Interne Querelen bei den Linken gehen weiter
Initiative „Aufstehen“ sorgt für Aufsehen

Münster -

Die Initiative „Aufstehen“, deren Gründung eng mit dem Namen der Bundestagsabgeordneten Sarah Wagenknecht (Linke) verbunden ist, stellt sich am heutigen Mittwoch (19 Uhr im Bennohaus, Bennostraße 5) der Öffentlichkeit vor.

Mittwoch, 23.01.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 07:16 Uhr
Die Linke-Kreisvorsitzende Katharina Geu­king beschreibt das Verhältnis zu Fraktionschef Sagel als „distanziert“.
Die Linke-Kreisvorsitzende Katharina Geu­king beschreibt das Verhältnis zu Fraktionschef Sagel als „distanziert“. Foto: VHS

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Rat der Stadt Münster, Rüdiger Sagel , kritisiert die Initiative – ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel : „Aufstehen ist bislang eine rein virtuelle Veranstaltung.“

Der Resonanzboden der Bewegung, so Sagel auf Anfrage unserer Zeitung, sei in Münster aber eher gering. „Einzelne Parteimitglieder“, seien bei der parteiintern umstrittenen Bewegung aktiv – aber eben nur einzelne.

Gleichwohl präsentiert sich die Partei Die Linke in Münster in einem alles andere als geschlossenen Zustand. Sagel gibt unumwunden zu, dass das Tischtuch zwischen ihm und dem Kreisvorstand zerschnitten sei. So hält er dem inzwischen ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Johanna Wegmann vor, ihn zum Rücktritt aufgefordert zu haben – was Sagel natürlich ablehnte.

Schwieriges Verhältnis

Die Kreisvorsitzende der Linken, Katharina Geu­king, beschönigt das angespannte Verhältnis nicht. Rüdiger Sagel habe sich „komplett aus der Parteiarbeit zurückgezogen“. Das Verhältnis sei „schwierig und distanziert“.

Geuking bestätigt den Abschied Wegmanns aus dem Kreisvorstand. Dies sei aber bereits im vergangenen Jahr geschehen – und nicht aus politischen, sondern aus persönlichen Gründen. Weiter sei Lina Maas aus beruflichen Gründen ausgeschieden, so Geu­king weiter.

Nach Informationen von Rüdiger Sagel wird demnächst auch der Sprecher der Linken in Münster, Karsten Schmitz, ausscheiden.

Fluktuation im Parteivorstand

Die ständige Fluktuation im Parteivorstand ist nach Ansicht des Fraktionschefs einer der Gründe für das angespannte Verhältnis zwischen Fraktion und Partei. Sagel selbst ist seit fünf Jahren der Fraktionssprecher im Rat und damit neben dem Bundestagsabgeordneten Zdebel die einzige personelle Konstante bei den Linken in Münster.

Dummerweise haben sich aber auch Sagel und Zdebel inzwischen zerstritten. Zdebel will von einer „Krise der Linken“ nichts wissen und erklärt das Problem so: „In jeder Partei gibt es ausgeprägte Egos.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6339640?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Münster wächst weiter
Bevölkerungszahl gestiegen: Münster wächst weiter
Nachrichten-Ticker