Morgendliches Himmelsspektakel
Mondfinsternis über Münster

Münster -

Frühaufsteher können Montagmorgen ein ganz besonderes Schauspiel am Himmel beobachten: einen sogenannten Blutmond. Was passiert und welche Regionen haben die besten Wetterbedingungen?

Sonntag, 20.01.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 21.01.2019, 07:29 Uhr
Morgendliches Himmelsspektakel: Mondfinsternis über Münster
In den frühen Morgenstunden am kommenden Montag (21.1.) findet über Münster eine Mondfinsternis statt. Foto: Michael Dütting

Früh aufstehen lohnt sich: Wer Montagmorgen noch vor Sonnenaufgang aus dem Bett krabbelt, kann den Vollmond rötlich schimmern sehen - wenn das Wetter mitspielt. Von 5.41 Uhr an wird der Mond etwa eine Stunde lang komplett im Kernschatten der Erde liegen.
Da er gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erscheint er zudem besonders groß. Die besten Wetterverhältnisse gibt es wohl in der Mitte Deutschlands. Zu einer Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen bei dieser Finsternis genau auf einer Linie.

Der Mond verdunkelt sich

Gegen 4.34 Uhr nachts geht es los: Der Vollmond rückt langsam in den Kernschatten der Erde. Das sehe tatsächlich so aus, als würde sich der Mond von einer Seite her langsam verdunkeln, sagt  Carolin Liefke  vom Haus der Astronomie in Heidelberg.
Um etwa 5.41 Uhr ist der Mond dann vollkommen im Kernschatten verschwunden. Allerdings ist er dann nicht komplett schwarz, sondern leuchtet rötlich - weshalb er umgangssprachlich «Blutmond» genannt wird. Denn die Sonnenstrahlen werden in der Atmosphäre der Erde gebrochen und nur die roten gelangen zum Mond. «Deshalb entsteht diese rötliche Färbung», erklärt Liefke . Je nach Zusammensetzung der Atmosphäre - etwa der Menge an Staubteilchen und Wolken - fällt sie bei jeder Finsternis etwas anders aus.

Mondfinsternis am 21.1.2019

1/13
  • Tolles Leserbild: Paul Widder schickte uns dieses Foto vom "Blutmond" über Münster-Häger.

    Foto: Paul Widder
  • Am frühen Montagmorgen hatten Mondgucker die Chance auf ein seltenes Spektakel: Der Erdtrabant schimmerte während einer totalen Mondfinsternis rötlich.

    Foto: dpa
  • Ab 4.34 Uhr wanderte der Mond langsam in den Kernschatten der Erde.

    Foto: dpa
  • Zu einer Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen bei dieser Finsternis genau auf einer Linie. Die Strahlen der Sonne werden in der Atmosphäre der Erde gebrochen, so dass nur das langwellige rötliche Licht zum Mond gelangt. Daher schimmert dieser rötlich.

    Foto: dpa
  • Um etwa 5.41 Uhr verschwand der Mond vollkommen im Kernschatten der Erde - die totale Mondfinsternis begann.

    Foto: dpa
  • Gar nicht so leicht zu fotografieren: Ohne Stativ verwackeln Fotos vom „Blutmond“, wie das Himmelsschauspiel auch genannt wird.

    Foto: dpa
  • So ist es besser: Da der Mond gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erschien er während der Finsternis besonders groß. Um 6.44 Uhr rückte er langsam aus dem Kernschatten der Erde heraus.

    Foto: dpa
  • Auch im Münsterland hatte man freie Sicht auf das Himmelsspektakel. Unsere Leserinnen und Leser zückten ihre Fotoapparate und machten tolle Bilder: In Gronau hielt Sven Rosowski die Mondfinsternis fest.

    Foto: Sven Rosowski
  • Da oben steht er: Vany Bussmann war in Horstmar früh genug aufgestanden.

    Foto: Vany Bussmann
  • Dieter Peten war mit seiner Kamera an der Hünenborg in Rheine unterwgs.

    Foto: Dieter Peten
  • Auch ihm gelangen tolle Bilder. „Aber saukalt war es”, klagt er.

    Foto: Dieter Peten
  • Christin Dammeyer machte dieses Foto am Dortmund-Ems-Kanal in Münster.

    Foto: Christin Dammeyer
  • Ruben Jaißle gelang in Horstmar dieses Bild.

    Foto: Ruben Jaißle

Freie Sicht nach Westen wichtig

Etwa eine Stunde lang kann der rötliche Vollmond bestaunt werden bevor er um 6.44 Uhr wieder langsam aus dem Kernschatten herausrückt. Um 7.51 Uhr ist das Spektakel auch schon wieder vorbei und der Erdtrabant komplett aus dem Kernschatten herausgetreten.
Ein paar Minuten später geht er tief im Westen unter. «Wenn man sich das Ereignis anschauen möchte, sollte man also freie Sicht in Richtung Westen zum Horizont haben», rät die Astronomin.

Astronom Voss und Sternfreunde Münster erklären Mondfinsternis

Interessierte Personen haben die Möglichkeit, auf dem Vorplatz des LWL-Museums für Naturkunde, die Finsternis gemeinsam mit Fachleuten zu erleben. Die Sternfreunde Münster e.V. und LWL-Chefastronom Dr. Björn Voss erklären, was genau am Himmel zu sehen ist.
Von 4.30 Uhr bis 7 Uhr stehen außerdem die Teleskope auf dem Museumsvorplatz bereit, um dieses seltene Himmelsschauspiel zu verfolgen und Mondkrater zu betrachten. Die Fachleute erklären auch andere Besonderheiten des Sternenhimmels.

Zum Thema

Die Beobachtung findet nur bei klarer Sicht auf den Mond statt. Der Eintritt ist frei. Ort: Vorplatz des LWL-Museums für Naturkunde, Sentruper Straße 285, 48161 Münster.

...

Wie wird das Wetter?

Wer kann das Spektakel ungetrübt beobachten? Bei klarem Himmel, könnte man die Phase des rötlichen Mondes überall in Deutschland gut sehen. Vor dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten könnte es in der Südhälfte aber bereits dämmern, erläutert Liefke.
Doch das Wetter könnte den Mondguckern einen Strich durch die Rechnung machen. „Wer sich den Wecker zwischen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Ostbayern rechtzeitig stellt, wird aller Voraussicht nach auf seine Kosten kommen",  so Andreas Machalica, Diplom-Meteorologe und Wetter-Experte bei wetter.com. „Vor allem in Köln, Frankfurt und Nürnberg sollte der Himmel klar sein. Gute Bedingungen also, um die Mondfinsternis gemütlich mit einer Tasse Kaffee von zu Hause aus mitzuverfolgen. Passionierten Naturfotografen rate ich, sich dick einzupacken, warme Getränke mit nach draußen zu nehmen und eventuell einen Ersatz-Akku für die Kamera bereit zu halten. Besonders in einigen Mittelgebirgstälern wird es mit minus 10 bis minus 15 Grad richtig eisig. Getrost weiterschlafen können alle im Süden von Baden-Württemberg und Bayern sowie in den Küstenregionen, denn dort schieben sich wohl dichte Wolken vor den Blutmond, im Osten könnten lokale Nebelfelder die Sicht nehmen.“

Nächste Mondfinsternis

Zuletzt konnte der Blutmond im Juli 2018 über Münster beobachtet werden, gemeinsam mit einer besonderen Mars-Konstellation. Die totale Mondfinsternis war besonders lang: Der Mond tauchte für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Damit war es die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts. Mit 62 Minuten ist diese Mondfinsternis am Montag deutlich kürzer als die vom Juli.
Trotzdem gilt für alle, die das Himmelsereignis verschlafen: Zwei richtig gut von Deutschland aus zu sehende totale Mondfinsternisse werde erst Silvester 2028 und in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2029 geben, schreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Zuvor können von Deutschland aus allenfalls kurze Abschnitte solcher Ereignisse beobachtet werden.

Zeitplan der Mondfinsternis

3:35 Uhr: Beginn der Halbschattenfinsternis. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde ist für Laien kaum wahrnehmbar.
4:34 Uhr: Beginn der partiellen Mondfinsternis: Der Kernschatten der Erde schiebt sich über den Mond.
5:41 Uhr: Beginn der totalen Mondfinsternis: Alle drei Himmelskörper befinden sich auf einer Linie. Der Mond schimmert rötlich.
6:44 Uhr: Ende der totalen Mondfinsternis, Beginn der zweiten partiellen Mondfinsternis
7:51 Uhr: Ende der partiellen Mondfinsternis
gegen 8:00 Uhr: Der Mond geht in Deutschland unter.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6333622?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Fast 200 Kinder von Streiks betroffen
In mehreren Awo-Kitas wurde am Montag gestreikt.
Nachrichten-Ticker