Kreisparteitag
FDP-Kreisverband Münster findet keinen Weg aus der Krise

Münster -

Der FDP-Kreisverband Münster steckt in einer schweren Krise. Auch ein Parteitag brachte keine Lösung. Im Gegenteil: Es gibt einen weiteren Rücktritt.

Sonntag, 20.01.2019, 20:30 Uhr
Hatte auf dem FDP-Krisentreffen das Wort: Moritz Körner, Kandidat der Liberalen für die Europawahl
Hatte auf dem FDP-Krisentreffen das Wort: Moritz Körner, Kandidat der Liberalen für die Europawahl Foto: Maria Conlan

Der in Turbulenzen befindliche FDP-Kreisverband steht weiter ohne Führung da. Der außerordentliche Kreisparteitag am vergangenen Freitag in Roxel wählte noch keinen neuen Vorsitzenden – und musste stattdessen einen weiteren Rücktritt zur Kenntnis nehmen.

Die bisherige stellvertretende Vorsitzende Romy Büchner , die noch zu dem Treffen eingeladen hatte, erklärte kurz davor in einem Brief ihren Rücktritt von diesem Posten. „Mir war es ein Anliegen, den außerordentlichen Kreisparteitag noch planmäßig stattfinden zu lassen, um weiteren Schaden von der Partei abzuhalten“, teilte Büchner in ihrem Rücktrittsschreiben mit. Sie werde sich auch weiterhin für die liberale Sache einsetzen, versprach sie.

Vorausgegangen war vor einer Woche der Rücktritt des FDP-Kreisvorsitzenden Manuel Lascasas , der erklärt hatte, dass er eine Zusammenarbeit mit dem neuen Vorsitzenden der FDP-Ratsfraktion, Jörg Berens, nicht für möglich halte. In Folge des Lascasas-Rücktritts erklärten Kreisschatzmeister Johannes Bücker und Beisitzer Benjamin Alborn ihren Rückzug.

Vorstandswahlen kurzfristig gestrichen

Damit steht die münsterische FDP in einer der schwersten Krisen ihres Bestehens. Denn in der Partei werden die tiefen Gräben durch die Rücktritte der jüngeren Zeit offensichtlich. Dabei hatte sich der liberale Kreisverband unter den jetzt abgetretenen Vorstandsmitgliedern prächtig entwickelt: Die münsterische FDP war auf mehr als 400 Mitglieder gewachsen.

Einen Rückschlag erlitt die Partei allerdings, als bekannt wurde, dass auch nicht existierende Personen aufgenommen worden waren. Wer deren Mitgliedschaft im Internet beantragt hat, liegt weiter im Dunkeln. Ob es sich um jemanden aus der Kreispartei selbst oder von außen gehandelt hat, scheint auch ein Schiedsgerichtsverfahren nicht aufklären zu können. Angesichts dieser Lage bleibt der Boden für Misstrauen.

Die Vorstandswahlen, die am Freitag auf der Tagungsordnung standen, wurden auf Antrag kurzfristig gestrichen. Durch den 14-tägigen Aufschub bekomme man bessere Auswahlchancen, so eine der damit verbundenen Hoffnungen. Jetzt soll am 30. Januar erneut ein Versuch unternommen werden, der Spitze der münsterischen FDP ein Gesicht zu geben.

Keine kritische Aussprache

Der neue Ratsfraktionschef Jörg Berens, früher selbst Kreisvorsitzender, sprach von der „so misslichen Situation“. Dass es im Untergrund brodelte, war der Stimmung der Versammlung anzumerken. Schon als der stellvertretende Kreisvorsitzende Kai Samuelson damit entschuldigt wurde, dass er eine Oper besuche, lautete ein Zwischenruf: „Das tun wir doch auch.“

Allerdings wurde die Flamme bei den anwesenden 68 Stimmberechtigten klein gehalten. Sitzungsleiterin Petra Pabst aus Leverkusen lehnte kritische Fragen mit dem Argument ab, dass jetzt keine kritische Aussprache stattfinde. Dafür bekam der NRW-Landtagsabgeordnete und Europawahlkandidat Moritz Körner ausführlich Redezeit, um seine Europawünsche vorzustellen.

Als münsterischer FDP-Europawahlkandidat stand einzig der 23-jährige Philosophiestudent Paavo Czwikla zur Abstimmung. Er wurde mit 55 Ja-Stimmen gewählt.

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