 Kilometer pro Strecke – mit dem Fahrrad. Später spazierte sie mit ihrem Mann durch den Schlosspark.

Die eine oder andere Träne verdrückt

„Aber drinnen im Schloss, da war ich noch nie“, sagt Hedwig Korn. Das änderte sich während des Tages mit dem Wünschewagen-Team. Das nämlich hatte für die alte Dame nicht nur den Besuch des Schlosses, sondern auch eine exklusive, private Führung organisiert. „Die Führerin war ganz toll. Sie hat alles genau erklärt. Ich glaube, wir waren ihr sympathisch“, sagt Hedwig Korn, und ein stolzes Lächeln huscht über ihr Gesicht.

Und auch im Café Schlaun habe sie ihren Spaß gehabt. „Wir haben viel gelacht“, erzählt Hedwig Korn und schaut dabei zu Birgit Bäumer-Borgmann , Projektleiterin des Wünschewagens, die die Fahrt an diesem Tag begleitet hat. Die beiden sind seit dem gemeinsamen Ausflug per Du. „Hedwig hat mir viel erzählt. Ich wusste gar nicht, dass sie früher auch Krankenschwester war. Sie ist also vom Fach“, sagt Birgit Bäumer-Borgmann und fügt hinzu: „Hedwig hat mir gestanden, dass sie die eine oder andere Träne verdrücken musste.“ So wie das eben ist, wenn Wünsche in Erfüllung gehen.

 

Die Projekte der WN-Spendenaktion 2018

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  • Unseren Mitmenschen helfen - besonders jenen, die in einer akuten Notsituation sind: Das ist der Leitgedanke der WN-Spendenaktion.  Wir stellen Ihnen alle vier Projekte aus Münster vor. 

    Foto: diverse
  • Weiterbildung und gesellschaftliche Teilhabe - davon sind Menschen mit Behinderung oft ausgeschlossen. Um sich weiterzubilden und gegenseitig zu bestärken, gibt es das Fabi-Bildungsprogramm "Menschen mit Behinderung bilden sich weiter" der Evangelischen Familienbildungsstätte. Es setzt darauf, dass die Teilnehmer des Projektes nicht nur selbst lernen, sondern mit dem erlangten Wissen selbst Kurse für andere Betroffene durchführen können, so wie Thomas Wendt (rechts), der Co-Leiter eines Tanzkurses ist.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Das Angebot des Projektes ist groß. Es geht um Gesundheit, Sport, Ernährung, Computer, Reisen oder Kultur – die Liste ist lang. Inklusion ist kein Konzept, sondern eine Haltung, so Barbara Stober, Vorsitzende des Trägervereines. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: Familienbildungsstätte
  • Wenn die Krankheit einen Menschen langsam in den Tod begleitet, dann haben die meisten einen letzten Wunsch. Doch wie kommt man als todkranker Krebspatient aus dem Krankenhaus in das Stadion seines Lieblings-Fußballvereines? Oder ans Meer? Oder ein letztes mal nach Hause? Zu diesem Zweck gibt es die Wünschewagen-Hotline des Arbeiter-Samariter-Bundes: um Menschen das vielleicht letzte mal glücklich zu machen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Erfüller der Wünsche arbeiten ehrenamtlich, sie benötigen eine Schulung und Ausstattung. So entstehen pro Jahr für jeden Mitarbeiter Kosten in Höhe von etwa 1500 Euro. Um das Team auf 120 Mitarbeiter aufstocken zu können, um noch mehr Menschen den letzten Wunsch zu erfüllen, ist der Wünschewagen auf Spenden angewiesen. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: ASB
  • Bis vor nicht allzu langer Zeit galt Lublin als eine der ärmsten Regionen in der EU. Zwar sieht das mittlerweile anders aus, dennoch fehlt es vielerorts gerade im sozialen Bereich. Um das zu ändern, stärkt Münster die Region durch eine Städtepartnerschaft. Verantwortlich dafür ist auch der Förderverein Münster-Lublin, der lokale Projekte unterstützt. 

    Foto: privat
  • Neben einem Heim für obdachlose Frauen und alleinerziehende Mütter möchte der Verein nun mit Hilfe der Evangelischen Kirchengemeinde drei weitere soziale Projekte unterstützen: ein Kinderhospiz und zwei Schulen, eine für gehörlose, die andere für blinde Schüler. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: Einrichtung
  • Nach einer erfolglosen Chemotherapie stellt eine Knochenmarktransplantation für Krebspatienten oft die letzte Hoffnung dar. Mit der Transplantation geht aber auch eine wochenlange Isolation einher. Der Freundeskreis KMT Münster setzt sich dafür ein, diese Zeit so erträglich wie möglich zu gestalten.

    Foto: Freundeskreis KMT Münster
  • Das Transplantationszentrum in Münster soll um 20 Zimmer erweitert werden. Der Freundeskreis KMT Münster sammelt Spenden für neue Laborgeräte, Trainingsgeräte, E-Book-Reader und Spezialfernseher, die das Immunsystem der Patienten nicht beeinträchtigen. Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

    Foto: Matthias Ahlke

 

Vier Projekte - ein Konto

► Projekte: Wünschewagen (Schwerkranken soll ein letzter Wunsch erfüllt werden), Knochenmarkzentrum (ergänzende Einrichtung von 20 neuen Patientenzimmern im Erweiterungsbau), Lublin (Unterstützung für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche in Münsters Partnerstadt), Bildung + Behinderung (Ermöglichung gleichberechtigter Teilhabe am Leben)

► Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adres­se angegeben ist.

► Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung unter Verwendungszweck „Veröffentlichung: Ja“ ein.

► Konto: Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ: 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 

0088 88

► Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, nur zur Abwicklung des der Erhebung zugrunde liegenden Zwecks. Nähere Informationen zu unserem Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie hier .

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