Plädoyer für Europa beim CDU-Neujahresempfang
McAllister: „Der Brexit war das Werk von Demagogen“

Münster -

2019 ist ein Wahljahr! Mehr als deutlich war das beim CDU-Neujahrsempfang zu spüren. Die Partei stimmte sich auf die Europawahl im Mai ein.

Freitag, 18.01.2019, 17:15 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 18:14 Uhr
Die CDU-Kreisvorsitzende Sybille Benning (v.l.) begrüßte die EU-Politiker Markus Pieper und David McAllister, LWL-Kämmerer Georg Lunemann, Oberbürgermeister Markus Lewe, die Landtagsabgeordnete Simone Wendland und Bürgermeisterin Karin Reismann.
Die CDU-Kreisvorsitzende Sybille Benning (v.l.) begrüßte die EU-Politiker David McAllister und Markus Pieper, LWL-Kämmerer Georg Lunemann, Oberbürgermeister Markus Lewe, die Landtagsabgeordnete Simone Wendland und Bürgermeisterin Karin Reismann.

„Der Nationalismus ist das böseste Gift, das je erfunden wurde.“ Leidenschaftlich plädierte der EU-Parlamentarier David Mc­Allister beim Neujahrsempfang der münsterischen CDU am Donnerstagabend für ein starkes Europa.

Die Europawahl im Mai bezeichnete der frühere niedersächsische Ministerpräsident als „Schicksalswahl“, weil die Gefahr bestehe, dass noch mehr „Populisten und parlamentarische Arbeitsverweigerer“ in Brüssel auftauchen würden, um dann nach dem Vorbild des Briten Nigel Farage „mit Hass auf die EU “ einzudreschen.

Sehr hart ging der CDU-Politiker mit den treibenden Kräften des Brexits in England ins Gericht. „Das war ein Werk von Demagogen.“ Spätestens seit der Entscheidung der AfD, einen Austritt Deutschlands aus der EU anzustreben, müsse jeder Demokrat gewarnt sein. Die „böse Saat“ dürfe auf keinen Fall aufgehen.

Begleitet von Applaus im voll besetzten Rathausfestsaal, forderte McAllister im anstehenden Wahlkampf eine harte Auseinandersetzung mit der AfD: „Wir lassen es nicht zu, dass Demagogen in Deutschland das gleiche Unheil anrichten wie in England.“

Und dass sich England am Rande einer ökonomischen Katastrophe befindet, davon wusste der münsterländische CDU-Politiker Dr. Markus Pieper zu berichten, der im Mai wieder für das EU-Parlament kandidiert. Er berichtete von Gesprächen mit Vertretern englischer Transport- und Tourismusunternehmen, die geradezu flehentlich darum baten, „dass alles so bleibt, wie es ist“.

Wird es aber nicht, wie Pieper ergänzte. Bei der Frage, ob besagte Unternehmer beim Brexit-Referendum 2016 offensiv für einen Verbleib in der EU geworben hätten, habe es nur ein betretenes Schweigen gegeben, so Pieper.

McAllister nannte eine weitere katastrophale Folge des geplanten EU-Austritts für England: „Ohne polnische Krankenschwestern bricht das britische Gesundheitssystem in einer Woche zusammen.“ Pieper räumte ein, dass die EU viele Fehler gemacht habe. Die richtige Antwort müsse sein: „Europa verbessern und nicht Europa zerstören.“

Der anhaltende Applaus am Ende der beiden Reden zeigte, dass die münsterische CDU-Kreisvorsitzende Sybille Benning Recht behalten sollte, als sie in ihrer Begrüßung zwei „überzeugte und überzeugende EU-Politiker“ ankündigte.

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