Social-Media-Workshop am Hansa-Berufskolleg
Instagram statt Mathematik

Münster -

Smartphone raus, Klassenarbeit: Sonst sind Handys im Unterricht tabu, am Hansa-Berufskolleg aber derzeit strengstens erwünscht. Denn dort lernen die Schüler im „Smart Camp“ den richtigen Umgang mit den digitalen Medien – und vieles mehr.

Donnerstag, 20.12.2018, 10:00 Uhr
Ein Schüler springt hoch, eine Kurskameradin hält seine Hand und eine andere fotografiert: So sollen die Schülerinnen und Schüler im Kurs „Smart Photography“ mehr über Dynamik in Fotos erfahren.
Ein Schüler springt hoch, eine Kurskameradin hält seine Hand und eine andere fotografiert: So sollen die Schülerinnen und Schüler im Kurs „Smart Photography“ mehr über Dynamik in Fotos erfahren. Foto: David Luys

Für gewöhnlich sind Smartphones im Unterricht bei Lehrern nicht gern gesehen. Am Hansa-Berufskolleg bestimmten sie nun aber drei Tage lang den Unterricht.

Die Schule veranstaltete ein „Smart-Camp“ mit Workshops rund um die Themen Digitalisierung und soziale Netzwerke. Die Schülerinnen und Schüler lernten, innovativer und kreativer mit diesen Netzwerken umzugehen. Dafür veranstaltete das Bonner Start-up BG 3000 mit den Schülern Kurse zu verschiedenen Themen wie Instagram, YouTube oder Smart Photography. BG 3000 wird von der Barmer Ersatzkasse und dem TÜV Rheinland finanziert. „Viele Schüler sind mit Begeisterung dabei, denn online zu sein, ist ihr täglich Brot“, freute sich die Organisatorin Julia Geus.

Fotografieren statt Knipsen

Geleitet wurden die Kurse von Experten der jeweiligen Bereiche wie einem professionellen Fotografen oder dem YouTuber Manuel Senke. Sie gaben Tipps und machten Übungen mit den Schülern – „Learning by Doing“ war die Devise. Dazu gehörte zum Beispiel, dass Schüler mit Bewegungsunschärfe und Perspektiven experimentierten, um Fotos interessanter zu gestalten.

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Die Schülerinnen begutachten die Ergebnisse des Workshops auf ihren Smartphones Foto: David Luys

Die Workshops konnten sie sich zuvor selbst aussuchen. „Ich belege den Fotokurs, aber nicht für Insta­gram. Ich überlege mir, eine Kamera zu kaufen“, erklärte Schüler Sven Hohenlüchter. Auch die anderen Kurse kamen gut bei den Schülern an. Zwar nutzten viele von ihnen bereits soziale Netzwerke, doch auch sie könnten noch viel von den Experten lernen, resümierte die Lehrerin Maureen Hennig, die das Camp initiierte.

"Schule muss digitaler werden"

Sie freute sich auch über zusätzliche Möglichkeiten im Unterricht: „Unsere Schule muss mit der schnellen Entwicklung Schritt halten. Sie ist digital schon ganz gut aufgestellt, kann aber noch digitaler und vor allem innovativer werden. Die Schüler lernen auch, wie sie beispielsweise in Projektarbeiten dazu beitragen können.“ Gleichzeitig sah sie auch Risiken im Umgang mit sozialen Netzwerken: „Viele Schüler sind beim Datenschutz schluderig. Das kann böse Konsequenzen haben.“

Der Einschätzung stimmte auch ein Schüler zu: „Problematisch wird es, wenn man feiern geht.“ Aus dem Grund werden die Schüler auch für Datenschutz sensibilisiert.

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Foto: David Luys

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