Zirkus als Wissenschaft in der Kinderuni
Artisten sind die neuen Tiger

Münster -

Wissenschaft kann so spannend sein: Das bewiesen Zirkuswissenschaftlerin Franziska Trapp vom Fachbereich Germanistik der Universität Münster und Artist David Langkamp in der Vorlesung der Kinderuni am Freitagnachmittag. Zirkuskunststücke durften dabei natürlich nicht fehlen.

Freitag, 18.01.2019, 21:20 Uhr
David Langkamp vom Zirkustheater „StandArt“ führte dem jungen Auditorium während der Vorlesung der Kinderuni einige Kunststücke vor.
David Langkamp vom Zirkustheater „StandArt“ führte dem jungen Auditorium während der Vorlesung der Kinderuni einige Kunststücke vor. Foto: Pjer Biederstädt

Keulen, Bälle und Diabolo – Manege frei für die Kinderuni. Am Freitagnachmittag hätte die Vorlesung statt im großen Hörsaal (H1) am Schlossplatz eigentlich in einem Zirkuszelt stattfinden müssen. Denn neben Zirkuswissenschaftlerin Franziska Trapp vom Fachbereich Germanistik der Universität Münster stand auch ein wahrer Zirkusartist auf der Bühne.

David Langkamp vom Zirkustheater „StandArt“ jonglierte mit so ziemlich allem, was er in seinem großen Koffer fand. Zur großen Begeisterung der Kinder (und der Erwachsenen) flogen nicht nur Bälle, sondern auch mal eine überdimensionale Zahnbürste oder ein rohes Ei durch die Luft – und auf die Bühne.

Wandel im Zirkus

Klar, die bunte Zirkus-Show fesselte das junge Auditorium. Nicht minder interessiert waren die Kinder aber an dem, was Wissenschaftlerin Franziska Trapp über den Zirkus zu erzählen hatte. Zunächst fragte die bisher einzige Zirkuswissenschaftlerin Deutschlands, was sich die Kinder, wenn sie die Augen schließen, unter Zirkus vorstellen. „Buntes Zelt“, „Clowns“, Manege“ – die Antworten schossen nur so aus der Pistole.

Nicht nur die Kinder, auch Artist David Langkamp hatte sichtlich Freude an der Vorlesung der Kinderuni.

Nicht nur die Kinder, auch Artist David Langkamp hatte sichtlich Freude an der Vorlesung der Kinderuni. Foto: Pjer Biederstädt

Trapp erklärte ausgehend davon, wie sich der Zirkus in den letzten Jahrhunderten weiterentwickelt hat. Jeans statt Pailletten-Anzug, Akrobatik von Menschen statt Sprüngen von Tigern durch brennende Reifen – es hat sich viel getan. „Früher gab es viele Zirkusfamilien, wo alle mitmachten. Heute studieren die Menschen an Zirkusschulen“, erläuterte Trapp den Wandel der Branche. Außerdem seien gefährliche Nummern lange ein Muss gewesen, in den vergangenen drei bis vier Jahrzehnten habe sich das aber geändert.

Franziska Trapp und David Langkamp werfen sich auf der Bühne Keulen zu. Denn Wissenschaft heißt auch Ausprobieren.

Franziska Trapp und David Langkamp werfen sich auf der Bühne Keulen zu. Denn Wissenschaft heißt auch Ausprobieren. Foto: Pjer Biederstädt

Furioses Finale

Doch wie ist eigentlich das Leben eines Artisten heute? Die von Wissenschaftlerin Trapp, die vorlas, und Artist Langkamp, der das Vorgelesene vormachte, vorgetragene Erklär-Sequenz im Stile der „Sendung mit der Maus“ war einer von vielen Höhepunkten der kurzweiligen Vorlesung.

Jonglage bei völliger Dunkelheit: David Langkamp setzt an zum Finale furioso seiner Show.

Jonglage bei völliger Dunkelheit: David Langkamp setzt an zum Finale furioso seiner Show. Foto: Pjer Biederstädt

Das große Finale furioso des Artisten durfte natürlich nicht fehlen. David Langkamp fuhr mit einem riesigen Einrad über die Bühne, animierte die Jungen und Mädchen zu einer Jonglage-Trockenübung und begeisterte mit leuchtenden Bällen, die er bei völliger Dunkelheit durch den Raum jonglierte.

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