Video: Messboot scannt den Aasee
Öko-Schlamassel durch Schlamm?

Münster -

40 Hektar. So groß ist Münsters Aasee. Der kleine Messkatamaran „Riverboat“ wird ihn im März Meter für Meter scannen. Was das mit dem Fischsterben im letzten Sommer zu tun hat, erklärten Experten bei Probemessungen. [mit Video]

Freitag, 18.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 19:28 Uhr
David Wehmeyer (2.v.r.) und Lukas Klatt (r.) haben ihr „Riverboat“ zu Wasser gelassen und einen kleinen Teil des Aasees unter die Lupe genommen. Die städtischen Mitarbeiter (v l.) Sonja Kramer, Berthold Reloe und Lutz Hirschmann erhoffen sich Aufschlüsse über den Untergrund des Sees bei der großen Messung im März.
David Wehmeyer (2.v.r.) und Lukas Klatt (r.) haben ihr „Riverboat“ zu Wasser gelassen und einen kleinen Teil des Aasees unter die Lupe genommen. Die städtischen Mitarbeiter (v l.) Sonja Kramer, Berthold Reloe und Lutz Hirschmann erhoffen sich Aufschlüsse über den Untergrund des Sees bei der großen Messung im März. Foto: Matthias Ahlke

20 Tonnen tote Fische und zahlreiche verendete Wasservögel hatten Helfer nach dem Öko-Gau im August 2018 aus dem Aasee gefischt. „Die Ursache war das Zusammenwirken vieler negativer Faktoren“, sagt Lutz Hirschmann vom Umweltamt der Stadt Münster. Welche Rolle dabei das Sediment und der Schlamm im Wasser gespielt haben, klärt ein kleiner Messkatamaran, der im März eine Woche lang den 40 Hektar großen Aasee Meter für Meter scannen wird. Zusätzlich werden Schlammproben mit der Hand genommen.

Die Ergebnisse fließen in das Gesamtgutachten von Prof. Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Institut in Magdeburg ein, der im Mai mögliche Maßnahmen vorstellt. Eine der Schlussfolgerungen könnte dann sein, dass der Aasee entschlammt werden sollte, was eine sehr teure und sehr unappetitliche Mammut-Aktion sein würde. Der alte Teil des Aasee ist in den 1970er-Jahren mal entschlammt worden, der neuere Teil noch nie.

Messkatamaran misst Schlammschicht

In dieser Woche haben die Experten des Forschungsin­stitutes für Wasser- und Abfallwirtschaft an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ihr „Riverboat“ zu Wasser gelassen und in ersten Probemessungen den Teil des Aasees an der Bootsanlegestelle des Segelclubs Hansa unter die Lupe genommen.

Der 1,40 Meter lange und 1,20 Meter breite Messkatamaran, der bereits über die Spree in Berlin und im Hafen von Rostock schipperte, wird über GPS gesteuert und mit Akkus betrieben. „Wir nutzen russisches GPS, weil das genauer ist“, sagt David Wehmeyer vom Forschungsinstitut. Das „Riverboat“ sammelt sowohl über als auch unter Wasser sämtliche Daten, so zur Struktur des Bodens, zur Beschaffenheit der Sedimente oder der Uferzonen.

Messkatamaran: "River Boat" wird den Aasee unter die Lupe nehmen

Das Echolot am Bauch des Bootes ist das wichtigste Werkzeug. Es misst die Wassertiefe. So soll die Dicke der Schlammschichten abgeleitet werden. „Hinter der Sediment-Stärke steht ein Fragezeichen. Wie verteilt sich der Schlamm im Aasee, welche Beschaffenheit hat der Untergrund“, stellt Berthold Reloe, der im Tiefbauamt die Maßnahmen rund um den Aasee leitet, die drängenden Fragen.

Ein Profil vom Aasee

Im Inneren des kleinen Messbootes sind drei Rechner, die die Daten direkt auf einen Laptop übertragen. Am Ende entsteht bei der Vermessung ein Profil für den gesamten Aasee. „Wir fahren in fünf Meter großen Mastern die Wasserfläche ab und bilden dann ein 3-D-Raster des Sees ab“, sagt Wehmeyer.

Und dabei entdecken die Fachleute zusätzlich, was sonst so auf dem Grund liegt. „Große Gegenstände wie Fahrräder werden wir sehen und dicke Fische mit aufnehmen“, sagt Sonja Kramer aus dem Tiefbauamt.

Die Gründe für das Fischsterben

Das plötzliche Fischsterben geschah im August 2018 über Nacht. Wegen der damals anhaltenden Hitze erwärmte sich das Wasser, der Sauerstoffgehalt sank. Wochenlang fiel kein Regen, es kam kein Wasser mehr über die Aa in den See und damit kein Fällungsmittel, das Phosphat bindet und das Algenwachstum stoppt. Der mit einem Gutachten beauftragte Prof. Dietrich Borchardt vom Helmholtz-In­stitut in Magdeburg geht davon aus, dass anhaltend hohe Temperaturen und eine Algenblüte in Kombination mit weiteren Faktoren „den Sauerstoffgehalt zusammenbrechen ließen“.

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Fischsterben im Aasee

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  • Fischsterben im Aasee Foto: Matthias Ahlke
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