Personalrat schlägt Alarm
Verloren auf der Stadthaus-Baustelle

Münster -

Bau-Chaos im Stadthaus 1: Die Heizungen funktionieren nicht richtig, Bürger verlaufen sich, es gibt zu wenig Toiletten. Der Personalrat hat am Montag im städtischen Intranet Alarm geschlagen. Die Verwaltung reagierte umgehend mit einer Stellungnahme.

Montag, 14.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 19:51 Uhr
Der Eingang in den Hochhausturm des Stadthauses 1 (rechts neben dem Bauzaun) ist nur schwer zu finden. Die Verwaltung will daher nun große Schilder installieren.
Der Eingang in den Hochhausturm des Stadthauses 1 (rechts neben dem Bauzaun) ist nur schwer zu finden. Die Verwaltung will daher nun große Schilder installieren. Foto: Kalitschke

Obwohl der Umbau des Stadthauses 1 noch lange nicht abgeschlossen ist, sind die ersten Ämter bereits Mitte Dezember in ihre sanierten Büros zurückgekehrt. Womöglich voreilig, denn seitdem hagelt es Beschwerden. Mitarbeiter sprechen von „Chaos“ und „Tortur“. Heizungen, die nicht funktionieren, Bürger, die weder den Eingang noch den Weg zu den Büros finden, fehlende Decken und Toiletten – das sind nur einige Aspekte, die am Montag den Personalrat veranlasst haben, eine gepfefferte Stellungnahme im städtischen Intranet zu veröffentlichen.

In vielen Fluren hängen Leitungen von der Decke und aus den Wänden.

In vielen Fluren hängen Leitungen von der Decke und aus den Wänden. Foto: Oliver Werner

Die Situationsbeschreibung fällt vernichtend aus: „Vom Anspruch an Bürgerfreundlichkeit und Mitarbeiterorientierung ist die Stadtverwaltung aktuell weit entfernt. Die Situation ist schlichtweg nicht hinzunehmen“, kritisiert der Personalrat – und listet ausführlich Probleme auf, mit denen Bürger und Mitarbeiter zu kämpfen hätten: unzureichende oder fehlende Beschilderung im Gebäude, Bürger, die sich in Baustellenbereiche verirren, weil Absperrungen fehlen, Türen ohne Schlösser, Leitungen, die von den Decken baumeln.

Private Heizlüfter, heißt es weiter, seien mittlerweile fester Bestandteil der Raumausstattung – da die Steuerung der Raumtemperatur nicht funktioniere. So berichtet ein Mitarbeiter, dass die Heizung nicht erst beim Öffnen der Fenster ausgehe – sondern bereits dann, wenn starker Wind vor die geschlossenen Fenster wehe.

Umzugskartons im Treppenhaus des Stadthaus-Hochhauses.

Umzugskartons im Treppenhaus des Stadthaus-Hochhauses. Foto: Oliver Werner

„Weite Gebäudeteile vermitteln eher den Charme einer Baustelle als eines funktionalen Verwaltungsgebäudes“, so das Fazit des Personalrates. Er fordert, weitere Umzüge erst dann vorzunehmen, wenn die neuen Büroräume tatsächlich nutzbar sind.

Die Verwaltung betonte am Montag gegenüber unserer Zeitung, dass ein späterer Umzug nicht möglich gewesen sei. Ausschreibungen und Vergaben an die ausführenden Firmen seien auf den 2. Januar 2019 terminiert gewesen, eine Bauverzögerung hätte zu Schadensersatzansprüchen geführt und womöglich das eng getaktete Gesamtprojekt gefährdet. Unannehmlichkeiten seien nicht zu vermeiden, Mängel sollen aber nun „schnellstmöglich“ beseitigt werden.

Der Haupteingang in den Hochhausturm des Stadthauses 1 am Montag. Ein Mitarbeiter fängt Besucher ab und weist ihnen den Weg.

Der Haupteingang in den Hochhausturm des Stadthauses 1 am Montag. Ein Mitarbeiter fängt Besucher ab und weist ihnen den Weg. Foto: kal

So sollen noch in dieser Woche am Bauzaun und am Eingang Heinrich-Brüning-Straße große Schilder angebracht und im Gebäude ein Leit- und Orientierungssystem installiert werden. Einen mit jeweils einem Mitarbeiter besetzten Infoservice an den Eingängen Foyer und Heinrich-Brüning-Straße gebe es bereits. Malerarbeiten in den Treppenhäusern sollen in zwei Wochen abgeschlossen sein, Fehler an den Fenster-Sensoren der Heizungen seien korrigiert worden. „Bis Ende Januar“, verspricht die Verwaltung, „werden die allermeisten Mängel behoben sein.“

Derweil zeichnen sich bereits neue Probleme ab. Die Bürgeramt-Wartezone im Stadthaus sei viel zu klein, kritisiert der Personalrat. Die Lüftung stoße bereits jetzt, mitten im Winter, an ihre Grenzen. Das, so warnt die Mitarbeitervertretung, „lässt für die Sommermonate Schlimmes befürchten“.

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