Interview
Michael Solder ist der wahre Wilsberg

Münster -

Der echte Wilsberg heißt Michael Solder, verkauft alte Bücher und hat mit Leonard Lansink augenscheinlich nicht viel gemeinsam. Doch wer genau nachfragt, entdeckt trotzdem die ein oder andere Überschneidung mit dem Fernseh-Detektiv. Von Stefan Werding
Samstag, 05.01.2019, 16:14 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 05.01.2019, 16:14 Uhr
Michael Solder in seinem Antiquariat: „Ich schaffe eine Interessantheit und einen Wert, der auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.“ Gunnar A. Pier
Michael Solder in seinem Antiquariat: „Ich schaffe eine Interessantheit und einen Wert, der auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.“ Foto: Gunnar A. Pier
Was haben ein Antiquar und Detektiv gemeinsam? Michael Solder: Mehr als man denkt. Und leider auch mehr als man im Fernsehen sieht – wenn ich mal was Kritisches sagen darf. Ich kaufe meine Bücher ja häufig aus Nachlässen von Haushalten. Das ist eine Mischung aus Detektivtätigkeit und Heilig Abend. Da bin ich immer auf der Suche nach irgendetwas, das man noch nicht kennt, oder was man kennt und lange gesucht hat. Das hält die Neugierde wach. Das macht diesen Beruf so schön. Ich besorge ja keine Bücher, die Leute bei mir bestellen. Ich habe von allem immer nur eins. Wie sieht so eine Suche aus? Stöbern Sie bei Haushaltsauflösungen oder in fremden Kellern herum? Solder: Das weniger. Meine Spezialgebiete sind Philosophie und Altphilologie, also griechische und lateinische Klassiker. In der Regel bieten mir Sammler aus den Fachgebieten ihre Bücher an. Ich habe letztens jemanden im Rheinland getroffen, der sein Leben lang gesammelt hat und jetzt 75 ist. Der hat gesagt: „Kommen Sie mal vorbei.
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