Vorwurf der Untreue
Ermittlungen gegen Ex-Westfleisch-Mitarbeiter

Münster/Bielefeld -

Gegen zwei ehemalige Mitarbeiter des münsterischen Fleischkonzerns Westfleisch wird wegen Untreue ermittelt. Das bestätigte am Freitag Oberstaatsanwalt Gerald Rübsam von der Bielefelder Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität unserer Zeitung.

Freitag, 11.01.2019, 18:36 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 12:07 Uhr
Blick in den Westfleisch-Betrieb in Münster
Blick in den Westfleisch-Betrieb in Münster Foto: Sigmar Teuber (Archiv)

 Bei den Ermittlungen gehe es um Exportgeschäfte, die Westfleisch unter Umgehung des Russlands-Embargos „in den Jahren 2014 oder 2015“ über verschiedene Standorte in Nord- und Südamerika abgewickelt habe. Es habe eine anonyme Anzeige gegeben. Westfleisch kooperiere aber bei der Aufklärung des Sachverhalts, so Rübsam. Es gehe darum, dass „gegen Vermögensinteressen des Unternehmens“ gehandelt worden sei.

Grund für die Ermittlungen ist laut Rübsam nicht ein etwaiger Verstoß gegen ein Russland-Embargo. „Es geht darum, dass die Einnahmen aus den Geschäften nicht auffindbar sind“, betonte der Oberstaatsanwalt .

Aus Branchenkreisen verlautete, dass sich der für Westfleisch entstandene Schaden auf rund 16 Millionen €  beläuft. 2015 musste auch deshalb ein Verlust von 6,06 Millionen €  ausgewiesen werden. Das war ein Grund, warum die landwirtschaftlichen Mitglieder der Westfleisch-Genossenschaft damals keine Sonderausschüttung bekommen hatten.

 „In den vergangenen Jahren konnten wir mit unterschiedlichen Maßnahmen und juristischen Schritten den durch die Zahlungsausfälle entstandenen Vermögensschaden bereits reduzieren“, erklärt Carsten Schruck, Vorstand der Westfleisch SCE.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6313428?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
NRW-Innenausschuss spricht über Münsters Polizeipräsident
Münsters Polizeipräsident Hajo Kuhlisch
Nachrichten-Ticker