Platzvergabe an Gesamtschulen
Verfahren in Münster bisher gerichtsfest

Münster -

Das aktuelle Urteil des Oberverwaltungsgerichts zur Platzvergabe an öffentlichen Gesamtschulen bekommt auch in Münster viel Aufmerksamkeit. Auch hier werden jedes Jahr viel mehr Kinder angemeldet als die Schulen aufnehmen können.

Mittwoch, 23.01.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 19:39 Uhr
An den beiden städtischen Gesamtschulen, hier die Gesamtschule Münster-Mitte, wurden bisher immer viel mehr Kinder angemeldet als aufgenommen werden konnten.
An den beiden städtischen Gesamtschulen, hier die Gesamtschule Münster-Mitte, wurden bisher immer viel mehr Kinder angemeldet als aufgenommen werden konnten. Foto: Matthias Ahlke

Kathi von Hagen, Leiterin der Gesamtschule Münster-Mitte hat es bisher in keinem Schuljahr anders erlebt. Immer musste sie viele angemeldete Kinder abweisen. Im vergangenen Jahr waren es 161 Kinder, ihre Kollegin Birgit Wenninghoff an der Mathilde-Annecke-Gesamtschule musste über 80 Kindern eine Absage erteilen.

Der am Mittwoch beim Oberverwaltungsgericht Münster entschiedene Prozess, bei dem die Mutter eines von einer Gesamtschule in Heiligenhaus bei Essen abgelehnten Jungen die erneute Teilnehme ihres Sohnes am Losverfahren erstritten hat, ist darum in Münster aufmerksam verfolgt worden. Auch die Gesamtschule Mitte hat sich jedes Jahr mit Widersprüchen gegen Ablehnungen zu befassen, es gab bereits zwei Klagen, denen das Auswahlverfahren der Schule standhielt, wie von Hagen berichtet.

Gericht verlangt Transparenz 

Das Oberverwaltungsgericht verlangt von den Gesamtschulen Transparenz – Eltern abgelehnter Kinder müssen erkennen können, warum ihr Kind keinen Platz erhalten hat. Kathi von Hagen legt das Protokoll des Losverfahrens im Widerspruchsfall bei der Bezirksregierung vor, wie sie erklärt.

Das Schulgesetz listet sieben Kriterien auf, die Schulleiter bei der Aufnahme zumindest teilweise berücksichtigen müssen. Bei Gesamtschulen gehört die „Leistungsheterogenität“ zwingend dazu. Die beiden städtischen Gesamtschulen in Münster nehmen, entsprechend der Empfehlung eines Ratsbeschlusses, Kinder nach einem Schlüssel auf, der den hier üblichen Anteilen der von den Grundschulen ausgesprochenen Empfehlungen folgt: 50 Prozent der Plätze gehen an potenzielle Gymnasiasten, 35 Prozent an solche mit Realschul-, 15 Prozent an Kinder mit Hauptschulempfehlung.

SPD fordert dritte Gesamtschule

Ob die Stadt auf den großen Bedarf, wie von der SPD gefordert, mit einer dritten Gesamtschule reagiert, ist noch unklar. CDU und Grüne hatten in einem Antrag angeregt, die eventuellen Auswirkungen der Wiedereinführung von G9 an Gymnasien beim diesjährigen Anmeldeverfahren und die Auswirkungen auf die Schullandschaft zu prüfen. Die beiden städtischen Gesamtschulen nehmen Anmeldungen vom 11. bis 14. Februar entgegen.  

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