Die Kasernenmauer in Gremmendorf hat ein Loch bekommen
Hier geht‘s zur Baustelle

Münster-Gremmendorf -

Damit auf dem Gelände der York-Kaserne eine Kita gebaut werden kann, wurde die angrenzende Mauer zum Wiegandweg eingerissen. Für die Stadt Münster ein Vorgang mit hoher Symbolkraft.

Dienstag, 18.12.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 19:12 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) und Dr. Christian Jaeger vom städtischen Wohnungsunternehmen Wohn- und Stadtbau freuen sich über das Loch in der Mauer. Es dient demnächst als Baustellenstraße.
Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) und Dr. Christian Jaeger vom städtischen Wohnungsunternehmen Wohn- und Stadtbau freuen sich über das Loch in der Mauer. Es dient demnächst als Baustellenstraße. Foto: Oliver Werner

Wenn wichtige Gebäude errichtet werden, dann gibt es vor der Einweihung traditionell drei Termine zum Feiern: den ersten Spatenstich, die Grundsteinlegung und das Richtfest.

Auf dem Kasernengelände in Gremmendorf wird das städtische Unternehmen Wohn- und Stadtbau im kommenden Jahr eine Kita und ein Jugendzentrum errichten. Da die York-Kaserne in Gremmendorf von besonderer Bedeutung für die Stadt Münster ist, wurde am Dienstag dem ersten Spatensicht noch ein Festakt vorangeschickt: der „Baggerbiss“.

Vor rund 70 geladenen Gästen zerstörte Lewe im Bereich des Wiegandweges ein Stück der alten Kasernenmauer. Der Durchbruch soll als Baustellenstraße dienen. „Die verbotene Zone wird sichtbar“, freute sich Lewe darüber, dass zumindest in diesem Teilbereich das 2013 von den britischen Soldaten geräumte Areal der Öffentlichkeit zugänglich werde.

Bislang gibt es noch keine Bautätigkeit auf dem 50 Hektar großen Gelände, das die Stadt im April erworben hat.

2020: Fertigstellung des Gebäudekomplexes

Die Wohn- und Stadtbau baut für die Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit das alte Lazarettgebäude ganz im Süden der Kaserne um, daneben wird eine nicht mehr benötigte Tennisanlage „in zeitgemäßer Architektursprache“ bebaut, wie Stadtbaurat Robin Denstorff ergänzte.

Baggerbiss an der York-Kaserne

Auf dem insgesamt 2700 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 1500 Quadratmeter für die Acht-Gruppen-Kita, ferner 300 Quadratmeter für das Jugendzentrum. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes kündigte der Chef der Wohn- und Stadtbau, Dr. Christian Jaeger, für 2020 an.

Das neu errichtete Kita-Gebäude ist geplant als Ersatzbau für die DRK-Kita „Schatzkiste“, die sich derzeit im nördlichen Teil der Gremmendorfer Kaserne befindet. Sobald der Umzug erfolgt ist, kann der bisherige, provisorische Kita-Standort neu genutzt werden. An dieser Stelle soll „Gremmendorfs neue Mitte“ entstehen.

Erschließung von Baufeldern

Im Endausbau werden 23 Kita-Gruppen und eine Grundschule in dem neuen Stadtquartier angesiedelt sein, so Denstorff bei der Feierstunde weiter. Die Kaserne, deren Bebauung sich immer wieder verzögert hat, sei ausgelegt für insgesamt 1800 Wohnungen und 6000 Einwohner. Denstorff: „Hier entstehen die Quartiere des 21. Jahrhunderts.“

Sichtlich erfreut über die bald beginnende Bautätigkeit war Siegfried Thielen, Geschäftsführer des städtischen Unternehmens Konvoy, das für die Vermarktung der Kasernenfläche sorgt. Thielen arbeitet an dem Projekt seit der Unterzeichnung des Konversionsvertrages im Jahr 2012.

Die Wohnbebauung auf dem Kasernengelände wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Erst müssen die Baufelder erschlossen werden. Teile der Kaserne werden aktuell auch noch für eine Flüchtlingseinrichtung des Landes, andere Teile für das Grünflächenamt benötigt.

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