Tag der Kalligrafie
Schön Geschriebenes

Münster -

Brigitte Borchers hat eine große Leidenschaft für Linien, Buchstaben und Striche entwickelt. Die 48-Jährige beschäftigt sich seit 1996 intensiv mit Handschriften. Am heutigen „Tag der Kalligrafie“ öffnet sie ihr Atelier.

Mittwoch, 23.01.2019, 09:00 Uhr
Brigitte Borchers zeigt am heutigen „Tag der Kalligrafie“ alle Facetten der Schreibkunst.
Brigitte Borchers zeigt am heutigen „Tag der Kalligrafie“ alle Facetten der Schreibkunst. Foto: gh

Brigitte Borchers schreibt flott ihre Einladung zum „Tag der Kalligrafie“ in den schönsten Buchstaben auf ein großes, weißes Blatt Papier. Ihr Schriftzug sieht aus wie ein kleines Kunstwerk. Die 48-Jährige liebt die Kunst des Schönschreibens, das ihr quasi aus der Feder fließt. Sie freut sich, dass das Interesse an dieser Schreibkunst wächst.

Am heutigen „Tag der Kalligrafie“ lässt sich die 48-Jährige zwischen 10 und 19 Uhr in ihrem Atelier an der Warendorfer Straße 65 über die Schulter schauen. Dann erklärt sie den Besuchern, was es mit der Kalligrafie auf sich hat.

Abgesehen von den üblichen Malereien in der Kindheit war die Schreibkunst beim Start von Brigitte Borchers in der Schule kein Thema für die gebürtige Oberhausenerin. Sie wuchs auch mit Tipps der Mutter auf, wie: „Greif lieber zum Bleistift, ein Kugelschreiber verdirbt nur deine Schrift.“

Brigitte Borchers wurde, wie damals üblich, von einer Links- zu einer Rechtshänderin umerzogen. Was ihr heute eigentlich hilft, sagt sie, denn die Schönschreiberin kann sowohl mit links als auch mit rechts schreiben und zeichnen.

Brigitte Borchers berufliche Laufbahn startete zunächst mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau, dann wechselte sie zu Medienagenturen. Dabei habe sie ihr Herz für das kaufmännische, strukturelle Arbeiten entdeckt – und für kreatives Gestalten, erzählt die 48-Jährige, die irgendwann der Liebe wegen auch nach Münster gezogen ist. Schon damals war bei ihr das Feuer für die Leidenschaft der Kalligrafie entfacht worden.

Brigitte Borchers besuchte Kurse bei Thomas Hoyer und Torsten Kolle, die nach eigenen Angaben in der Kalligrafie-Szene einen Namen haben. Kalligrafische Experimente gehören heute zu ihrem Alltag. „Meine Leidenschaften für Menschen, Räume, Schrift und Farbe habe ich als Raum- und Schrift-Gestalterin zu meiner Berufung gemacht“, fasst Brigitte Borchers ihren Weg zusammen.

Die Münsteranerin schwärmt von Linien, Strichen und Buchstaben – und von Wortspielereien. Sie greift dafür gerne zum Bleistift. Ihr Faible ist eine helle Schrift auf dunklem Papier. Für ihre Arbeiten nutzt sie aber neben den klassischen Schreibgeräten wie Bandzugfeder, Rhedisfeder, Ruling Pen und Ziehfeder auch Holzstückchen, Wäscheklammern und Füller.

Seit ihrer Rückschulung zur Linkshänderin stellt sie nun fest, dass ihre Handschrift charaktervoller geworden sei. Seit sechs Jahren gibt Brigitte Borchers ihre Kreativität auf dem Papier in Workshops weiter. Sie begleitet aber auch Menschen dabei, ihre Schrift und Struktur an Flipcharts zu verbessern.

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